Generation WhatsApp

80 Prozent der Schweizer Jugendlichen besitzen mittlerweile ein Smartphone. Wenn sie miteinander kommunizieren, gibt es einen Spitzenreiter: WhatsApp. Facebook hingegen ist für den Austausch unter Freunden weniger interessant, wie «Einstein» berichtet.

Die Hände dreier Mädchen, die je ein Smartphone halten.

Bildlegende: Chunnsch verbii? Das Smartphone wird gebraucht, um sich zu verabreden oder über Neuigkeiten auszutauschen. Keystone

Jugendliche pflegen ihre Freundschaften am liebsten über WhatsApp. Der Instantmessaging-Dienst wird vor allem genutzt, um Neuigkeiten und Aktuelles zu verschicken. WhatsApp hat der klassischen SMS den Rang deutlich abgelaufen. Als Vorteil von WhatsApp wird von Jugendlichen besonders häufig genannt, dass die App gratis ist und dass fast alle sie verwenden.

Zudem schätzen sie die Möglichkeit, neben Text auch Fotos und Videos kostenlos zu verschicken. Dies geht aus einer Masterarbeit hervor, die am Departement Angewandte Psychologie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften verfasst wurde. Für die Arbeit wurde der Stellenwert von digitalen Medien in Jugendfreundschaften untersucht.

Ein weiteres Fazit: Jugendliche schreiben lieber Kurznachrichten als dass sie telefonieren. E-Mail wird unter Freunden kaum verwendet. Auch Soziale Netzwerke wie Facebook werden von den Jugendlichen für den Austausch zurückhaltend eingesetzt. Viele verfügen über einen Account, nutzen aber für die direkte Kommunikation lieber WhatsApp.

Probleme unter vier Augen besprechen

Probleme in der Schule oder mit den Eltern werden zwar über das Handy angesprochen, für eine Auseinandersetzung mit dem Thema ziehen die Jugendlichen aber ein Treffen vor. Auch intime Aspekte besprechen sie lieber unter vier Augen. Dabei ist ihnen besonders wichtig, dass sie die volle Aufmerksamkeit des Freundes oder der Freundin haben. Viele wollen die Reaktion des Gegenübers erleben, was bei einer Kurznachricht schlecht möglich ist.

Bild eines Smartphone-Bildschirms, auf dem die Icons «Telefon», «WhatsApp» und «Kontakte» zu sehen sind.

Bildlegende: Darf auf keinem Smartphone fehlen: WhatsApp ist die Wahl Nummer eins bei Jugendlichen, wenn es um die Kommunikation mit ihren Freunden geht. Keystone

Den weiblichen Jugendlichen ist es dabei wichtig, dass sie mit ihrer Freundin über Probleme sprechen und sich gegenseitig unterstützen können. Die männlichen Jugendlichen tauschen sich dagegen eher über Erlebnisse und Aktivitäten aus.

Eltern haben keinen Zugriff

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das Smartphone für Jugendliche das bevorzugte Medium ist, um mit Freunden zu kommunizieren. WhatsApp ist ständig verfügbar, die Jugendlichen können kostengünstig und ortsunabhängig miteinander in Kontakt treten. Auf das Smartphone haben die Eltern keinen Zugriff, Jugendliche können autonom über die Benutzung des Gerätes verfügen, was die Attraktivität zusätzlich steigert. Allerdings ist den Jugendlichen der direkte Kontakt nach wie vor sehr wichtig. Keine Kommunikationsform ist annähernd so Reichhaltig wie ein Treffen unter Freunden.

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SMS-Slang – Sprachverfall oder kreativ?

6:37 min, aus Einstein vom 19.9.2013

Yolo, lol und ka

Jugendliche kommunizieren auf ihren Handys viel über Abkürzungen. So werden die Nachrichten immer knapper und für Erwachsene immer verschlüsselter. Einige Beispiele: Yolo (You only live once), lol (lough out loud), ka (keine ahnung), bb (bis bald), bm (bis morn), wm (was machsch?). Mehr gibt's hier.

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