Motorola arbeitet an Handy mit neuer Sensor-Technologie

Ende Sommer will Motorola mit einem neuen High-End-Smartphone verlorenes Terrain zurückgewinnen. Das Handy soll mit überduchschnittlich viel Sensorik ausgestattet sein und in den USA produziert werden.

Ein Motorola Smartphone Modell

Bildlegende: RAZR HD: Das bisherige Flagschiff von Motorola: Motorola.com

Die letzten wirklich erfolgreichen Motorola-Handys stammen aus einer Zeit lange vor der Übernahme durch Google im 2011. Nebst einem wichtigen Patent-Polster hat Google mit dem Kauf des US-amerikanischen Unternehmens auch einen erfahrenen Hardware-Partner übernommen. Den Beweis, dass man noch immer technisch führende Geräte bauen kann, will Motorola mit einem neuen High-End Gerät Ende Sommer antreten. «Moto X» wird das Android-Handy heissen und soll Motorola wieder in die Gewinn(er)-Zone bringen.

Noch! Mehr! Sensoren!

Wie der Motorola Mobility-Chef Dennis Woodside andeutete, wird das Gerät ein neues Mass an Sensorik beinhalten. Die Bewegungs- und GPS- (und möglicherweise anderen?) Sensoren sollen ständig ausgelesen werden, um auf das Verhalten des Benutzers zurückzuschliessen. Etwa, ob sich das Handy in einer Hosentasche befindet, oder ob es sich jemand vor das Gesicht hält, um zu fotografieren. Abhängig von der jeweiligen Situation soll das Gerät selbständig Anwendungen in den Vordergrund bringen können.

Tiefere Preis bei vergleichbarer Qualität

Erklärtes Ziel des Motorola-Chefs ist es, das Moto X mit einer kleineren Verkaufs-Marge anzubieten, als es die beiden Platzhirsche Samsung und Apple mit ihren Geräten tun. Aus Sicht von Google ist ein grösserer Einfluss auf den Hardwaremarkt wichtiger, als hohe Margen im Einzelhandel. Vom gewaltigen Gewinn, den Samsung mit Android-Geräten erwirtschaftet sieht Google ohnehin nichts.
Die Motorola-Handys sollen also spürbar günstiger, aber qualitativ nicht weniger hochstehend als die der Konkurrenz sein, versprach Dennis Woodside an der Technologie-Konferenz D11 in Kalifornien.

Fertigung in den USA

Die tiefen Herstellungskosten will Motorola ausserdem nicht mit der Produktion der Geräte in Fernost erreichen. Moto X soll in den USA, in einer stillgelegten Nokia-Fabrik in Texas gefertigt werden. Teilweise zumindest, denn wichtige Komponenten wird Motorola von Zulieferern aus Fernost beziehen müssen.
Modernere, effizientere Fertigungsmethoden, die mit weniger Personal auskommen, sollten die tieferen Lohnkosten in China wettmachen können. Ausserdem sieht man es in der Motorola-Führung als Vorteil, näher an den Produktions-Prozessen dran zu sein.