Die Übergangsjacke – des Schweizers bester Freund!

Die Übergangsjacke tragen wir von März bis November. Sie ist uns wichtig. Sie ist wie ein Körperteil von uns. Die Übergangsjacke ist uns so nah, dass wir uns darüber definieren. Ihr habt uns gesagt, was ihr trägt. Ich sage euch, wer ihr seid! Viel Spass!

Amerikanische Leidenschaft. Die Collegejacke ist zurück.

Bildlegende: Amerikanische Leidenschaft. Die Collegejacke ist zurück. SRF 3

Kein Frühling ohne Übergangsjacke

    • Bei Wind und Regen mit dem Velo zur Arbeit. In der Mittagspause auf einen Spaziergang. Wer sich so viel in der Natur bewegt wie der Outdoorträger, braucht eine Jacke, die jeder Witterung standhält.

      Bildlegende: Praktisch und geschützt gegen Wind und Regen: Der Outdoorträger ist immer richtig angezogen. SRF 3

      Outdoorjacke

      Bei Wind und Regen mit dem Velo zur Arbeit. In der Mittagspause auf einen Spaziergang. Am Feierabend aufs Mountainbike und am Wochenende gibt es immer noch irgendeinen Hügel zu erklimmen: Kurz, es gibt nur eine Jacke, die diesen nie zur Ruhe kommenden Mitmenschen befriedigt: Die Outdoorjacke. Bei der Arbeit mögen ihn alle, denn er geht auch dann raus, wenn alle anderen lieber aufs Mittagessen verzichten, weil das Wetter soooo garstig ist. Obwohl er so gerne an der frischen Luft ist, ist er ein Bürogummi. Seine Jacke findet er so toll, dass der Partner gleich dieselbe kriegt. Daher sieht man die Outdoorjackenträger auch immer im Doppel. Und weil er seine Jacke so liebt, trägt er sie auch, wenn er eigentlich nicht sollte: Beim Vorstellungsgespräch, zum Date und zum Familienfest. Vorteil: Wirklich wetterfest. Praktisch. Kann man auch in die Ferien mitnehmen. Nachteil: Hässlich. Leuchtend. Fast in allen Situationen unpassend.

    • Wird ausschliesslich von Frauen oder Colombo getragen: der Trenchcoat.

      Bildlegende: Wird ausschliesslich von Frauen oder Colombo getragen: der Trenchcoat. SRF 3

      Trenchcoat

      Trenchcoat wird ausschliesslich von Frau mit Klasse oder Colombo getragen. Wahrscheinlich arbeitet sie bei einer Bank oder ist eine der wenigen Frauen, die es in eine wichtige Chefetage geschafft hat. Sie sieht immer aus wie aus dem Ei gepellt. Und mit ihrem Trenchy ist sie auch für jeden Wetterumschlag im April gerüstet. Einen Mann, der ihr einen Schirm hinhält, braucht sie nicht. Aber sie nimmt das Angebot dann doch gerne an. Schliesslich gilt es auch den Trenchcoat zu schützen. Die Frau Trenchcoat geht am Wochenende gerne nach Paris und macht auf Savoir vivre. Da kann sie ihre tolle Figur in einem eleganten französischen Outfit präsentieren. Dazu geniesst sie einen trockenen Weisswein. Vorteil: Elegant. Passt zu allem. Passt zu jedem Event. Nachteil: Zu viele Knöpfe und dann noch einen Gürtel. Zu grosser Ausschnitt. Ist oft zu teuer, um den Mantel schlechtem Wetter auszusetzen.

    • Die Jacke aus den 90ern ist wieder voll im Trend.

      Bildlegende: Back To The Future Die Jacke aus den 80ern ist wieder voll im Trend. SRF 3

      Collegejacke

      Der Collegejackenträger mag amerikanische Serien auf Netflix, er mag amerikanische Online-Zeitungen, amerikanische Bagel, amerikanische Sportarten, amerikanische Burger, amerikanische Taxis. Einfach alles. Aber er ist eben doch zu bünzlig, um seinen gut bezahlten Job mit fünf Wochen Ferien in der Schweiz aufzugeben für einen wortwörtlich amerikanischen Traum. Deshalb geht er zu Starbucks, schaut Jimmy Fallon und trägt eine Collegejacke. Vorteile: Sieht hip aus. Gibt tatsächlich warm. Man kann sich jederzeit als Tourist ausgeben. Nachteil: Nicht wasserfest. Schwer. Wird für einen Ami gehalten.

    • Der HellyHansenträger kümmert sich nicht um sein Aussehen. Kauft in seinem Leben insgesamt 3 Jacken, alle blau.

      Bildlegende: Der HellyHansenträger kümmert sich nicht um sein Aussehen. Er kauft in seinem Leben insgesamt 3 Jacken, alle blau. SRF 3

      HellyHansen

      Kümmert sich nicht um sein Aussehen. Kauft in seinem Leben insgesamt 3 Jacken, alle blau. Ist ein Eigenbrötler. Wirkt unzufrieden. Oft Landwirt oder Marktfahrer. Oder ein Normcore-Hipster aus Zürich. Vorteil: Gibt warm. Hält Jahrzehnte. Ist bequem. Nachteil: Hässlich. Zwingt einem, täglich die gleiche Farbe zu tragen. Bei Regen akute Gewichtszunahme.

    • So macht man das! Die Lederjacke wird ausschliesslich offen getragen.

      Bildlegende: So macht man das! Die Lederjacke wird ausschliesslich offen getragen. SRF 3

      Lederjacke

      Der Lederjackenträger hat immer Zeit für eine Zigipause. Egal ob Smalltalk oder eine philosophische Auseinandersetzung über Kirschbäume und deren Einfluss auf die Popkultur: Der Lederjackenträger redet gern. Eigentlich wäre er gerne Rockstar geworden, jetzt ist er halt Lehrer, LKW-Fahrer oder so ein kreativer Marketingfuzzi. Lederjackenträger frieren nie. Denn die Lederjacke zu schliessen, ist eine Todsünde. Für die Jacke wurde damals ein ganzes Vermögen ausgegeben. Deshalb trägt er sie jetzt auch bis ans Lebensende. Vorteil: Lässt keinen Wind durch, passt zu allem, verleiht cooles Image Nachteil: Kann man nicht schliessen, kann man nicht waschen, weil so teuer, kann man sie nicht wegwerfen. Nie.

    • Der Jeansjackenträger ist einfach nur gutschweizerischer Durchschnitt.

      Bildlegende: Schön ist sie ja, aber der Jeansjackenträger ist einfach nur gutschweizerischer Durchschnitt. SRF 3

      Jeansjacke

      Die Langweiler unserer Zeit. Der jeansjackenträger ist einfach nur gutschweizerischer Durchschnitt. Verdient 80'000 Franken im Jahr. Fährt ein 1,4 Liter-Auto. Wohnt in der Agglo. Wird mal 1,4 Kinder haben. Eben Durchschnitt. Denn egal wie ausgefallen das Modell: Der Jeansjackenträger kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Jeansjacke eben doch nur eine Jeansjacke ist. Wir sind alle Jeansjackenträger. Der Jeansjackenträger ist deshalb nichts Besonderes. Vorteil: Durchschnittlich schön. Nachteil: durchschnittlich hässlich.

    • Manchesterjacken trägt, wer gerne ein Biker wäre, sich aber doch nicht wirklich auf einen Töff getraut.

      Bildlegende: Manchesterjacken trägt, wer gerne ein Biker wäre, sich aber doch nicht wirklich auf einen Töff getraut. SRF 3

      Manchesterjacke

      Manchesterjacken trägt, wer gerne ein Biker wäre, sich aber doch nicht wirklich auf einen Töff getraut. Die Lederjacke ist ihm zu rockig, also begnügt er sich mit einer Manchesterjacke im flotten aber doch etwas zu weit geschnittenen Motorradfahrerstil. Anders zu kategorisieren sind die Träger von Manchestersakkos. Sie sind ehemalige Studenten oder Möchtegernintellektuelle, denen kein Ärmel zu abgewetzt und kein Kragen zu speckig sein kann. Hauptsache man betont lässig, dass einem Äusserlichkeiten ja sowas von egal sind. Gemeinsam haben Manchesternjacken und Manchestersackorträger das modische Retroideal der 70er. Hach das waren noch Zeiten!

    • Gut sitzend, in einer schönen Farbe, mit Strickgurt oder schönen Knöpfen ist dies eine prima Jackenlösung für die Übergangszeit.

      Bildlegende: Strickjacke Gut sitzend, in einer schönen Farbe, mit Strickgurt oder schönen Knöpfen ist dies eine prima Jackenlösung. SRF 3

      Strickjacke

      Man wirft Strickjackenträgerinnen gerne einen allzu grossmütterlichen Charakter vor. Hauptaugenmerk bei der Jackenwahl: Gemütlichkeit. Damit tut man ihnen aber unrecht. Denn sogar selbstgestrickte Exemplare dieses (bei trockenem Wetter durchaus praktischen) Kleidungsstücks können durchaus modisch und kleidsam sein. Zu beachten ist aber, dass die Strickjacke weder ausgeleiert noch bereits angefilzt ist. Gut sitzend, in einer schönen Farbe, mit Strickgurt oder schönen Knöpfen ist dies eine prima Jackenlösung für die Übergangszeit.

    • Gut durchlüftet und deshalb für kaum eine Situation zu warm: das Daunengilet.

      Bildlegende: Gut durchlüftet und deshalb für kaum eine Situation zu warm: das Daunengilet. SRF 3

      Daunengilet

      Obwohl das Gilet (französische für „Weste“) offiziell nicht zu den Jacken zählt, gehören die Träger ebendieser genial praktischen Errungenschaft zweifelsohne in den Artikel zur passenden Bekleidung für Übergangsjahreszeiten. Giletträger sind clevere Füchse. Geschickt stellen sie Funktion über Aussehen ohne sich dabei in die unbeliebte Outdoormodenecke drängen zu lassen. Schliesslich hält ein geschlossenes Gilet den Rumpf und damit die lebenswichtigen Organe bei fast jedem Wetter angenehm warm, während es bei höheren Temperaturen geöffnet jeder Zeit gut durchlüftet und deshalb für kaum eine Situation zu warm ist. Trotz hohem Praxisnutzen ist ein schönes Daunengilet in nicht zu auffälligen Farben allemal kleidsamer als manch andere Übergangsjacke.

    • Er ist ein farbenfroher Typ: Der Trainerjackenträger.

      Bildlegende: Farbe ist Trumpf! Der Trainerjackenträger mag es farbig. SRF 3

      Trainerjacke

      Man trifft ihn bei Aldi & Co. Meistens steigt er aus einem BMW. Entweder steht er auf Adidas, macht profimässig Sport, oder hat einen Balkanmigrationshintergrund. Eines muss man ihm lassen: Er ist ein farbenfroher Typ. Er besitzt das gleiche Trainerjäckli in 10 Farben. Anstatt es zu waschen, holt er ein neues aus dem Schrank. Frau oder Mutter kümmern sich um den Rest. Die kochen auch. Sonst gibt’s Fastfood. Der Trainerjäcklityp will nicht im Vordergrund stehen. In einer Gruppe hört er auch einfach einen Abend lang zu. Eines weiss er: Das Trainerjäckli passt immer, egal, ob an der Uni, im Feierabendbier oder beim Date. Trainerjäckli kann man nämlich problemlos anbieten – so Gentlemenstyle – wenn Frau friert. Vorteil: Farbig. Kann sich über Marke definieren. Die perfekte Fluchtjacke. Nachteil: Jeder denkt, man sei sportlich. Zu dünner Stoff. Oft unpraktisch für die Verstauung von Handy.

    • Mit Stil getragen: das Blouson.

      Bildlegende: Normalerweise sieht man das Blouson in beige. In blau sieht das Ganze sehr Stilvoll aus. SRF 3

      Blouson

      Blouson die Lieblingsjacke der Generation 65-Plus. Der Träger hat also alle Zeit der Welt und ist oft nach 9 Uhr im ÖV anzutreffen. Oft reist er mit seinem Blouson an Generalversammlungen grosser Firmen, wo es gratis Essen und Geschenke gibt. Seit er im Ruhestand ist, trägt er auch gerne frische Farbe. Das Blouson ist also zu 90 Prozent beige. Sein Lieblingskleidergeschäft ist Vögele. Sein Lieblingsessen Rösti mit Leberli. Abends schaut er gerne «SRF bi de Lüt» und sagt: Da war ich kürzlich auch an einem Ausflug in meinem Blouson. Vorteil: Pflegeleicht. Austauschbar. Preiswert. Passt zum Kurzarmhemd. Nachteil: Uniform der 65-Plus. Gibt kaum warm. Verwechslungsgefahr an der Garderobe.

    • Die Bomberjacke ist zurück! Ronja Furrer trägt sie hier mit sehr viel Stil.

      Bildlegende: Die Bomberjacke ist zurück! Ronja Furrer trägt sie hier mit sehr viel Stil. Facebook / Ronja Furrer

      Bomberjacke

      Ihr denkt: einer, der in den 90er modisch stehengeblieben ist? Ein Militärfanatiker oder gar ein Nazi mit Kampfstiefeln? Falsch. Die Bomberjacke ist zurück. Und damit auch die Träger. Falls ihr nicht in der urbanen Mitte der Schweiz wohnt, habt ihr sie wohl noch gar nie gesehen. Sie sind oft ganz in Schwarz gekleidet, tragen T-Shirts, die an Spitalpyjamas erinnern und hochgekrempelte Hosen. Sie sind sehr selbstbewusst. Denn sie fallen auf, und das wollen sie auch. Sie freuen sich bereits, wenn in 1-2 Jahren JEDER Bomberjacken trägt, und sie dann verkünden können, dass sie damals die ersten waren. War mit dem Bart auch so. Sie waren die ersten. Jetzt ist er weg. Vorteil: (Noch) keine Verwechslungsgefahr an der Garderobe Nachteil: Gibt es noch nicht zu kaufen, Leute schauen blöd.