NAS: Die wirklich private Cloud

NAS heisst «Network Attached Storage» – ans Netz angebundener Speicher. Das tönt abschreckend kompliziert. Muss es aber nicht sein. Heutige NAS sind günstig, komfortabel und jeder kann sie in wenigen Minuten in Betrieb nehmen. Dann hat die ganze Familie Zugriff auf alle Daten.

Ein NAS ist eine externe Festplatte, die der Anwender ins heimische Netzwerk integrieren kann. Dazu schliesst er das NAS an der Ethernet-Schnittstelle des Internet-Wlan-Routers an. Im Vergleich zu einer reinen USB-Festplatte hat das NAS einen entscheidenden Unterschied: Der Speicher hat ein Betriebssystem eingebaut, eine Art kleiner Computer, der sich um die Handhabung der Daten und deren Verteilung kümmert. Ein Fileserver.

Dank des eingebauten Fileservers steht die Festplatte und die Daten, die darauf gespeichert sind, allen Teilnehmern im Netzwerk zur Verfügung - als «private Cloud».

Eine Frage der Rolle

Standardmässig hat jedes NAS eine Administrator-Rolle definiert. Die können zum Beispiel in einer Familie die Eltern übernehmen und so auch die Zugriffsrechte auf bestimmte Daten festlegen. Die ältere Tochter darf vielleicht gewisse Dateien auch löschen, die Jüngere nur lesen.

Auf diese Weise kann die ganze Familie beispielsweise auf die gemeinsamen Ferienfotos oder die Musiksammlung zugreifen, auf andere Daten aber haben nur Mama und Papa Zugriff.

Automatisierte Datensicherung

Daten teilen ist nur eine Funktion eines NAS, eine andere ist die Datensicherung. Jedes NAS kann so eingerichtet werden, dass ein Teil des Speichers für Backups zur Verfügung steht. Befindet sich ein Notebook, Tablet oder Smartphone, das ausgerüstet ist mit der entsprechenden Backup-Software respektive App des NAS-Herstellers im Netzwerk, startet automatisch der Sicherungsvorgang. Übers Wlan landen dann die neusten Fotos, Videos und andere Dateien auf dem NAS und können von dort bei Datenverlust auf dem Hauptgerät wieder hergestellt werden.

Rein ins Heim

Wer will, kann sein NAS sogar so einrichten, dass er nicht nur im heimischen Netzwerk Zugriff auf die Daten hat, sondern von überall her. Auf diese Weise verwandelt sich das NAS in eine echte Alternative zu Diensten wie Dropbox, Skydrive oder Gdrive.

Damit ein Zugriff auf NAS «von aussen» möglich ist, benötigt der Anwender eine fixe IP-Adresse. In der Regel fehlt diese bei privaten Internetanschlüssen. Der Workaround gelingt über einen dynamischen DNS-Dienst.

Es braucht gewisse Vorkenntnisse und Zeit, diesen Dienst in Betrieb zu nehmen und beim NAS und allenfalls dem Internet-Router die erforderlichen Einstellungen vorzunehmen. Eine unlösbare Hexerei ist aber auch das nicht.

Die «private Cloud»

Ob Cloudbox (Lacie), Cloud Station (Synology) oder Central (Seagate) - das Prinzip ist bei allen NAS-Speichern dasselbe: Sie bringen die Funktionen von personalisierten Speicherdiensten wie Dropbox & Co. ins heimische Netzwerk, der Anwender muss seine Daten nicht mehr in «fremde Speicherhände» geben.