Kreativere Handy-Fotos schiessen

Instagram, Hipstamatic und Co haben das Internet mit ausgebleichten Handy-Fotos überschwemmt. Wirklich kreativ ist das Retro-Filtern allerdings nicht. Wer aus der Masse herausstechen will, sollte beim Abdrücken öfter mal experimentieren.

Smartphone-Kameras werden zwar immer besser, doch es fehlt ihnen im Vergleich mit «richtigen» Kameras immer noch an Tiefe, Farbechtheit und Detailschärfe. Qualitäten, die nicht gefragt sind, wenn man eh einfach über alles einen Instagram-Filter klatscht. Yeah. Wow. Cool.

Doch mit dem bekannten Retro-Effekt alleine sticht man heute nicht mehr aus dem Facebook-Feed heraus.Da ist schon etwas mehr Kreativität gefragt.
Mit diesen Tricks macht ihr eure Smartphone-Fotos interessanter:

Der verlängerte Selfie-Arm

Jürg macht Selfie

Bildlegende: Mit dem Kopfhörer-Kabel sind grössere Bildausschnitte beim Selfie möglich. Jürg Tschirren/SRF

Fotos von sich selbst waren nie so beliebt wie heute – zumindest bei denen, die sie schiessen. Darüber, welchen Bildausschnitt wir beim Selfie wählen, entscheiden allerdings nicht wir, sondern nur unsere Armlänge. Dabei hat heute fast jedes Handy einen Fernauslöser mitgeliefert: den Kopfhörer. Kamera-App starten und der Laustärke-Regler wird zum Auslöser. So klappt's auch mit dem Ganzkörper-Selfie.

Plastik, Glas, Scherben

Für ungewohnte Blickwinkel sorgen aufsteckbare Smartphone-Linsen aus dem Zubehör-Regal. Experimentierfreudige halten aber auch einfach mal ein abgerundetes Stück Plastik oder Glas vor die Kamera und kommen so auch zu einem – freilich nicht ganz verzerrungsfreien – Weitwinkel-Objetiv.
Ein Kaleidoskop oder ein Prisma ist ebenfalls für spannende Verzerrungseffekte und Spiegelungen gut.

Vodergrund macht Bild gesund

Chinesische Figur vor SRF Studio

Bildlegende: Ein Detail im Vodergrund gibt dem Bild mehr Tiefe. Jürg Tschirren/SRF

Den fehlenden Tiefen-Eindruck von Smartphone-Bildern macht man mit einem Detail im Vordergrund wett; zum Beispiel mit einer Spielzeugfigur.
Die meisten Handykameras können auf sehr kurze Distanzen fokussieren, was dem Hintergrund bei Bedarf die gewünschte Unschärfe verleiht. Oder aber man bringt ein Element unscharf in den Vordergrund und stellt auf den Hintergrund scharf. Durch Antippen des Bildschirms bestimmt man, wo der Fokus im Bild sein soll.

Manuelle Filter

Farbfolien, Handyhüllen und andere durchsichtige Materialien taugen als Farbfilter oder Weichzeichner. Entweder klemmt man diese zwischen Handy und Hülle ein oder hält sie ganz einfach vor die Linse. Auch mit Tesafilm lässt sich experimentieren. Deckt man damit die Linse zur Hälfte ab, erzeugt die Kamera ein Nebelmeer oder eine Nebeldecke.

Skurrile Panorama-Aufnahmen

Verzerrungseffekte

Bildlegende: Finger werden mit der Panoramafunktion zu Wurstwaren. Jürg Tschirren/SRF

Die Panorama-Funktion, die in den meisten Smartphones eingebaut ist, eignet sich ebenfalls gut für Bild-Effekte der besonderen Art. Setzt man sich damit auf einen Drehstuhl, hält die Kamera gegen sich und macht eine Panoramaaufnahme, entsteht eine skurrile Collage mit dem eigenen in Gesicht der ganzen Bildbreite. Für kreative Resultate geht auch bei der Panorama-Funktion Probieren über Studieren.

Das beste aus beiden Welten

Natürlich gibt es nicht wirklich etwas gegen die beliebten Filter von Instagram und Co. einzuwenden. Ausser eben, man macht unüberlegt und zu oft davon Gebrauch. Auf ein phantasievoll entstandenes Foto angewendet, können sie durchaus den letzten Kick geben.

Inspiration YouTube

Zu diesem Beitrag hat uns eine Episode vom YouTube-Kanal «DigitalRev-TV» inspiriert.