«Ni no Kuni»: Exklusiv-Interview mit Tröpfchen

In einer Parallelwelt versucht Oliver, seine Mutter zu retten: Das ist «Ni no Kuni: Der Fluch der weissen Königin», ein japanisches Rollenspiel der alten Schule, gezeichnet vom legendären Studio Ghibli. Wir konnten exklusiv mit dem heimlichen Star des Spiels sprechen, dem kecken Elfen Tröpfchen.

Tröpfchen hüpft vor der Landschaft um Katzbuckel herum.

Bildlegende: Der kecke Elf Tröpfchen ist der eigentliche Star von «Ni no Kuni». Level 5, Montage

Hallo Tröpfchen! Dürfen wir dich duzen?

Klar, Kumpel! «Du» is schick!

Tröpfchen, du trafst deinen Co-Star Oliver erstmals, als er den Tod seiner Mutter beweinte und seine Tränen dich aus der Puppe befreiten, in der du gefangen warst. Wie geht es ihm jetzt?

Weisste, Oliver war eine dolle Heulsuse damals. Doch jetzt isser mein bester Kumpel! Ganz dicke sind wir, und er kann auch wieder lachen, der olle Olli. Hihi!

Die Kritiker sind ja alle ganz begeistert von «Ni no Kuni» - wie war es, mit dem legendären Studio Ghibli zusammenzuarbeiten?

Hey, das sind ganz dolle Kumpels! Toll knubbelig zeichnen können die! Sowas haste noch nie gesehen! Haben ja damals «Prinzessin Mononoke» oder «Spirited Away» gekritzelt, ganz schicke Filmchen!

« Toll knubbelig zeichnen können die! Sowas haste noch nie gesehen! »

Und «Die letzten Glühwürmchen» war soo traurig, ganz doll geflennt hab ich da. So wie der Olli, als er seine Mami verloren hat. Zum Glück war ich da und konnte der Heulsuse einen Tritt in den Popo geben, bis der Held aus ihm rauskam! Dann hat er seine Sache ganz gut gemacht und uns gegen den bösen Dschinn Shadar geholfen. Ein grauslicher Typ war das! Wuääh!

(Tröpfchen schüttelt angewidert die kleine Laterne an seinem Nasenring)

Erklär doch unseren Lesern mal, wo ihr da gekämpft habt.

Hey, du bist aber schwer von Begriff! Gar kein Held, was? Zu lange rumgepennt? Also gut: Der Olli hat ein reines Herz, und drum hab ich ihn geholt, damit er uns hilft, unsere Welt zu retten! Is ja klar! Aber jetzt wird's kompliziert, aufpassen: Unsere Welt ist eine Parallelwelt! Und alle, die da wohnen, haben einen Seelenpartner in deiner Welt. Und wenn einem in einer Welt etwas zustösst, merkt das der Seelenpartner in der anderen auch! Ja, ist etwas viel für dich, aber so isses. Ich hab jedenfalls dem Olli einen Zauberstab besorgt, damit er zu uns reisen kann. Und dazu den bösen Viechern doll einen Feuerball aufn Pelz brennen.

Wie kämpft ihr denn genau?

Weisste, das ist ganz einfach, so wie wir das schon immer gemacht haben. Vielleicht kennste «Dragon Quest» oder «Final Fantasy» oder «Zelda»? Die machen das auch so wie wir.

« So wie wir das schon immer gemacht haben. »

Ich sach dem Olli immer: Angriff auswählen, oder Zauber. Dann ein Viech auswählen. Dann feste druff! Immer schön aufpassen, dass die Lebens- und Magiepunkte nicht ausgehn. Und wenn wir gewinnen, gibt's Gulden und Erfahrungspunkte, juhu! Je mehr Erfahrung, desto besser, Kumpel!

(Tröpfchen dreht sich um die eigene Achse und streckt den Arm zur Siegerpose in die Höhe)

Du kämpfst auch? Oder muss Oliver alles alleine machen?

Hey, nicht frech werden, Bürschchen! Weisste, ich bin kein Kämpfer, ich bin mehr der mit Köpfchen. Grips, verstehste! Aber keine Angst, Kumpel: Olli musste nicht alleine los. Er fand schon bald Freunde, und noch besser: Vertraute! Zum Beispiel den Wichtel Wichti oder Lemurkser. Die können doll kämpfen! Olli gibt ihnen Leckerli, damit sie stark und zufrieden sind, und sie hauen dafür doll den Viechern die Köppe ein. Schick!

Und was macht ihr zwischen den Kämpfen?

Ach, da wandern wir so rum, im Goldhain, der Wüste oder in Katzbuckel. Und helfen den Leuten! Viele sind traurig, weil ihnen der doofe Dschinn das Herz gebrochen hat und den Enthusiasmus geraubt. Aber Olli hat eine dufte Phiole dabei, und er kann jemanden fragen, der zuviel Enthusiasmus hat, ob er uns was davon ausborgt. Das füllt der Olli dann, schwupps, in die Phiole rein, und bringt es dem Faulpelz, und gleich ist der wieder munter! So haben wir auch dem König von Katzbuckel geholfen. Ihre Miauestät lag nur noch schlapp rum, da haben wir den ollen Kater wieder aufgepäppelt. Hat er dem Oliver gleich einen Zauberstab geschenkt! Schick!

Mir ist besonders die Musik von «Ni no Kuni» aufgefallen. Wie gefällt sie dir?

Hey, Kumpel, schau mich an - ich bin eine grosse Hühnerhaut! So doll schön ist die Musik! Mein Kumpel Joe Hisaishi hat sie komponiert, den kennste vielleicht, er hat auch in «Prinzessin Mononoke» und «Spirited Away» und mehreren Filmchen von Takeshi Kitano wie «Sonatine» oder «Hana-bi» musiziert.

« Hey, Kumpel, schau mich an - ich bin eine grosse Hühnerhaut! »

Und er hat nicht irgendwelche schlappen Geiger besorgt, sondern das Tokyo Philharmonic Orchestra. Weisste, wenn ich die Musik höre, werd ich ganz kribbelig und lustig und mutig und will gleich drauflos abenteurern!

(Tröpfchen hüpft erregt auf und ab)

Ging es dir dann aber nicht manchmal zu langsam vorwärts? Mir schien das Spieltempo von «Ni no Kuni» sehr gemächlich, wie in alten, etwas angestaubten Rollenspielen. Man läuft viel hin und her, kämpft sich langsam vor, liest lange Dialoge, schaut lange Filmsequenzen - diese Geschichte braucht viel Zeit.

Hoho, jetzt kuck dir mal den Stresskopp an! Willste einfach durchheizen? Immer gleich sofort ein Leckerli kriegen? Das kannste dir abschminken, du Knorpelpolka! Ein bisschen rackern musste schon, Kumpel! Schliesslich retten Oliver und ich die ganze Welt! Das dauert halt ein bisschen!

Tröpfchen, vielen Dank für dieses Gespräch.

«Ni no Kuni: Der Fluch der weissen Königin» ist für die Playstation 3, es ist ab 12. Das Haikiew ist hier.