Facebook: Mehr Gefühle als «Gefällt mir»

Facebook erweitert den «Like»-Knopf. Zusätzlich zum «Gefällt mir» stehen bald weitere Emotionen als Reaktion auf einen Beitrag zur Verfügung: «Love», «Haha», «Yay», «Wow», «Sad» und «Angry». Der Test beginnt in Spanien und Irland – wann die Funktion auf andere Länder ausgedehnt wird, ist noch offen.

Neue Facebook-Emojis: «Love», «Haha», «Yay», «Wow», «Sad» und «Angry».

Bildlegende: Mehr Gefühle statt «Dislike»: «Love», «Haha», «Yay», «Wow», «Sad» und «Angry». Facebook, Montage SRF

Mitte September hat es Mark Zuckerberg in einer Fragerunde bereits angekündigt: Facebook arbeite daran, den «Like»-Knopf zu erweitern. Denn nicht auf jedes Foto oder jede Statusmeldung passe die simple Emotion «Gefällt mir» – Trauer, Lachen, Wut seien mit einem «Daumen hoch» nicht auszudrücken.

Nun hat Adam Mosseri, Produktechef von Facebook, gegenüber dem Techblog Techcrunch etwas genauer ausgeführt, wie Facebook den «Like»-Knopf erweitern möchte. Techcrunch schreibt, dass Facebook zunächst testen will, in Spanien und Irland. Erst wenn diese Tests gut laufen, werden auch Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer hierzulande eine breitere Palette von Reaktionen erhalten.

Man mag vielleicht die Einfachheit des «Like» vermissen – doch eine Ausdifferenzierung der Interaktionsmöglichkeiten ist bei 1.5 Milliarden Nutzern unausweichlich. Insbesondere, da diese Nutzer mehrheitlich auf mobilen Geräten mit kleinen Bildschirmen auf Facebook zugreifen und nicht immer ausführlich tippen wollen.

Kein «Dislike» – wie von Zuckerberg schon immer betont

Nach wie vor kein Thema ist der «Dislike»-Knopf. Das überrascht Kenner der Materie keineswegs: Mark Zuckerberg hat diese von Nutzern oft geforderte Idee schon immer und auch in der oben erwähnten Fragerunde explizit ausgeschlossen (im Video bei 2:17). Man wolle Facebook nicht zu einer Gemeinschaft machen, in der man über Inhalte abstimme.

«  We didn’t want to just build a Dislike button because we don’t want to turn Facebook into a forum where people are voting up or down on people’s posts. That doesn’t seem like the kind of community we want to create. »

Mark Zuckerberg
Facebook

Das hinderte allerdings die überwiegende Mehrheit der Medien nicht daran, in ihren Schlagzeilen am 15. September zu behaupten, der «Dislike»-Knopf komme jetzt endlich:

Bald kommt der «Gefällt mir nicht»-Button (Tages-Anzeiger)

Gefällt’s dir oder gefällt’s dir nicht? – Facebook tüftelt am «Dislike»-Button (Watson)

Facebook denkt über einen Dislike-Button nach (20 Minuten)

Facebook arbeitet am «Dislike»-Button (Blick)

'Dislike' button coming to Facebook (BBC)

Einige schoben zwar später noch Einschätzungen von Experten nach, die unisono gegen die bereits gemachte Meinung anreden durften:

«Der neue Facebook-Button wird die Leute verwirren» (Tagesanzeiger)

Sorry, Haters! Es gibt auch künftig keinen Dislike-Button​ – dafür etwas anderes (Watson)

Doch die Klicks, die man mit «Facebook» und «Dislike» in der Schlagzeile einfahren kann, waren wohl wichtiger als korrektes Zitieren.

Und wir haben uns gefragt: Wie würden die Reaktionen auf ein Bild klingen, das 17 Gefällt mir's, einen Love, 22 Hahas, 4 Yays, 7 Wows, einen Heuler und 24 Wutsmiles hätte?