Internetanschluss: Download – top, Upload – na ja

Internetanschlüsse sind asymmetrisch: Superschneller Download, langsamer Upload. Bei Glasfaser hat dieses «Gesetz» nun ausgedient: Die Anschlüsse liefern Top-Speed in beide Richtungen. TV-Kabelnetzkunden müssen darauf noch warten – und wer einen DSL-Anschluss hat, kann davon weiterhin nur träumen.

Symmetrien erfreuen unser Auge - bei den Internetanschlüssen ärgern wir uns über asymmetrische Geschwindigkeiten.

Bildlegende: Bei Internetanschlüssen ist die Symmetrie in der Regel gestört: Der Download ist viel schneller als der Upload. Flickr/Alexander Rentsch

Ums Jahr 2000 war ein halbes Megabit pro Sekunde das höchste der Download-Gefühle. Fünf Jahre später lag die Geschwindigkeit schon bei drei Megabit und heute bietet bereits ein durchschnittlicher Anschluss 50 Megabit. Das ist 100-mal schneller als um die Jahrhundertwende.

Asymmetrie: Upload hinkt immer hinterher

Unsere Internetanschlüsse zu Hause sind in den letzten zwei Jahrzehnten immer schneller geworden, das ist fast ein Naturgesetz. Ein anderes Gesetz sagt, dass die Geschwindigkeit nur in einer Richtung sehr hoch ist: beim Download. Der Upload ist viel langsamer. Technisch heisst das Prinzip «Asymmetrie». Die auch heute noch beliebte Übertragunstechnologie ADSL hat die Asymmetrie im Namen: Asymmetric Digital Subscriber Line.

Heute hat sich das Prinzip der Asymmetrie überholt: Kaum jemand benötigt nämlich die enormen Download-Geschwindigkeiten, wie sie heute angeboten werden. Ob die bei 100 oder 200 Megabit liegt – egal. Viel wichtiger wäre diese Geschwindigkeit beim Upload, weil wir immer mehr Fotos und Videos ins Internet stellen und grosse Dateien auf Cloud-Diensten wie Dropbox speichern.

Lichtblick bei Glasfaser-Anschlüssen

Seit Kurzem ist nun Schluss mit der Asymmetrie. Der Haken: Dies gilt nur für Glasfaser-Anschlüsse von Swisscom, die längst noch nicht in der ganzen Schweiz erhältlich sind. Die Mehrheit benutzt für den Zugang ins Internet das Kupfer-oder Fernsehkabel – und hat beim Upload nach wie vor die Asymmetrie als Bremsklotz.

Absurd, wenigstens beim TV-Kabel. Hier wäre symmetrische Geschwindigkeit möglich, sagt ein Sprecher von UPC Cablecom. Marketingtechnisch gibt es sie aber nur bei Geschäftsabos, die viel teurer sind als private Anschlüsse.
Die Nachfrage von Privatpersonen nach schnellen Uploads sei sehr gering, heisst es bei UPC Cablecom, man habe die Entwicklung aber «auf dem Radar».

Kupfer bleibt asymmetrisch, wird aber schneller

Anders sieht es bei DSL über Kupferkabel aus. Technisch ist Symmetrie hier nicht machbar. Um eine stabile Leitung zu garantieren, muss das Verhältnis der Upload- zur Download-Geschwindigkeit idealerweise 1:5 sein.

Da aber die Geschwindigkeit auch beim Kupfer weiter zunehmen wird, werden auch dort die Uploads schneller. Bis zu 100mbit/s könnten bald möglich sein mit einer Mischung aus Kupferkabel und Glasfaser (siehe Kasten). Dann ist es auch egal, dass die Leitung immer noch nicht symmetrisch sein wird.

Tests, was mit diesen neuen Technologien möglich ist, sind derzeit im Gange.

Noch mehr Speed

Dank der Weiterentwicklung der technischen Standards bei Internetzugängen werden diese immer schneller. Im Kabelnetz heisst der Standard Docsis, die Version 3.1 erlaubt Geschwindigkeiten bis 10 Gbit/s Download und 1 Gbit/s Upload. Beim ADSL geht die Entwicklung hin zu einer Kombination von Glasfaser und Kupferkabel mit ftts und g.fast.