«Ja, ich will...» – mit PS und Stil

Habt ihr die grosse Liebe gefunden und geheiratet? Ja? Abgefahren! Die Frage ist jetzt: abgefahren mit was? Einem Oldtimer? Einem Ferrari? Ich behaupte: Die Wahl der «Hochzeitskutsche» sagt einiges über das Paar aus. Hier gibt's die Hochzeitsauto-Typologie.

Trend-Scout Ursula Schubiger im Hochzeitskleid vor einem Auto

Bildlegende: Schöner Heiraten mit Schube... SRF

Her mit euren «Hochzeitskutschen»

Ladet eure Fotos via SRF 3-App hoch oder schickt sie per Mail ins Studio. Auf das Thema «Hochzeitskutschen» fährt nämlich auch Moderator Andi Rohrer ab – am Samstag, 19.9. in «Mini Räder, mis Läbe». Hier gibt's schon ein paar wunderbare Beispiele der SRF 3-Hörerinnen und -Hörer zu bestaunen – kommentiert von mir:

Typ 1: Kutsche

Wer an der Hochzeit eine Märchenprinzessin sein will, mit allem Drum und Dran, braucht eine Kutsche. Ohne Wenn und Aber. Denn: Gibt es etwas Romantischeres als eine Kutschenfahrt mit seinem Frischangetrauten? Die Chance, dass das eine oder andere in der wetterlaunigen Schweiz ausgerechnet am Hochzeitstag zutrifft, ist ja praktisch gleich Null. Und den üblichen Samstagsverkehr zwischen Kirche und Restaurant ist noch gar nicht zur Sprache gekommen. Nix Romantik.

Trotzdem: Wer sich für eine Kutschenfahrt entscheidet, ist unsäglich romantisch, glaubt WIRKLICH an «bis dass der Tod euch scheidet» und ist wohl auch tatsächlich verliebt – entweder in den Ehemann oder dann halt in die Märchenhochzeit, die man (Frau!!!) sich schon seit klein gewünscht hat.

Typ 2: Ferrari

Wer an seiner Hochzeit auf eine Luxus-Rennbolide setzt, hat im Prinzip bereits aufgegeben, jemals so richtig fett reich zu werden. So reich, dass man sich aus einer Laune heraus einen 800-PS-starken Rennwagen kaufen kann. Etwa so, wie das die Kardashians tun.

Was also bleibt, wenn keine Hoffnung mehr auf den Superrich-Status besteht? Ja, dann ist die Hochzeit die einzige Möglichkeit, sich einmal hinters Steuer eines Ferraris, Lamborghinis, Bugattis oder mindestens eines Porsches zu setzen. Dass die Braut mit ihrem pompösen Kleid kaum in die tiefer gelegte Karre kommt, ist dabei nebensächlich. Und die mögliche Maximalgeschwindigkeit kann am Hochzeitstag auch nicht getestet werden, denn wer will schon am Hochzeitstag sterben?

Typ 3: Limo

Schon blöd, dass wir Schweizer zum obligatorischen Schulabschluss keine Prom veranstalten wie in den Staaten. Dann hätten wir die Limousinen-Fahrt nämlich bereits abgehakt. So aber bleibt der Wunsch, einmal wie ein fetter, dekadenter Promi in einer 10-Meterlangen Limousine aus dem Dachfenster rauszuhängen. Also wieso nicht an der eigenen Hochzeit?

Deshalb nicht: Bekanntlich kommt‘s nicht auf die Länge an, besonders, wenn Mann gut bestückt ist! Und wahrscheinlich eignet sich die überteuerte Frisur der Braut dann doch nicht, um aus dem Dachfenster der Limo rauszuhängen. Plus: ein Quickie zwischen Standesamt und Aperobar? Am stressigen Hochzeitstag dann wohl eher doch nicht. Spart euch die Limotour auf für einen Las Vegas-Trip in ein paar Jahren, wenn ihr eure Ehe wieder etwas aufpimpen wollt.

Typ 4: Skoda

Das Auto der Hochzeitspraktiker steht bereits vor der eigenen Haustür. Wieso also ein Gefährt für einen Tag anmieten, wenn es schon eines gibt? Die Vorteile der eigenen Hochzeitskarosse liegen auf der Hand: Gratis, praktisch, man weiss, wie den Gang einlegen, hat den passenden Versicherungsschutz, die Papiertaschentücher und die Kaugummis liegen im gewohnten Fach und den Regenschirm hat man zur Not auch zur Hand.

Und sowieso: Nicht die Fahrt zur Hochzeit soll Spass machen, sondern die Hochzeit selber! Nachteile: Sieht auf den Fotos nicht sooo toll aus, der langweilige Skoda. Die Fahrt zur Hochzeit ähnelt der Fahrt zum Supermarkt oder noch schlimmer: der Fahrt zur Arbeit. Und soll wirklich der Eindruck entstehen, dass man sich die 100 Fränkli für ein schönes Miet-Auto nicht leisten kann? Gibt es an der Skoda-Hochzeit gratis Alkohol?

Typ 5: Oldtimer

Früher war alles besser, oder? Die Hochzeitsfeiern mit der Familie, die Familienplanung, die Karriere (die Frau bleibt zuhause) und die Autos, ja, die waren auch besser. Schöner, grösser, ölig, dafür ohne den ganzen Elektronik-Bling-Bling.

Doch leider kann das Rad der Zeit nicht zurückgedreht werden: Cousins und Cousinen sieht man kaum noch, wieso sie also an die Hochzeit einladen, ist eh schon viel zu teuer. Aus dem Familienfest wird also nichts. Die Braut ist schon in Erwartung, deshalb wird überhaupt geheiratet. So viel zur Familienplanung. Und ja, wenn das Kind da ist, wird sich auch der Ehemann am Papitag um den Nachwuchs kümmern. Denn das macht man heute so. Und ist ja auch gut so.

Aber wenigsten ein Oldtimer muss her am Hochzeitstag. Ein richtig schönes, traditionelles Auto aus alter Mechanikerkunst. Denn obwohl der Oldtimer-Typ sich nach aussen so hip und aufgeschlossen gibt, ist er im Innern konservativ und möchte ein richtiger Mann sein.