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Games Ab in den Ring mit «Guacamelee» – ¡Ay, caramba!

«Guacamole» ist ein mexikanischer Avocado-Dip. «Melee» ist das englische Wort für «Handgemenge». «Guacamelee» ist ein Game, in dem sich ein maskierter mexikanischer Ringkämpfer mit Heerschaaren von Untoten, Skeletten und anderen Bösewichtern anlegt. Also genau, was der Titel verspricht.

Frog Slam und Pollo Power

«Guacamelee» ist ein zweidimensionales Jump'n'Run-Game in bester «Castlevania»- und «Metroid»-Manier. Du lässt Juan von links nach rechts durchs Bild rennen, über Abgründe oder Wände hochspringen. Schwer zugängliche Stellen erreichst du, indem du den mächtigen Luchador kurz in ein Huhn verwandelst. Ja, in ein Huhn. Wenn es irgendwo gar nicht mehr weitergeht, muss Juan erst eine neue Fähigkeit erlernen – etwa die, Steine mit einem Kopfstoss zu zertrümmern.

Den Kopfstoss kannst du auch im Kampf gut gebrauchen. Schliesslich ist «Guacemelee» auch ein Prügelspiel, bei dem alles kurz und klein geschlagen weden muss, was sich in den Weg stellt. Juan pickt auf seiner Reise durch die Unterwelt laufend neue, schön betitelte Kampftechniken auf. Den Rooster Uppercut zum Beispiel, oder den Frog Slam, den Goat Climb und die Pollo Power. Die richtigen Knöpfe gedrückt, lassen sich diese Spezialfähigkeiten auch aneinanderreihen und damit Gegner gleich reihenweise ausschalten.

Wenn der Pedobear vom Poster lacht

Das ist in späteren Spielphasen auch dringend nötig, denn das von Anfang an nicht leichte Spiel schleudert dir bald dutzendweise Bösewichte vor die Nase. Wichtig wird auch Juans Fähigkeit, zwischen den Welten zu wechseln. Wo bei den Lebenden eine Mauer steht, mag bei den Toten der Weg frei sein. Und Gegner, die in der Welt der Toten unbesiegbar sind, lassen sich in der Welt der Lebenden leicht verprügeln.

Dieses rasche Hin-und-Her-Springen ist nicht immer harmonisch in den Spielfluss eingebettet und kann auf die Nerven gehen. Auch die Freude über neue Kampftechniken nimmt im Lauf des Spiels ab. Und, unglaublich, aber wahr: Selbst die Verwandlung in ein Huhn verliert einmal ihren Reiz.

Aber wo der Spass am Herumspringen versiegt, halten «Guacamelees» Humor und absurden Designeinfälle die Spielfreude aufrecht. Nicht nur die Grafik, die aussieht wie mexikanische Folklore durch die Comic-Brille betrachtet. Auch die unzähligen Referenzen an Games (Minecraft, VVVVVV, Donkey Kong, Super Mario Bros.!) und Internet-Memes (Pedobear, Trololo, Ikea Monkey, Grumpy Cat!) sind charmant, ohne sich dem Spiel in den Weg zu stellen.

Fragwürdige Frauenrollen

Bleibt die Frage: Geht «Guacamelee» mit seinen Mexico-Klischees zu weit?, Link öffnet in einem neuen Fenster Ich weiss es nicht und ich will mir nicht anmassen, das im Namen der Mexikaner zu entscheiden. Statt dessen eine weitere kritische Frage: Wie sieht es eigentlich mit den Frauenrollen in diesem Spiel aus? Juans Herzdame etwa ist so selbstständig, dass sie nicht einmal einen eigenen Namen hat. Man kennt sie bloss als «El Presidente's Daughter». Oder Carlos Calacas Liebhaberin und Juans erste Boss-Gegnerin X'tabay (frei übersetzt: «Die weibliche Verführerin»): Sie bleibt als frustrierten Zicke in Erinnerung.

Immerhin gibt es da noch Tostada, die Juan erst zum Super-Luchador macht. Sie war selbst eine Ringkämpferin, doch über ihre Geschichte ist nichts bekannt. Trotzdem ist Tostada die aktivste weibliche Figur des Games: Im Zweispielermodus wird sie zu Juans Sidekick. Immerhin.

«Guacamelee» gibt es für PC, Playstation 3 und Playstation Vita. Das Game ist ab 12 Jahren freigegeben.

«Guacamelee»-Trailer

Screenshot des «Guacamelee»Launch-Trailers bei YouTube
Legende: Youtube

Der offizielle «Guacamelee»Launch-Trailer bei YouTube.

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