Zum Inhalt springen

Digital Game-Design im Kinderzimmer

Früher standen winzige Krämerläden und Küchenutensilien in Kinderzimmern – um die Kleinen schon Mal auf den späteren Beruf als Verkäuferin oder Koch vorzubereiten. Wie altmodisch! Denn es geht auch anders: Mit Apps und Tablet und einer Karriere als Game-Designer.

Eine animierte Comic-Hand zeichnet einen Game-Level auf kariertes Papier.
Legende: Pixel Press Floor lässt und Game-Levels einfach von Hand zeichnen. Pixel Press/SRF
Pixel Press Floors, Link öffnet in einem neuen Fenster

heisst die App, mit der sich Spiel-Abschnitte spielerisch selbst erstellen lassen. Dazu zeichnen wir einfach mit Bleistift die Umrisse eines Levels auf kariertes Papier und ergänzen die Skizze mit speziellen Elementen wie Leitern, Portalen oder tödlichen Fallen. Auch diese Elemente zeichnen wir von Hand – eine Leiter etwa als übereinanderstehende, durchgekreuzte Blöcke.

Ein kariertes Papier mit verschiedenen Symbolen der App Pixel Press Floor
Legende: Hindernisse bei Pixel Press Floor: Spezielle Game-Elemente werden auf Papier gezeichnet, fotografiert und von der App automatisch ins Game gerechnet. Pixel Press , Link öffnet in einem neuen Fenster

Die Skizze danach ins Tablet zu bringen ist genau so unkompliziert: Wir müssen bloss unser Level-Blatt fotografieren, damit der Computer daraus einen fertigen Level rechnen kann. Allfällige Fehler können wir anschliessend in der App selbst korrigieren.

Wer nicht gerne auf Papier zeichnet, kann seine Levels auch gleich im Tablet designen. Mit dem Finger malt man dort die Symbole, die für die einzelnen Spielelemente stehen, direkt auf dem Bildschirm. Wer die dafür nötige Geduld nicht aufbringt, kann sich an vorgefertigten Level-Terrains bedienen und diese nach eigenem Gusto mit Leitern, Fallen und anderen Überraschungen ergänzen.

Eigene Levels designen und spielen. Einfach aber aufwändig!

Rudimentäres Gameplay

Pixel Press Floors ist nicht die einzige App, mit der wir im Handumdrehen zum Game-Designer werden. Draw&Play, Link öffnet in einem neuen Fenster des Schweizers Martin Hodler beruht auf einem ähnlichen Prinzip und lässt sich noch einfacher handhaben: Wir fotografieren eine auf weisses Papier gezeichnete Spiellandschaft, in der schwarze oder blaue Linien Wände und Böden markieren. Rote Stellen stehen für tödliche Fallen; eine grüne Markierung stellt das Ziel dar.

Screenshot eines mit Draw&Play gebauten Levels.
Legende: Die Kugel muss ins Ziel: Draw&Play lässt in Minuten rudimentäre Mini-Games entstehen. Draw&Play

Anschliessen ist es am Spieler, seinen Spielball durch diese Landschaft unversehrt ins Ziel zu bringen. Dabei wird schnell klar, dass es Draw&Play nicht mit einem «echten» Mobile-Game aufnehmen kann, allein schon wegen der ungenauen Steuerung. Dasselbe gilt für Pixel Press Floor, das mit zusätzlichen Design-Elementen wie Leitern und Fallen und mit schön gestalteten Level-Hintergründen immerhin etwas Abwechslung ins Spiel bringt.

Games lesen lernen

Beide Apps zeigen aber, das Game-Design keine Hexerei ist, wenn man die richtigen Werkzeuge dafür hat. So können auch Kinder innert Minuten erste Levels designen und selbst spielen. Und dabei herausfinden, welche Schwachstellen ihre Designs haben, welche Stellen schwerer oder leichter gemacht werden müssen.

Das ist nicht nur für die interessant, die später dank ihren Kenntnissen im Level-Design den Einstieg ins Game-Design finden wollen. Wer mit Apps wie Pixel Press Floor oder Draw&Play selbst einmal ein Game gestaltet hat, wird danach mit anderen Augen auf Spiele schauen, die er in seiner Freizeit spielt, weil er oder sie gelernt hat, wie ein Spiel zu lesen ist.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.