Facebook macht sich im Büro breit

Facebook im Büro hiess bisher: heimlich Katzenbilder posten und hoffen, dass der strenge Chef es nicht merkt. Bald könnte der Chef aber Freude haben, das blaue Logo auf den Bildschirmen der Angestellten zu sehen: «Facebook at Work» soll die Kommunikation in Unternehmen erleichtern.

Auf einem Bürocomputer sind Facebook-Logos zu sehen, dahinter unterhalten sich zwei Angestellte.

Bildlegende: «Facebook at Work» in Zukunft auch in der Schweiz? Das Unternehmen verspricht, keine Nutzerdaten zu sammeln. Reuters

«Facebook at Work» gibt es als App für mobile Geräte mit Android-Betriebssystem oder Apples iOS. Oder als eigene Web-Plattform, die sich mit dem privaten Facebook-Profil verknüpfen lässt, so dass der Benutzer die privaten und die beruflichen Informationen an einem Ort sehen kann.

Anders als beim privaten Dienst wird bei «Facebook at Work» allerdings (noch) keine Werbung angezeigt. Und es sollen auch keine Nutzerdaten erfasst werden. Wie sich der Dienst finanzieren soll, ist noch nicht klar. Es ist davon auszugehen, dass Unternehmen für die Nutzung bezahlen müssen – zumindest, wenn sie den Service werbefrei behalten wollen.

Derzeit kann «Facebook at Work» erst von ausgesuchten Unternehmen benutzt werden und die dazugehörige App lässt sich in der Schweiz noch nicht herunterladen. Im Lauf des Jahres soll der Dienst dann allen interessierten Firmen zur Verfügung stehen.

Viele Nutzer, schlechter Ruf

«Facebook at Work» soll die interne Kommunikation in Unternehmen erleichtern. Statt dass bei Projektarbeiten unzählige Emails zwischen Dutzenden von Personen hin und her gehen, soll die Zusammenarbeit zentral auf der Plattform erfolgen. Dort können etwa Sitzungen geplant, Gruppendiskussionen geführt oder Dokumente ausgetauscht werden.

Facebook ist nicht die erste Plattform, die sich an so einem Dienst versuchen. Mit Slack, Convo, Socialcast oder Yammer, hinter dem Microsoft steht, gibt es schon einige Konkurrenz. Facebook hat aber den Vorteil einer riesigen Nutzerbasis, die den Service bereits aus dem Privatleben kennt. Dass kein Umlernen nötig ist und nicht noch ein zusätzliches soziales Netzwerk gepflegt werden muss, könnte «Facebook at Work» zum Durchbruch verhelfen.

Ein Problem bleibt aber der schlechte Ruf, den Facebook im Umgang mit den Daten seiner Benutzer vorauseilt. Zwar versichert das Unternehmen, dass diese Daten bei «Facebook at Work» nicht ausgewertet werden. Doch nicht wenige IT-Verantwortliche dürften jetzt schon beim Gedanken erschauern, dass die interne Kommunikation ihres Unternehmens in Zukunft über eine Facebook-Plattform läuft.