Google: Millionen mit mobiler Werbung

Wer im Internet sucht, der «googelt». Bloss tun das immer weniger Menschen vom PC aus, sondern von mobilen Geräten wie dem Smartphone. Das bereitet vielen Kopfzerbrechen, die ihr Geld mit Internetwerbung verdienen. Doch Google scheint die Herausforderung gut zu meistern.

Ein Motorola-Handy mit der Suchseite von Google auf dem Bildschirm.

Bildlegende: Google macht mobil: Schon 40 Prozent der Nutzer schauen sich YouTube-Videos auf mobilen Geräten an – Tendenz steigend. Reuters

Google hat gestern seine Unternehmenszahlen für das dritte Quartal 2013 bekannt gegeben. Und die Zahlen sehen gut aus: Umsatz und Gewinn sind gestiegen, von Juli bis September verdiente Google fast 3 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.
Die Google-Aktie kletterte nach Bekanntwerden dieser Zahlen auf ein Allzeithoch. Das Vertrauen der Anleger ist wohl auch drin begründet, dass Google den wichtigen Schritt hin zum mobilen Internet gut meistert. Die klassische Internetsuche am heimischen PC ist zwar noch die Haupteinnahmequelle des Konzerns, doch diese Umsätze stagnieren. Dagegen wächst der Markt für mobile Werbung: Allein in diesem Jahr soll er sich fast verdoppeln, auf 17 Milliarden Dollar.

Mobile Nutzer sind schnell abgelenkt

Für Google ist es also wichtig, in diesem Bereich nicht den Anschluss zu verlieren. Auch weil das mobile Wachstum weltweit passiert: Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern, etwa im asiatischen oder afrikanischen Raum, gibt es eine starke Zunahme. Die Nutzer dort überspringen den PC und entdecken das Internet direkt über mobile Geräte.

Die Zunahme der mobilen Nutzung stellt Google vor neue Herausforderungen: Wer per Tablet oder per Smartphone das Internet erkundet, lässt sich viel leichter von seiner Umgebung ablenken als ein PC-Benutzer. Ausserdem wirken Werbebanner auf den kleinen Geräten noch störender als auf dem Desktop-Computer. Ein Problem für Unternehmen, die ihr Geld mit Internet-Werbung verdienen und möglichst viele Augenpaare möglichst lange auf ihrer Seite sehen wollen.

YouTube-Videos zum Herunterladen

Dass Google die Lösung dieses Problems gelungen scheint, zeigt das Beispiel YouTube: Die Videoplattform wird heute schon zu 40 Prozent mobil genutzt. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren lag diese Zahl erst bei 6 Prozent. Und es gibt keine Anzeichen, dass der Anteil nicht noch weiter Wachsen wird. Dabei hat sich auch die Sehdauer erhöht. Dass Google den Clips zuweilen Werbung voranschaltet scheint die Benutzer also nicht zu vergraulen.

Tatsächlich hat das Unternehmen aus Mountain View in letzter Zeit viel für den mobilen Konsum getan. So wurden etwa sämtliche YouTube-Clips in ein Format gebracht, in dem sie sich problemlos auf dem Tablet oder Smartphone anschauen lassen. Ab November soll es sogar möglich werden, sich Videos herunterzuladen und später anzusehen, auch wenn man nicht mit dem Internet verbunden ist – Werbeeinblendungen wohl inklusive.