Für Freiluft-Film-Festival-Freunde: Das Kino im Rucksack

Eine Festplatte voller toller Filme – und trotzdem raus in die Natur? Das geht! Wir packen ein komplettes Open-Air-Kino ein, leicht tragbar und mit Strom ab Akkus.

Unser Freiluft-Kino besteht aus diesen Geräten:

  • Smartphone zum Abspielen der Filme
  • WLAN-Festplatte als Videothek
  • Pico-Projektor für das Bild
  • Bluetooth-Lautsprecher für den guten Ton
  • Holzofen oder Solar-Panel als Stromquelle

Videothek fürs Smartphone

Wir spielen die Filme ab mit einer App, die sie von der Festplatte liest. Zu dieser Festplatte verbinden wir per WLAN; sie erstellt selbst ein eigenes Netzwerk, auf das wir uns mit dem Smartphone einwählen. Die Festplatte hat einen Akku eingebaut und versorgt sich deshalb selbst mit Strom. Zudem entfällt so eine Kabelverbindung; ein Vorteil, da wir an einem Smartphone nur beschränkt Geräte anschliessen können.

Wir haben die Wireless Plus von Seagate verwendet; ein ähnliches Produkt ist auch von Corsair erhältlich, unter der Bezeichnung Voyager Air.

Natürlich könnte man auch das Smartphone selbst mit Filmen füllen; doch auf einer externen Festplatte mit einem Terabyte Kapazität lässt sich gleich die ganz Videothek mitführen – nicht nur einen Film für einen Abend, sondern Filme für die ganzen Ferien.

Projektion mit dem Kleinen

Wir projizieren die Videos mit einem sogenannten Pico-Projektor: einem äusserst kompakten LED-Beamer – nicht viel grösser als eine Schachtel Zigarillos. Auch dieser Projektor versorgt sich selbst mit Strom: Die vier Modelle, die wir ausprobiert haben (siehe Bildergalerie), haben alle einen eigenen Akku eingebaut. Sie unterscheiden sich vor allem in Lichtstärke, Grösse und Preis.

Zudem gibt es Unterschiede in der Ausstattung: Das Gerät von Odys, das hellste im Feld, hat beispielsweise gleich ein praktisches kleines Stativ dabei. Die Geräte von Optoma haben beide Micro-SD-Karten-Slots – damit könnte man sogar Smartphone und Festplatte einsparen und die Filme direkt von dieser SD-Karte abspielen.

Je nach Smartphone und Projektor benötigt man zusätzliche Adapter, um die beiden Geräte zu verbinden. Auf der Seite des Smartphones kann das USB, HDMI, 30pin oder Lightning sein. Die Projektoren haben HDMI- oder USB-Eingänge oder verwenden, wie der PK120, gar einen Stecker-Typ, der einen speziellen Adapter benötigt. Den kleinsten im Feld, das Gerät von Aiptek, steckt man direkt am Smartphone an; das schränkt die Benutzung allerdings auf ein iPhone 4S oder älter ein.

Der Ton macht die Musik

Lucius Müller liegt im Studio am Boden und schaut einen Film.

Bildlegende: Lucius Müller testet das Freiluft-Kino erst mal im SRF-3-Studio. Guido Berger/SRF

Viele Pico-Projektoren vefügen zwar über einen eingebauten Lautsprecher, doch die sind nicht besonders laut. Und die Tonqualität variiert je nach Modell stark. Das Gerät von Odys klingt am besten. Doch wir haben ohnehin einen externen Bluetooth-Lautsprecher eingesetzt (wir hatten gerade eine von Logitech herumliegen). Und zwar gekoppelt mit dem Smartphone, das dann das Bild an den Projektor und den Ton an den Lautsprecher verteilt. Auch dieser wird aus einem eigenen Akku gespiesen und muss nicht verkabelt werden. Und wir können es bei uns in die Nähe hinstellen, was auf jeden Fall zu besserem Ton führt.

Ausser dem Klein-Projektor von Aiptek haben die anderen drei Projektoren auch einen Audioausgang. Wenn man also Probleme mit der drahtlosen Bluetooth-Verbindung hat oder auf die Variante ohne Smartphone (Filme direkt ab SD im Projektor) setzt, kann man auch mit einem herkömmlichen Audiokabel (Stereo-Mini-Klinke) einen Lautsprecher anschliessen.

Strom aus der Blechdose oder von der Sonne

Die Akkus der Projektoren halten alle ungefähr eineinhalb Stunden, reichen also gerade so für einen Film. Damit wir am nächsten Abend den nächsten Film schauen können, müssen wir die Akkus also wieder aufladen können.

Wir haben zwei Varianten zu bieten: Entweder einen kleinen Ofen, der aussieht wie eine zu gross geratene Konservenbüchse auf Beinen. In dieser Büchse verbrennen wir Holz; die Hitze wird in elektrischen Strom gewandelt und über einen USB-Anschluss ausgegeben.

Oder aber ein Solar-Panel, das einen Akku auflädt. Man bringt es beispielsweise am Tag unterwegs an der Aussenseite des Rucksacks an, lädt den Akku auf – und benutzt dann wiederum den, um all die anderen Akkus zu laden.

Voilà!

So geht das! Aus fünf kleinen Geräten entsteht ein Freiluft-Kino, das problemlos in einer Tasche mitgeführt werden kann – inklusive Videothek mit Hunderten von Filmen und ohne eine Steckdose zu brauchen. Und jetzt: Raus mit euch, Filmfreunde!