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Digital Nicht nur für Schüler: Lernen mit dem digitalen Zettelkasten

Die Digitalisierung macht auch vor der Schule nicht halt: Dank Smartphone hat die Vokabelliste bald ausgedient und dem Zettelkasten geht es an den Kragen. Wir zeigen, welche Apps für Jugendliche geeignet sind und welche digitalen Hilfsmittel die Lehrmittelverlage anbieten.

U-Bahn in einer asiatischen Stadt. Grosses Bild eines Smartphones, daneben warten Schülerinnen auf den Zug.
Legende: Smartphone: Auch aus dem Alltag von Schülerinnen nicht mehr wegzudenken. Reuters

Das Prinzip der Karteikarte kennt jeder: Auf die eine Seite schreibt man das neue Wort, das man lernen möchte und auf die Rückseite die Übersetzung. Dann prüft man sich selber: Weiss man die Antwort, so kommt die Karte ins nächste Fach des guten alten Zettelkastens.

Die Idee dahinter: Kann man sich mehrmals in grösseren Zeitabständen an ein Wort erinnern, so ist die Vokabel mit grosser Sicherheit für immer im Gedächtnis gespeichert.

Zettelkästen werden in verschiedenen Varianten schon seit dem 19. Jahrhundert genutzt. Populär gemacht hat diese Lernmethode Sebastian Leitner in seinem Buch So lernt man lernen, Link öffnet in einem neuen Fenster, das 1972 erschien. Darin gibt der deutsche Wissenschaftsjournalist detaillierte Anweisungen für einen Kasten mit fünf Fächern.

Die Vorteile der Digitalisierung

Diese Regeln schreien geradezu nach einer Softwarelösung. Denn die Vorteile des digitalen Zettelkastens sind zahlreich:

  • Der Computer gibt den Ablauf vor und erstellt Statistiken zum Lernfortschritt.
  • Auf eine digitale Karte passen neben Text auch Audio, Fotos und Bilder.
  • Digitale Karten kann man tauschen, das aufwendige Erfassen entfällt.
  • Der Zettelkasten im Smartphone ist handlich und immer dabei.
  • Eine digitale Karte ist nicht auf zwei Seiten beschränkt.

Digitale Zettelkasten und keine Ende

Mittlerweile ist das Angebot an Apps unüberschaubar. Peter Suter, Dozent für Medienbildung an der pädagogischen Hochschule Zürich, nennt spontan drei digitale Helfer für Kinder und Jugendliche, die ihn überzeugt haben. Lernen mit diesen Apps ist auch für Kinder ab 11 Jahren möglich. Beim Einrichten dürfte der eine oder die andere aber auf die Hilfe der Eltern angewiesen sein.

Der digitale Zettelkasten - drei Tipps vom Profi

  • Weltkarte mit eingezeichneten Punkten
    Legende: Quizlet: Die Karte zeigt, was und wo auf der Welt Quizlet-Nutzer gerade lernen. Screenshot Quizlet

    Quizlet: Umfassendes Angebot

    Quizlet bietet ein umfassendes Angebot: Auf der Webseite kann man Wörter erfassen und mit Hilfe verschiedener Übungen trainieren. Man kann Karten austauschen, innerhalb einer Klasse oder über alle Landesgrenzen hinweg. So stehen etwa die Vokabeln für das Französisch-Lehrmittel des Kantons Zürich zur Verfügung. Passend zur Webseite gibt es ein App für mobiles Lernen auf dem Smartphone.

  • Zwei Besipielkarten aus der App, links Spanish-English, rechts Chinesisch-English
    Legende: Flashcards Deluxe: Die App funktioniert auch mit ausser-europäischen Schriftsätzen- Google Play Store

    Flashcards Deluxe: Zettelkasten fürs Smartphone

    Zur App gehört eine Webseite, auf der man Karten erfassen kann. Über die Seite kann man auch Karten importieren zum Beispiel aus Quizlet. Die Unterstützung beim Lernen hat Peter Suter überzeugt: «Die App merkt sich, wie gut man die einzelnen Vokabeln schon gelernt hat. Abhängig davon werden Wörter, die man noch nicht beherrscht, häufiger gezeigt, als Wörter die schon sitzen.» Die App kostet 4 Franken und ist für iOS und Android erhältlich.

  • Screenshot der Testseite
    Legende: Duolingo: Mit einem Test werden zuerst die Vorkenntnisse geprüft. Screenshot

    Duolingo: Der Sprachkurs im Smartphone

    Duolingo ist eigentlich kein Zettelkasten sondern eine vollwertige Sprachschule. 22 Sprachen gibt es, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Spielerisch lernt und repetiert man Wörter und Sätze. Durch eine Fortschrittsanzeige ermuntert einen die App zum täglichen Lernen. Eine nützliche Ergänzung zum Sprachunterricht an der Schule.

Schulbuchverlage machen mit

Nicht nur die Schüler haben das Potenzial des digitalen Zettelkastens entdeckt. Lehrmittelverlage verkaufen heute bereits pfannenfertige Vokabelsammlungen auf digitalen Karteikarten. Anders als bei den oben genannten Apps entfällt so das mühsame Abtippen oder die Suche nach bereits erfassten Karten im Internet.

Die Apps der Lehrmittelverlage

  • Auflistung von Sprachlehrmittel verschiedener Verlage
    Legende: Phase 6: Arbeitet mit verschiedenen Verlagen zusammen; fertige Karten kann man kaufen. Screenshot

    Phase 6: Die App ergänzt das Lehrbuch

    Phase 6 arbeitet mit verschiedenen namhaften Lehrmittelverlagen zusammen. Kostenpflichtige Inhalte aus rund 550 Büchern stehen zur Verfügung und können direkt in die App importiert werden. Auch eigene Karten kann man anlegen. Für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Beispiel für die Kosten: 1279 Karten aus dem Lateinbuch «Cursus N» gibt es für rund 8 Franken. Eine eingeschränkte Version der App ist gratis, die Pro-Version kostet rund 20 Franken im Jahr.

  • Screenshot Beispielkarte der App
    Legende: Pons: Kombination aus Zettelkasten und Wörterbuch Screenshot

    Pons:Wörterbuch und Zettelkasten

    Pons bietet verschiedene Wörterbücher als App an, dazu auch einen Zettelkasten fürs Smartphone. Einzelne Einträge aus einem Wörterbuch kann man direkt in den Zettelkasten importieren. Auch Vokabellisten aus Sprachlehrbüchern des Verlages kann man in den digitalen Kasten übernehmen.

  • Bild eines Smartohones mit App. Preis: 9.99 Euro
    Legende: Langenscheidt: Zettelkasten für Englisch Screenshot

    Langenscheidt: Vokabeltrainer

    Der Verlag hat Vokabeltrainer für verschiedene Sprachen und Zielgruppen im Angebot. Die Apps arbeiten neben Texten auch mit Bildern und Tönen. Kosten: App mit 800 Einträgen gibt es für rund 10 Franken. Auch Wörterbücher und Sprachkurse fürs Smartphone bietet der Verlag an.

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