Das TV-Programmheftli der Zukunft

Der klassische TV-Sender wird zusehends von anderen Modellen bedrängt. Auch wenn das Fernsehen in seiner uns vertrauten Form nicht verschwindet, so wird es sich unsere Aufmerksamkeit mit Internet-Videos teilen müssen. Ein Prozess der längst im Gang ist.

Das Testbild eines Fernsehkanals.

Bildlegende: Mattscheibe Wie stellen wir uns künftig unser TV-Programm zusammen? Flickr/jardenberg

Doch auf YouTube oder Vimeo gibt es niemanden, der für uns Inhalte aussucht, zusammenstellt und in eine Sendestruktur verpackt. Es gibt kein Programmheftli.
Das Bedürfnis nach einem Kurator, jemandem der die Inhalte für uns filtert, bleibt aber bestehen. Die Rolle muss neu vergeben werden.

Errechnete Empfehlungen

Schlaue Algorithmen sind ein Weg, wie passende Inhalte zu uns finden. So wie sich Google jede unserer Suchabfragen merkt, so erinnert sich auch YouTube an jeden Clip, den wir dort schauen. Die Zusammensetzung dieser Videos erlaubt es, ein grobes Profil von jedem Zuschauer zu schnitzen. Musikfreund, Sportler, Technik-Freak, Tierliebhaber, oder eben eine Mischung aus diesen Interessen.

Diese Profile nutzt YouTube, um uns neue Inhalte vorzuschlagen, die sich mit unseren Interessen decken sollen.

Wie weit YouTube (Google) hier schon ist, lässt sich nur erahnen. Natürlich werden die Schlagworte der einzelnen Clips ausgewertet, aber das ist längst nicht alles. Es ist kein Geheimnis, dass YouTube sämtliche Videos auch automatisch auf ihre Inhalte überprüft. Man muss davon ausgehen, dass alles, was darin gesprochen wird, mittels Spracherkennung auch als reiner Text gespeichert wird. Ein weiteres Instrument, um Inhalte genauer zu organisieren und unseren Vorlieben entsprechend zu empfehlen.

Echte Empfehlungen

Keine Empfehlung ist so gut, wie die eines Freundes oder einer Freundin, die unseren individuellen Geschmack und unsere persönlichen Interessen genauestens kennen. Soziale Empfehlungen sind darum mindestens so wichtig wie solche, die das Internet für uns errechnet.

Welche Rolle die sozialen Netzwerke beim künftigen Konsum von Bildinhalten spielen werden, kann man nur ahnen. Sicher ist, dass das gegenseitige Empfehlen und das gemeinsame Erleben via Internet ein wichtiges emotionales Bedürfnis abdecken.