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Aktuell Von wegen weisse Weste: Schwäne verbreiten Angst und Schrecken!

Aus der Ferne schön anzuschauen – aus der Nähe gemeingefährlich. Aggressive Schwäne können einem den Nachmittag am See ganz schön vermiesen. Wir haben euch fünf krasse Schwan-Stories erzählt und es zeigte sich: ihr habt ähnliche Horror-Geschichten erlebt.

Legende: Audio «Schwansinnig aggressive Tiere» abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
1:51 min

Der Schwan gilt in vielen Kulturen als Sinnbild für Anmut, Reinheit und Treue. Zu Unrecht? Wir haben am Image des weissen Saubermanns gerüttelt und schnell festgestellt, dass fast jeder eine Geschichte von aggressiven Schwänen zu erzählen hat. Mein lieber Schwan? Nichts da! Mehr Horror verbreitet höchstens noch der weisse Hai. Hört und lest selbst.

Ich musste beim Joggen in eine Telefonkabine flüchten, weil mich ein Schwan wirklich schnell und aggressiv verfolgte.
Autor: Jörg BehnsenSRF 3-Hörer aus Zug

Beispiel 1: Der Bad Boy aus Horw – ein Schwan jagt Badende

Legende: Video «Aggressiver Schwan» abspielen. Laufzeit 2:41 Minuten.
Aus 10vor10 vom 02.07.2008.
  • Der absolute Bad Boy unter den Schwänen kam aus Horw im Kanton Luzern. Um seine Familie zu schützen, jagte er die Badenden aus dem Vierwaldstättersee. Es wurden extra Schilder aufgestellt, die vor dem aggressiven Tier warnten, das im Sommer 2008 gewütet hatte. Sein unbändiger Zorn wurde ihm schlussendlich aber zum tödlichen Verhängnis. Das Tier musste erschossen werden, denn laut den Luzerner Behörden war es zu «lebensbedrohlichen Situationen» gekommen.

Ein Schwan hat mir mal als Kleinkind in den Po gebissen. Ich kam wohl seinem Nest etwas zu nahe.
Autor: Jan TschoppSRF 3-Hörer aus Sachseln (OW)

Beispiel 2: «Asboy», der aggressive Unhold aus Cambridge

  • Letzten Sommer trieb auf dem Fluss Cam in Cambridge ein äusserst aggressiver Schwan sein Unwesen. «Asboy», wie er genannt wurde, schreckte vor nichts und niemandem zurück: Nicht nur Böötlern und Kanuten schwante Böses – an Land attackierte der gefiederte Unhold sogar Kühe. Nicht einmal vor seinen Artgenossen machte «Asboy» Halt und verbiss sich mit Vorliebe in den langen weissen Hälsen. Die radikale Art wurde «Asboy» übrigens vererbt. Schon sein Vater «Mr. Asbo» hatte 2010 in Cambridge Angst und Schrecken verbreitet.
Wir sassen alle gemeinsam am Wasser auf einer Mauer, wo mich ein Schwan in den Zehen biss. Mein Mann verabreichte ihm dann eine Brennessel, in die der Schwan sofort gebissen hat.
Autor: Theres WaserSRF 3-Hörerin aus Dottikon (AG)

Beispiel 3: Der Entenschreck aus Berlin – ein Schwan greift an

  • Ende Mai kam auf dem Tegeler See in Berlin eine Ente drunter. Ein Schwan packte das Tier am Hals, als es seinem Nest zu nahe kam. Die Ente konnte zwar noch knapp die Flatter machen, musste in diesem ungleichen Kampf aber Federn lassen. Ente gut, alles gut.

Gilt auch für Hunde: Leg dich nie mit einem Schwan an!

Ich habe am Rhein mal beobachtet, wie ein Schwan einen deutschen Schäferhund vermöbelte.
Autor: Diego PetracciniSRF 3-Hörer aus Unterstammheim (ZH)

Beispiel 4: Der gefiederte Hundekiller – Schwan ertränkt Hund

  • Für einen grossen Hund, der einem Schwan zu nahe kam, nahm die Geschichte hingegen kein gutes Ende. Der Wildbiologe Mark Struch vom Solothurner Amt für Wald, Jagd und Fischerei erzählte uns eine wirklich haarsträubende Story, bei der ein Schwan einen schwimmenden Hund so lange unter Wasser drückte, bis dieser ertrank. Eine Horrorvorstellung!
Wir liessen alles liegen und rannten! Die ganze Schwanentruppe verfolge uns lange und breitete ihre Flügel aus. Als sie dann endlich stoppten, konnten wir nur noch aus der Ferne sehen, wie sie unserer Picknick genossen (vor allem die Chips).
Autor: Joy ZurschmiedeSRF 3-Hörerin aus Wilderswil (BE)

Beispiel 5: Nicht aggressiv, aber gestört – ein verliebter Schwan

  • Manchmal sind Schwäne nicht unbedingt aggressiv, haben aber einfach sonst einen Dachschaden. Bestes Beispiel ist der Trauerschwan «Petra», der sich 2006 im deutschen Münster in ein schwanenförmiges Tretboot verliebte. «Petra» wich dem Tretboot nicht mehr von der Seite. Die ungewöhnliche Liebe hielt zwei Jahre lang. Der romantisch veranlagte Trauerschwan wurde zum Maskottchen von Münster und es wurde sogar darüber diskutiert «Petra» ins Stadtwappen aufzunehmen. Der Schwanendame wurde es aber irgendwann wohl doch zu langweilig mit ihrem Plastikgefährten: Sie zog von dannen, verliebte sich in Osnabrück in einen echten Schwan und lebte fortan glücklich an seiner Seite. Auch monogam veranlagte Schwäne begehen also Seitensprünge.

Wir haben einen Trostpreis für die schrägste Schwan-Geschichte ausgelobt: Marco Wicki aus Luzern, dessen Erlebnis ihr euch links anhören könnt, hat jetzt ein Boot weniger, darf sich dafür aber über unseren Redaktions-Schwan aus Stoff freuen. Garantiert ungefährlich. Oder, Tina Nägeli?

Tina Nägeli Der Schwan gilt in vielen Kulturen als Sinnbild für Anmut, Reinheit und Treue. Äh ja - von Weitem. Aber seid...

Posted by SRF 3, Link öffnet in einem neuen Fenster on Dienstag, 16. Juni 2015, Link öffnet in einem neuen Fenster

31 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Roediger, 8493 Saland
    Schwäne sind keine Streicheltiere, es sind äusserst intelligente Wildtiere die ganz energisch ihr Terrain verteidigen. Wenn Jungtiere aktuell sind reagieren sie genauso aggressiv wie eine Mutterkuh auf der Alpweide. Ich hatte beruflich (Tierrettungsdienst) mit Schwänen zu tun und hatte nie Probleme damit.
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  • Kommentar von Elke Lais, Schaffhausen
    Muss grad mal sorgenvoll die Stirn runzeln ... pffff isch da würkli Service Public? Solche Berichte schüren doch nur die Unvernunft und den Vandalismus gegenüber diesen Vögeln. Schöner und m. E. sinnvoller wäre doch gewesen, wenn hier die Umkehrfrage gestellt worden wäre. Positive Bilder und Erlebnisse, um vor allem alten Angsthasen, Kindern und Jugendlichen den Mut für eine freundlichfriedliche Begegnung zu machen. Es nützt niemandem, wenn ein "Feindbild" verstärkt oder neu aufgebaut wird!
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Noch eine Anmerkung zum Thema und Beiträgen: „Vielleicht gibt’s ja bald ein App fürs smart phone gegen Schwanen-Attacken.“ Ironie off. Alle wollen zurück zur Natur, nur nicht zu Fuss ;-) Liebe Leute, die Erde und verfügbarer Platz wächst nicht, nur die menschliche Population. Da kommt es zu immer mehr „close encounters“ mit den noch verbliebenen Wildtieren. Geniesst doch einfach, dass es auf Schweizergewässer noch Wasservögel gibt. Unsere Enkel missen dies womöglich sehr.
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