Ein Screen ist nicht genug

Nicht jeder der doppelt sieht, hat zu tief ins Glas geschaut: Der Second Screen – der zweite Bildschirm neben dem eigentlichen Anzeigegerät – wird für immer mehr Fernseh-Anbieter zum wichtigen Medium. Zum Einsatz kommen Geräte, die wohl alle schon im Haushalt haben: Laptops, Smartphones und Tablets.

Auf einem Tablet werden Hintergrundinformationen zum laufenden TV-Programm angezeigt.

Bildlegende: Tablet, Smartphone oder Laptop Dank Second Screen ist man gleich doppelt im Bild. SRF

Du liegst auf dem Sofa, den Laptop auf dem Schoss, und schaust deine liebste TV-Serie. Plötzlich taucht ein neuer Schauspieler auf – und sofort suchst du dir im Internet alle Informationen zuem neuen Gesicht zusammen. Kein undenkbares Szenario, oder? Und genau so gut mit iPhone und iPad möglich: Glaubt man der Statistik des US-Ratingunternehmens Nielsen, kommen Smartphones und Tablets nämlich am liebsten während des TV-Schauens zum Einsatz.

Es gibt also genug Geräte in unserem Haushalt, die als Second Screen taugen. Das haben auch die Fernseh-Anbieter erkannt und setzen auf iPad und Co., um ihre Sendungen mit Zusatzangeboten aufzupeppen. Dabei geht es vor allem darum, den Leuten zusätzliche Inhalte zu geben oder sie untereinander oder sogar mit den Sendungsmachern kommunizieren zu lassen.

Und für die Hersteller der Fernsehgeräte sind dich Second Screens als Steuerungs- und Eingabegeräte für Smart-TVs interessant.

Zusatzinformationen und Social TV

Was sich mit der Idee des Zweit-Bildschirms anstellen lässt, hat zum Beispiel MTV während der letzten European Music Awards gezeigt. Über den Second Screen wurden Bilder vom roten Teppich oder aus dem Backstage-Bereich gezeigt, die der gewöhnlichen TV-Zuschauer nicht zu sehen bekam. Und per Second Screen konnten sich die Zuschauer während der Zeremonie auch untereinander austauschen oder den Stars zu ihren Preisen gratulieren.

In Sachen zusätzliche Inhalte und Interaktion (Stichwort: Social TV) ist noch viel mehr möglich. So kann der Second Screen etwa während Sportübertragungen Zusatzinformationen wie Statistiken zum Spielstand oder zu einzelnen Sportlern bereit halten. Oder anspruchsvolle Passagen einer Wirtschaftssendung können durch interaktive Grafiken und Erklärstücke auf dem Second Screen ergänzt werden. Und alle diese Inhalte lassen sich mit Freunden teilen oder diskutieren.

Gut dabei: Weil sämtliche Interaktion bloss auf dem Second Screen stattfindet, bleibt das eigentliche Seherlebnis auf dem Fernseher ungestört.

Internet helps the TV-Star

Statt dass das Internet zum Totengräber des Fernsehens wird – ein Szenario, das vor nicht all zu langer Zeit noch als realistisch galt – sollen die Netz-Inhalte nun helfen, Fernsehen zu einem umfassenderen Erlebnis zu machen. Das untenstehende Video zum Second-Screen-Konzept der Agentur für interaktives Marketing Syzygy zeigt, wohin die Reise gehen kann.