Wo sind die Schweizer Bands im Ausland?

1960 schafft es Vico Torriani mit «Kalkutta liegt am Ganges» auf Platz 1 der deutschen Hitparade. 2012 schafft das Luca Hänni mit «Don't Think About Me». Dazwischen: Kein einziger Schweizer Act. Läuft da was falsch?

Frontmann Elia Rediger diskutiert mit, bei der Diskussionsrunde von SRF Virus.

Bildlegende: The bainca Story Frontmann Elia Rediger diskutiert mit, bei der Diskussionsrunde von SRF Virus. The bianca Story

«Für Erfolg musst du Biss haben - und du musst auch planen», sagt Reto Lazzarotto von Gadget. Fehlt es denn an Biss? «Ich kann nicht für alle Schweizer Bands reden», sagt Elia Rediger «Mit The bianca Story haben wir es immer selber in die Hand genommen und direkt Kontakt aufgenommen mit Clubs.

So haben wir die erste Europatourneen gespielt, obwohl uns kein Schwein gekannt hat (...) Du musst mit dir selber ins Gericht gehen, radikal. Das musst du von Anfang an wollen», erklärt Elia. Und Reto Lazzarotto von Gadget bestätigt: «Neben Sophie Hunger funktionieren Eluveiti und Bonaparte weltweit, weil sie klar positioniert sind. Die wollen, sie sind sehr radikal, so kann es funktionieren».

Es diskutieren Elia Rediger, Frontmann der Basler Band The bianca Story, Marius Kaeser von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und Reto Lazzarotto von der Konzertagentur und Künstlermanagement Gadget.

Erkenntnis #1

«Niemand hat es je geschafft, NUR via Internet bekannt zu werden. Es braucht nach wie vor ein möglichst grosses Netzwerk»

Erkenntnis #2

«CH-Acts mit Biss sind leider selten»

Erkenntnis #3

«Weniger Giesskanne und mehr Konzentration wäre in der CH-Kulturförderung eventuell wünschenswert»

Erkenntnis #4

«CH-Acts sollten weniger auf den Erfolg warten sondern einfach selber aktiv werden»

Erkenntnis #5

«Nicht nur (materielle) Produkte brauchen eine klare Positionierung und ein klares Profil, sondern auch Bands»