Mensch, beweg' dich!

Bewegungsmangel ist ein Zivilisationsproblem. An den Folgen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzkrankheiten sterben nach WHO-Zahlen in Europa jedes Jahr 600'000 Personen. Unsere Smartphones und spezielle Armbänder und Clips können dem Problem begegnen – und uns zu mehr Bewegung motivieren.

Mehr Bewegung ist nicht nur eine Frage des Willens sondern auch des Bewusstseins und der Motivation. Beides sollen Geräte wie Fitbit Ultra oder Up von Jawbone vermitteln. Das Prinzip: Egal ob Armband oder Ansteck-Klammer - im Innern befindet sich ein Bewegungssensor, der jeden Schritt registriert und speichert.

Fitbit, eine Art Wäscheklammer mit Bewegungssensor.

Bildlegende: Fitbit Schrittzähler-Klammer für die Hosentasche mit kleiner Anzeige. Reto Widmer / SRF

Hosenklammer

Die Fitbit-Klammer hat eine kleine Anzeige eingebaut, auf der der Benutzer die Anzahl der bereits zurückgelegten Schritte ablesen kann und mit Sprüchen bombardiert wird wie «Step it up» oder «Love ya». Sie sollen motivieren, sich (noch) mehr zu bewegen. Eine genauere Analyse der Schritte ist nur auf der Website von Fitbit möglich. Dazu muss der Benutzer die Daten in der Sensor-Klammer mit einem USB-Adapter an den Dienst übertragen. Neben einer Aufschlüsselung der zurückgelegten Schritte nach Tageszeit, Tagen und Monaten zeigt die Statistik zum Beispiel auch die verbrannten Kalorien an. Wer noch mehr Analyse will, muss bezahlen: Knapp 50 Franken kostet das Fitbit-Jahresabo mit ausführlichen Reports.

Das Bild zeigt ein schwarzes Armband, den Up-Bewegungssensor von Jawbone.

Bildlegende: Up Schrittzähler im Armband. Reto Widmer / SRF

Armklammer

Jawbone hat im Up den Bewegungssensor in ein robustes Armband eingebaut. Das garantiert, dass der Benutzer wirklich jeden einzelnen Schritt registriert und auch beim Schlafen die unruhigen Phasen gespeichert werden. Der Hersteller zieht daraus dann Schlüsse auf die Qualität des Schlafes. Für die Analyse der Daten liefert Jawbone eine App für iOS und Android. Übertragen werden die Daten über die Kopfhörerbuchse des Smartphones.

Das Smartphone kann's schon lange

Screenshot der iOS-App Moves

Bildlegende: Moves Die App macht aus dem iPhone einen Schrittzähler. Screenshot

Sowohl Fitbit als auch Jawbones Up kosten über hundert Franken. Das ist viel Geld für ein bisschen Bewegungssensor, der auch in jedem neueren Smartphone steckt. Im neusten Samsung Galaxy S4 ist ein mit den spezialisierten Schritt-Zählern vergleichbares Analyse-Tool bereits eingebaut: Mit S-Health versucht Samsung, auf den Quantified Self-Trend und boomenden Zukunftsmarkt aufzuspringen.

Schritte zählen kann übrigens auch das iPhone. Die App Moves bringt die entsprechenden Werte aufs Display – allerdings in rudimentärer Form.

Quantified Self

  • Welche Daten über euch sammelt ihr schon heute?

  • Meine Schlaf-Zeiten

    12.87%
  • Meine Jogging-Runden

    48.51%
  • Meine Kalorien

    6.93%
  • Meine Schritte

    22.77%
  • Ich bin ganz speziell und erkläre in den Kommentaren, wie ich mich vermesse.

    8.91%
  • 101 Stimmen wurden abgegeben

Quantified Self

Bewusstsein ist der Grundgedanke der Quantified-Self-Bewegung: Menschen erfassen die Daten ihres Körpers und schliessen daraus, wie sie ihr Leben gesünder gestalten können. Die Bewegung ist jung: Die Produkte und Apps für Smartphones messen bislang die Anzahl der Schritte. Sensoren für Blutanalyse und Hirnstrom-Messungen sind aber in Entwicklung.