Online-Schwarzmarkt «Silk Road» lahmgelegt

Eine Webseite, auf der man von gestohlenen Kreditkarten über Pornografie bis hin zu harten Drogen so ziemlich alles kaufen kann: Das ist der anonyme Schwarzmarkt «Silk Road». Nun wurde die Seite durch einen Angriff lahmgelegt.

Eine Karawane am Horizont.

Bildlegende: Der Handel auf der echten Seidenstrasse ist nicht unterbrochen. ELIZABETH DALZIEL/AP

Seit zwei Jahren gibt es eine neue Adresse für Drogenhändler und Konsumenten. Auf der «Seidenstrasse», wie die deutsche Übersetzung des «Silk Road»-Marktplatzes lautet, werden rund 10'000 «Artikel» angeboten; die allermeisten davon illegal und mehrheitlich Drogen. Unverhohlen wird die Ware feilgeboten, mit Beschreibung, Foto und Käuferbewertung. Jetzt hat britischen Medienberichten zufolge ein «Denial of Service»-Angriff (überfluten mit unzähligen sinnlosen Anfragen) die Webseite vom Netz genommen und den Drogenhandel für rund zwei Tage unterbrochen.

Versteckt im Deep Web

Dass die Betreiber von Silk Road bislang von Behörden unbehelligt geblieben sind, liegt daran, dass ihr Marktplatz nur über das Tor-Netzwerk erreicht werden kann. Verbindungen in dieses Netzwerk werden verschlüsselt und durch unzählige Weiterleitungen anonymisiert. Wer sich in diesem Tor-Netzwerk und damit im sogenannten «Deep Web» aufhält, hinterlässt keine Spuren und kann kaum identifiziert werden. Davon profitieren Käufer, Verkäufer und Plattformbetreiber gleichermassen.

DoS-Attacke: Motiv und Angreifer unbekannt

Wer sich allerdings in diesem Umfeld bewegt, kann im Falle eines solchen Angriffs nicht einfach zur Polizei gehen. Gemäss dem «Telegraph»-Journalisten Willard Foxton gibt es einen Erpresserbrief, der ein Ende des Angriffs nach Bezahlung von 5'000 US-Dollar in Aussicht stelle. Über den Hintergrund des Angriffes lässt sich dennoch nur spekulieren. Neben einem Erpressungsversuch liegt es auch nahe, dass ein Konkurrent versuchte, sich einen Vorteil zu verschaffen. Es wird gar die Theorie herumgereicht, dass Strafvollzugsbehörden wie die amerikanische Drogenpolizei DEA dahinter stecken könnten. Da der Angriff das illegale Handeln sicher nicht verhindert, sondern höchstens unterbricht oder gar zu einem Konkurrenten verdrängt, scheint diese Theorie allerdings wenig plausibel.