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Digital am Sonntag Digital am Sonntag, Nr. 42: Liebe mich, weil Gründe

Am Wochenende hat man Zeit zum Lesen. Deshalb stellen wir hier jeden Freitag die Artikel zu Digital-Themen zusammen, die wir lesenswert finden.

Entspanntes Lesen in bequemen Sesseln.
Legende: Es muss nicht immer Zeitung sein. Gaetan Bally/Keystone

Weil Internet

Megan Garber bemerkt , Link öffnet in einem neuen Fensterim Magazin The Atlantic, dass das Wort «because» auf dem Internet von einer nebensatzeinleitenden Konjunktion , Link öffnet in einem neuen Fensterzu einer Präposition, Link öffnet in einem neuen Fenster geworden ist. Wenn ich eigentlich schreiben müsste: «Ich weise darauf hin, weil Sprache spannend ist!», darf ich jetzt auch schreiben: «Ich weise darauf hin, weil Sprache!»

Ich habe die Konstruktion schon oft auf Image-Makros, Link öffnet in einem neuen Fenster (einer Meme-Spielart) angetroffen, also kurzen, humorigen Texten auf einem Foto. Dort ist Kürze natürlich wichtig; und kreative Falschschreibungen werden oft benutzt, um den Humor zu unterstreichen. Beispielsweise so: «I LIKE THIS BECAUSE REASONS».

Megan Garber mag diese Wendung ganz offensichtlich sehr:

When I say, «The talks broke down because politics», I'm not just describing a circumstance. I'm also describing a category. I'm making grand and yet ironized claims, announcing a situation and commenting on that situation at the same time. I'm offering an explanation and rolling my eyes — and I'm able to do it with one little word. Because variety. Because Internet. Because language.

Love meeee! Pleeeeeease!!

Einmal mehr wird ein Unternehmen gehackt und es kommen Benutzerkonten und Passwörter abhanden. In diesem Fall betrifft es eine australische Partnervermittlung und es sind richtig viele: 42 Millionen Datenbank-Einträge. So berichtet, Link öffnet in einem neuen Fenster Sicherheitsspezialist Brian Krebs. Das Unternehmen macht nicht gerade den kompetentesten Eindruck, insbesondere, weil die Passwörter unverschlüsselt in der Datenbank hinterlegt wurden – ein Fehler, den Profis seit zwei Jahrzehnten nicht mehr machen sollten.

Weil aber diese Passwörter nun alle offen daliegen, kann man sie schön analysieren. Dabei stellt man wie üblich fest, dass «password» ein beliebtes Passwort ist und dass das meist gewählte Passwort wie immer «123456» ist (in fast zwei Millionen Einträgen). Soweit, so bekannt.

Weil das aber eine Partnervermittlung ist, gibt es schöne Abweichungen von der Regel. Das meistgewählte Passwort ohne Zahlen drin ist: «iloveyou». Naheliegend, aber natürlich nicht clever.

Aber halt! Noch nicht den Glauben an die Menschheit verlieren! Denn auch «loveme» wurde oft als Passwort gewählt. Aber nicht 91'269 mal wie «iloveyou», sondern nur 32'645 mal. Auf drei Personen, die sich auf ein Gegenüber freuen, kommt also nur eine, die bei der Partnersuche in erster Linie nur an sich denkt. Das ist doch schon mal was.

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