Neues Fernsehen, neue Mittelsmänner, neue Geschäfts-Modelle

Das Internet wirbelt die TV-Landschaft gehörig durcheinander. Neue Verbreitungswege bringen neue Mittelsmänner mit sich und setzen eingespielte Geschäftsmodelle unter Druck.

Die Logos von YouTube, UPC Cablecom und Swisscom stehen als Pappfiguren nebeneinander.

Bildlegende: Neue Mitspieler Der Geldfluss im TV-Geschäft sucht sich neue Wege. SRF

Bevor das Internet kam, kontrollierten die TV-Sender alleinig die Inhalte. Sie bestimmten, was es zu sehen gab und wann. Heute finden die Inhalte direktere Wege zu ihrem Publikum. So schauen wir kommerzielle Filme und Sendungen online auf Bestellung und gegen Bezahlung, oder auch kostenlose nutzergenerierte Clips auf YouTube oder Vimeo.
Diese Entwicklung stellt die Rolle der klassischen TV-Sender immer stärker auf die Probe.

Neue Mittelsmänner: Zattoo

Zattoo war vor über fünf Jahren der Pionier in der Verbreitung von Fernseh-Sendern über das Internet. Eine Schweizer Erfindung. Zu Beginn standen nur wenige Sender zur Verfügung, heute bietet Zattoo über 100 Programme und eine Aufnahmefunktion: Der Benutzer kann alle Sender dreissig Tage zurück aufnehmen lassen. Der Erfolg und die in der Schweiz besonders einfach Regelung bei den Lizenzen hat einige vergleichbare Dienste aus dem Boden wachsen lassen. Wilmaa etwa, oder Teleboy.

Neue Mittelsmänner: YouTube, iTunes, Netflix, hulu
YouTube hat seinen Ruf als Plattform für Amataur-Filmer und Selbstdarsteller längst abgestreift und ist zu einer modernen Art des Fernsehens geworden. Im Gegensatz zu einem TV-Sender stellt bei YouTube dem Zuschauer niemand Inhalte zusammen. Es findet keine Auslese und keine Gewichtung statt. Der Zuschauer darf und muss diese Aufgabe selber übernehmen.
Dies gilt auch für andere Video-Streaming und -Download Dienste wie Vimeo, iTunes oder Netflix (Kinofilme On-Demand, soll im 2012 nach Europa kommen).

Gar kein Mittelsmann: Louis CK

Der US-amerikanische Komödiant Louis CK demonstriert derzeit die neuen Möglichkeiten der Verteilung eindrücklich. Er hat seine neuste Show während einer Aufführung vor Publikum gefilmt und vertreibt sie jetzt als Download auf seiner eigenen Webseite. Für fünf Dollar gelangt der Inhalt so auf direktem Weg vom Produzenten zum Zuschauer. Louis CK hat damit gezeigt, dass man nicht nur die TV-Sender, sondern auch die neuen Mittelsmänner wie YouTube und Co. übergehen kann. Sein Experiment ist ziemlich erfolgreich gestartet: in den ersten 12 Tagen hat die Show als Download bereits einen Million Dollar eingespielt.