Zieht euch warm an, zieht euch die rein: Top-Serien

Weihnachtszeit ist Serienzeit! Endlich können wir uns mit gutem Gewissen und getrost zu Hause verkriechen und Serien gucken. SRF 3 empfiehlt...

Polizistin Stella (Gillian Anderson) jagt den Serienmörder Paul (Jamie Dornan).

Bildlegende: The Fall: Polizistin Stella (Gillian Anderson) jagt den Serienmörder Paul (Jamie Dornan). PD

1. The Fall

Die Hauptdarstellerin von «The Fall» kennt jeder, der schon in den 90ern Serien geschaut hat. Gillian Anderson war die Heldin von «Akte X». Mit «The Fall» feiert sie ihr Comeback. Die mysteriöse Stimmung der Serie erinnert an «Akte X». Und auch in «The Fall» spielt Anderson eine Kommissarin, die es mit speziellen Fällen zu tun hat.

Diesmal ist sie Stella Gibson, Detective Superintendant bei der nordirischen Polizei in Belfast. Sie ist der Hauptgrund, weshalb einen die Serie packt. Gibson ist eine faszinierende Figur, intelligent, brandheiss, emanzipiert im Bett - und auch bei den Ermittlungen zeigt sie den Männern, wo es langgeht.

Stella Gibsons Job ist es, einen Serienmörder zu finden. Dieser steht ihr in punkto Attraktivität in nichts nach und wird gespielt von Jamie Dornan, den man aus «Fifty Shades of Grey» kennt. Prompt sieht man ihn auch in «The Fall» zur Hälfte der Zeit oben ohne. Entweder joggt er oder er macht Fitnesstraining.

Das klingt jetzt, als würde sich die Serie nur aufgrund der Hauptdarsteller lohnen. Dies ist nicht so. Die Story ist top-spannend und die problematische Stadt Belfast als Szenerie gibt sehr viel her.

«The Fall» wird im Free-TV bei SRF 1 voraussichtlich ab Januar 2016 zu sehen sein. Ausserdem gibt es die Serie auf DVD und im Internet via Download und Streaming.

2. The Strain

Ein Vampirmaster zieht nach New York City, um von Manhattan aus die menschliche Rasse auszurotten und alle Menschen zu seinen Vampirsklaven zu machen. Wer Horror- und Vampirserien mag, kommt bei dieser US-Serie voll auf seine Rechnung. Die Vampire in «The Strain» funktionieren allerdings etwas speziell: Sie beissen nicht mit ihren Eckzähnen, sondern haben eine mehrere Meter lange Zunge, die aus einer Öffnung in ihrem Hals schiesst. Mit dieser Zunge greifen sie ihre Opfer an und saugen sie aus.

Hinzu kommt, dass sich die Vampire nicht nur per «Biss» vermehren sondern auch noch kleine Blutwürmer absondern. Kommt ein Mensch mit einem Wurm in Berührung, verwandelt er sich unweigerlich früher oder später in einen Vampir. Kein Wunder also, dass sich in der Serie innert Kürze die halbe New Yorker Stadtbevölkerung in Zombies verwandelt hat.

Das klingt etwas gar schräg, was es auch ist. Die Serie ist manchmal so splatterig, dass es etwas lächerlich ist. Läuft aber meist unter dem Stempel «so schlecht, dass es wieder gut ist». Ausserdem sind Special Effects und schauspielerische Leistung auf recht hohem Niveau, so dass die Serie durchaus sehenswert ist.

«The Strain» gibt es auf DVD, im Pay-TV und via Download und Streaming. Ausserdem ist die Serie «on Demand» verfügbar bei Sunrise TV.

3. Please like me

«Please like me» ist so etwas wie die homosexuelle, australische Version der New Yorker Kultserie «Girls». Die Serie dreht sich um den ziemlich verschrobenen Jugendlichen Josh, gespielt von Josh Thomas, der gleichzeitig Hauptdarsteller und Autor ist. Er bezeichnet die Serie als teilweise autobiographisches «Dramedy», was so viel bedeutet wie eine Mischung aus Komödie und Drama. Die autobiographischen Züge merkt man der Serie an. Sie ist herrlich nah am Leben. Die Figuren sind so köstlich überzeichnet, dass man Josh, seine Freunde und seine Familie schnell ins Herz schliesst: Die depressive Mutter, die sich mit Panadol und Baileys das Leben zu nehmen versucht, der dickliche Mitbewohner, dessen Lieblingsthema sein eigenes Geschlechtsteil ist, oder die überdrehte thailändische Stiefmutter, die Joshs WG gern als Babysitter nutzt, was meist keine gute Idee ist… Man könnte ihnen tagelang zusehen.

«Please like me» ist in der Schweiz derzeit als Import-DVD erhältlich sowie via Download und Streaming.

4. Downton Abbey

«Downton Abbey» ist eine derjenigen Serien, die einen komplett in eine andere Welt abtauchen lassen. In diesem Fall ins England vor dem ersten Weltkrieg. Die Gesellschaft ist in zwei Klassen geteilt; in Adlige und ihre Bediensteten. Wenn ein Lord mit dem Glöckchen läutet, muss sein Footman sofort antanzen.

Die Serie zeigt die riesigen sozialen Unterschiede am Beispiel eines Herrenhauses, eben Downton Abbey. Das Leben damals sieht man unglaublich detailliert. Symbolisch zeigt dies das erwähnte Glöckchen, das auch im Intro der Serie vorkommt. Es ist ein ganzes mechanisches Glöckchensystem, das sich durchs Herrenhaus zieht und mit Drähten, Fäden und Schnüren jedes Adligenzimmer mit dem entsprechenden Bedienstetenzimmer verbindet.

Alles, was in der Serie passiert, ist eingebettet in die Weltgeschichte. Die grossen Ereignisse, wie der Ausbruch des ersten Weltkriegs, sieht man immer aus der Perspektive der Hauptpersonen. Da verkündet zum Beispiel Lord Crawley seinem ganzen Haus, dass England soeben in den ersten Weltkrieg eingetreten ist - und weil einem die verschiedenen Bewohner so nahe sind, erscheint einem diese Nachricht beim Zuschauen fast so bedrohlich, wie es damals gewesen sein muss.

Die 4. Staffel von „Downton Abbey“ läuft voraussichtlich Sommer 2016 bei SRF1. Ausserdem gibt es die Serie auf DVD, im Pay-TV und via Download und Streaming.

5. True Blood

In «True Blood» geht es ziemlich oft um dasselbe: Sex. Erstaunlich eigentlich, dass sich die Handlung der Serie dann doch auch um eine Romanze dreht - nämlich um die unglaubliche Anziehung zwischen der blonden, aufreizenden Frau Sookie und dem dunklen, uralten und geheimnisvollen Vampir Bill. Nur ist Sookie eigentlich gar keine normale Frau. Sie ist eine Fee, ein Lichtwesen. So wird klar, warum sich Licht und Dunkelheit gegenseitig anziehen.

In «True Blood» geht es also um Vampire, um Feen und um Menschen. Es geht aber auch noch um Werwölfe, Formwandler, Hexen und Teufelsmonster. Das klingt abstrus und ist es auch. True Blood ist wohl eine der abstrusesten Serien aller Zeiten: Herrlich trashig und so schlecht, dass sie schon wieder gut ist.

Und damit die Rahmenhandlung auch noch schnell erklärt ist: «True Blood» heisst ein Getränk für Vampire. Es ist ein Ersatzgetränk für Menschenblut. Vampire, die «True Blood» trinken, müssen keine Menschen mehr leersaugen. Vampire und Menschen können so zusammenleben. Logisch, dass die richtigen Probleme erst dann anfangen.

«True Blood» gibt es auf DVD, im Pay-TV und via Download und Streaming.

6. Nurse Jackie

Schon im Intro von «Nurse Jackie» rieseln einem tausende Pillen entgegen. Sie sind ein Symbol für die Hauptperson der Serie: Für die medikamentensüchtige Krankenschwester Jackie. Sie steckt so tief in ihrer Sucht, dass sie auf dem Spital-WC Schmerztabletten zerstösst und dann durch die Nase snieft.

Das klingt nach einer ziemlich abgefuckten Person. Aber als Junkie kommt Jackie in der Serie nicht daher. Sie ist eher der Typ hemdsärmlige Krankenschwester. Sogar in ihrer Freizeit trägt sie ihre Spital-Kleider und ist konstant für alle da ausser für sich selber. Damit sie ihre 14-stündigen Arbeitstage und gleichzeitig ihre Familie unter einen Hut kriegt, greift sie zu Schmerzmitteln, die es eigentlich nur auf Rezept gibt. Zuerst stiehlt sie die Medikamente, dann fängt sie eine Affäre mit dem Spital-Apotheker an. Es ist klar, dass dies nicht gut gehen kann.

«Nurse Jackie» ist von der Handlung her zwar ziemlich ernst und dramatisch. Die einzelnen Personen sind mit ihren Schwächen aber so überzeichnet, dass man sehr viel lachen muss. Jackie und ihre lustige Spitalfamilie wachsen einem ans Herz.

«Nurse Jackie» gibt es auf DVD, im Pay-TV und via Download und Streaming. Ausserdem ist die Serie «on Demand» verfügbar via Cablecom MyPrime.

7. Vikings

Das Blut spritzt nur so in «Vikings». Offenbar war man zu Wikingerzeiten nicht besonders zimperlich. Hauptfigur der Serie ist Ragnar Lothbruck, gespielt vom ehemaligen Calvin-Klein-Unterhosenmodel Travis Fimmel. Das ist der Schauspieler, der die Hauptrolle in «50 Shades of Grey» fast erhalten hätte.

Ragnar und seine Frau Lagertha sind schon mal zwei gute Gründe, um «Vikings» zu schauen. Sie teilen ihr Bett gerne auch mal mit einem Mönch.

Neben Sex und Gewalt ist es aber vor allem auch der Wikinger-Alltag, der einen in die Serie hineinzieht. Das Leben des nordischen Volkes ist extrem realistisch nachgestellt und in eine spannende Handlung eingewoben. Man sieht, wie die Wikinger Landwirtschaft betreiben und wie sie ihre Boote bauten. Quasi nebenbei ereignen sich weltgeschichtlich relevante Dinge, wie die Wikingerangriffe auf England und Paris.

Beim Schauen der Serie will man parallel ständig auf Wikipedia lesen, ob dies alles wirklich so passiert ist. Die meisten Ereignisse sind tatsächlich belegt. Historisch korrekt ist vermutlich auch eine der brutalsten Szenen, die man je in einer Serie sehen konnte: Ragnars Erzfeind wird mit der sogenannten Blutadler-Methode hingerichtet. Dem Opfer wird der Rücken aufgeschnitten und seine Rippen werden so nach hinten gespreizt, dass die Knochen Adlerflügel formen. Dann werden dem lebenden Opfer die Lungen herausgerissen.

«Vikings» läuft derzeit auf mehreren Free TV-Kanälen. Ausserdem gibt es die Serie auf DVD, im Pay-TV und via Download und Streaming.

Download: Die rechtliche Lage

In der Schweiz ist das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Werken (zum Beispiel Musik, Filme oder TV-Serien) für den Privatgebrauch erlaubt. Viele Filesharing-Netzwerke funktionieren aber standardmässig so, dass parallel zum Download auch ein Upload der Dateien stattfindet. Das Hochladen solcher Inhalte ist auch in der Schweiz verboten.

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