Katzenfütterungsautomat: Sanch-o-Mat, aber Schnurrli

Wenn ein Produkt kopiert wird, muss es gut sein. Ist es auch! Der Katzenfütterungsautomat Sanch-o-Mat läuft seit bald einem Jahr einwandfrei. SRF 3-Hörer Joel Stutz hat den Roboter nachgebaut – und massiv verbessert. Die Maschine ist nun sogar online.

Dass mein Sanch-o-Mat Inspiration für eine Weiterentwicklung sein könnte, hätte ich mir vor einem Jahr nicht träumen lassen. Und so bin ich schon etwas stolz, als mich in Fahrwangen an der Tür eines Mehrfamilienhauses Joel (19) und sein Bruder Nils (16) empfangen.

Dass die beiden technikbegeistert sind, merke ich sofort: Nils hält ein Tablet in der Hand und drückt darauf herum. Dann öffnet sich die Haustüre. Ein kleiner «Hack», der so funktioniert: Über das eigene Netzwerk spricht das Tablet einen Arduino, ein einfaches Steuerungsbauteil an. Der aktiviert ein Relais, das an Stelle des klassischen Knopfs zum Türöffnen die Haustüre öffnet.

Einfach, aber klappt. Wie beim Sanch-o-Mat.

Schnurli ist glücklicher Besitzer eines eigenen Futterautomaten.

Bildlegende: Schnurrli ist glücklicher Besitzer eines eigenen Futterautomaten. Reto Widmer / SRF

Ausgeklügelte Materialwahl

Im Wohnzimmer steht die Variante von Joel und Nils – wobei der eigentliche Vater und Initiator des Nachbaus Joel ist, der eine Lehre als Multimedia-Elektroniker macht. Wie der Roboter heisst? Wissen sie noch nicht, «da müssen wir uns noch einig werden». Ich nenne ihn: Schnurrli-Mat, weil die glückliche Katze Schnurrli heisst.

Dass der Schnurrli-Mat funktioniert, ist für mich schon vor der ersten Vorführung klar. Der Aufbau ist ganz an das klassische Sanch-o-Mat-Design angelehnt, noch sauberer umgesetzt.

Vier Winkelleisten tragen eine Ebene, auf der Joel Rollen montiert hat, auf denen die Futterbüchse rotiert. Statt dem «kleinen Sammelfass» fürs Batterie-Recycling hat er aber auf einen Einweg-Behälter für Katzenfutter gesetzt und somit den Recycling-Gedanken zur Perfektion getrieben – und die Kosten seiner Entwicklung drücken können.

Nils hat Schnurli eine eigene Fütterungs-App programmiert.

Bildlegende: Nils hat Schnurrli eine eigene Fütterungs-App programmiert. Reto Widmer / SRF

Bewährte Komponenten optimiert

Für den Antrieb hatte ich Joel diesen Motor empfohlen. Der Anbieter dürfte ihn so langsam in «Sanch-o-Power» umbenennen. Das Herz der Steuerung ist wiederum ein Arduino, hier aber mit einer Netzwerk-Erweiterung und Wlan-Adapter. Das lässt mich etwas blass aussehen.

Und nun kommt Nils ins Spiel, der im Sommer eine Lehre als Informatiker beginnt. Er hat eine raffinierte App programmiert, über die er den Schurl-o-Mat starten kann. Im Gegensatz zu meinem Sanch-o-Mat, der pro Auslösung übers Handy nur einmal rotiert, bis er von einem Magnetschalter gebremst wird, gibt Joels-Automat so lange Futter in den Napf, bis ein Drucksensor darunter meldet, dass die voreingestellte Füllmenge erreicht ist.

Der Magnetschalter dient bei der Schnurrli-Variante nur dazu, die Trommel jederzeit so zu stoppen, dass die Öffnung oben ist. Ich finde das genial!

Doch Joel und Nils sind sehr selbstkritisch und sprechen von «Optimierungs-Möglichkeiten». Die Zuverlässigkeit der elektronischen Futternapf-Waage sei noch nicht ganz dort, wo sie sie haben möchten.

Schnurl-o-Mat, die Weiterentwicklung des Sanch-o-Mats.

Bildlegende: Schnurrli-Mat, die Weiterentwicklung des Sanch-o-Mats. Reto Widmer / SRF

Sicherheit ganz wichtig

Der Schnurrli-Mat soll eben nicht einfach ein Spielzeug sein, sondern tadellos funktionieren – doch zugleich soll er Schnurrli nicht dick machen. Gut also, dass nicht irgendwelche Fremden den Automaten übers Internet auslösen können: Die Steuerung via App funktioniert nur im abgesicherten häuslichen Netzwerk.

Für die Auslösung von irgendwoher ausserhalb hat Joel zusätzlich eine Steuerungs-Variante mit dem alten Handy eingebaut.

Clever gelöst! Und die beiden Tüftler haben den Schnurrli-Mat schon bei «Bugnplay» eingereicht, einem Wettbewerb für junge Roboterbauer. Ich bin sicher, die Maschine mit hohem Nutzwert wird bei der Rangverkündigung am 13. Juni ganz weit vorne liegen. «Wer hat’s erfunden?»