200 Milliarden für die Mobilfunker

Wenn Maschinen mit Maschinen reden freut sich die Mobilbranche: Sie sehen im «Internet der Dinge» ein neues grosses Geschäftsfeld. Dies wird auch am diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona deutlich.

Eine Frau schaut auf ihr Mobiltelefon während sie am Samsung-Stand am Mobile World Congress in Barcelona vorbeiläuft.

Bildlegende: Auch in der vernetzten Stadt wird aufs Handy geschaut: Eine Frau vor dem Samsung-Stand am Mobile World Congress in Barcelona. Reuters

Könnten Handys in die Ferien fahren, sie würden derzeit wohl Barcelona als Ziel wählen: Dort findet diese Woche der Mobile World Congress statt, die wichtigste Branchenmesse für Smartphones, Tablets und andere mobile Kommunikationsgeräte.

Spektakuläre neue Technologien werden dort aber kaum präsentiert: Die Hersteller experimentieren zwar mit der Form ihrer Geräte – grössere Smartphones, kleinere Tablets oder (schreckliche Bezeichnung!) «Phablets», ein Zwischending aus Telefon und Tablet – doch Hardware allein ist als Unterscheidungskriterium kaum mehr relevant.

Maschinen reden mit Maschinen

Eine Messe wie der Mobile World Congress bleibt trotzdem bedeutend. Zum einen, weil der Markt mit den mobile Geräten weiter wächst und Smartphones und Tablets heute wichtiger sind als PCs. Zum anderen, weil in Barcelona Industrievertreter über Technologien verhandeln, die schon bald marktreif sein könnten.

Einer dieser Industrievertreter ist Hans Vestberg, Konzernchef des schwedischen Telekommunikationsunternehmens Ericsson. Er sprach am Mobile World Congress von einem neuen Milliardengeschäft für Mobilfunker, der «Machine to Machine»-Kommunikation (M2M). Vestberg denkt dabei an Maschinen wie Verkaufsautomaten, Autos oder Haushaltgeräte, die mit Chip und SIM-Karte ausgerüstet per Internet miteinander kommunizieren und Daten austauschen.

Ein Markt von jährlich 200 Milliarden

Der Schwede rechnet damit, dass es bis im Jahr 2020 rund 50 Milliarden solcher vernetzter Geräte geben wird. Dieses sogenannte Internet der Dinge soll für Unternehmen wie Ericsson ein jährliches Marktvolumen von mehr als 200 Milliarden Dollar schaffen.

Wie das aussehen kann wird in Barcelona deutlich: In der «Connected City» zeigen Firmen wie AT&T oder die Deutsche Telekom ihre Vision der vernetzten Stadt, in der Geräte, Gebäude, Autos miteinander reden und so helfen, Energie zu sparen und Staus zu vermeiden.

Das «Internet der Dinge»

Friedemann Mattern, Professor für Informatik an der ETH Zürich

Friedemann Mattern SRF/Lucius Müller

Was passiert, wenn wir nach den Computern und den Menschen auch unsere Umgebung mit dem Internet verbinden? ETH-Professor Friedemann Mattern über gesprächige Maschinen und Stromverschwendung.