Nintendo-Legende Hiroshi Yamauchi ist tot

Über ein halbes Jahrhundert lang lenkte er die Geschicke des japanischen Spiele-Herstellers Nintendo und führte ihn zu seinen grössten Erfolgen. Er galt als Visionär und war gleichzeitig der stille Patron im Hintergrund. Jetzt ist Hiroshi Yamauchi im Alter von 85 Jahren gestorben.

Hiroshi Yamauchi lugt durch einen bunten Strahlenvorhang, flankiert von Nintendo Produkten.

Bildlegende: Hinterlässt ein Vermögen von 2,5 Milliarden US Dollar: Nintendo-Patron Hiroshi Yamauchi. Nintendo/Keystone/Montage SRF

Sein Lebenslauf liest sich fast wie ein modernes Märchen. Als Hiroshi Yamauchi zum Chef von Nintendo wird, ist er gerade mal 21 Jahre alt. Sein Grossvater, der das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt leitete, stirbt überraschend und die Familie legt das Schicksal von Nintendo in Hiroshis junge Hände. Es ist das Jahr 1949; Nachkriegszeit. Nintendos Hauptgeschäft sind hochwertige japanische Spielkarten und noch kein Mensch hat je ein Computerspiel gespielt.
Hiroshi Yamauchi bleibt die nächsten 53 Jahre Chef von Nintendo und führt das einst kaum bedeutende Unternehmen von der analogen in die digitale Spielewelt und zum wirtschaftlichen Grosserfolg.

Trial and Error

Nach einigen missglückten Versuchen, mit technischen Spielerein neue Märkte zu erschliessen, landet Nintendo 1979 seinen ersten Coup. «Game & Watch» heissen die tragbaren Proto-Konsolen mit denen Nintendo über Nacht die Pausenhöfe der Welt erobert. Die vergleichsweise günstigen und ansprechend designten Spiele sind auf ein primitives LCD-Display beschränkt. Titel wie «Donkey Kong» oder «Oktopus» gehören zu deren Klassikern.

Spielkonsolen – der grosse Durchbruch

Mitte der 80er-Jahre gelingt Nintendo – noch immer unter der visionären Führung von Hiroshi Yamauchi – der endgültige Durchbruch. Mit dem «Nintendo Entertainmant System» (NES) und der Schützenhilfe von «Super Mario» erobern die Japaner erstmals die Wohnzimmer eines breiten Publikums. Was Atari und andere Spielkonsolen-Hersteller schon vorher versucht hatten, das gelingt Nintendo dank hochwertigen Spielen und tiefen Preisen im grossen Stil: Spielhallen-Feeling auf den Fernsehschirm zuhause zu bringen.

Hiroshi Yamauchi's Verdienst

Der Erfolg Nintendos geht zu grossen Teilen auf seine Fähigkeiten zurück, das Unternehmen mit Weitsichtigkeit zu führen, Talente zu entdecken und mit den richtigen Aufgaben zu betreuen. So steht Hiroshi Yamauchi selber selten im Rampenlicht, sondern schafft vielmehr die Strukturen, in denen sich seine Mitarbeiter richtig entfalten können.
2002 gibt Hiroshi Yamauchi nach 53 Jahren die Führung Nintendos ab. Nach weiteren Jahren im Verwaltungsrat zieht er sich ganz aus dem Unternehmen zurück. Längst ist er mit Nintendo zu einem der reichsten Japanern geworden. Am 19.September 2013 stirbt er 85-jährig.