Sind Zeitreisen möglich? Die Wissenschaft sagt Jein

Marty McFly brauchte nur einen Fluxkompensator und einen DeLorean, um in die Vergangenheit zu reisen. Und wieder zurück. Und dann in die Zukunft. Und wieder zurück. Ob das auch im richtigen Leben möglich ist, beschäftigt nicht nur bekiffte Teenager, sondern auch die Wissenschaft.

Der Physiker Stephen Hawking, in einer Fotomontage auf den Körper von Marty McFly aus dem Film «Back to the Future» monitert.

Bildlegende: Der Physiker Stephen Hawking hat eine Party für Zeitreisende organisiert. Leider liessen die sich nicht blicken. Fotomontage SRF

Am 21. Oktober 2015 tauchte Michael J. Fox in der Zukunft auf. Allerdings nur in seiner Rolle als Marty McFly im Film «Back to the Future Part II». Und Fox ist bei weitem nicht der einzige filmische Zeitreisende. Die Internet Movie Database listet zum Stichwort «Zeitreisen» ganze 1600 Titel auf. Fragt sich bloss: Sind solche Reisen auch im richtigen Leben möglich?

Auf der Webseite Gizmodo hat Adam Clark Estes zu der Frage einen leicht zu lesenden und kurzen Überblick zusammengestellt. Gleich zu Beginn stellt er fest, dass sich nicht nur Spinner Thema interessieren, sondern auch die Wissenschaft:

«  It sounds like a silly question, but it's one that many scientists actually take very seriously. »

Und in der Theorie zumindest – jedenfalls wenn es um Reisen in die Zukunft geht – erlauben die Gesetze der Physik das Reisen durch die Zeit. Dazu gibt es in Estes' Text ein kurzes Video, das man auch versteht, wenn man Dinge wie Wurmlöcher oder Einsteins Relativitätstheorie nur aus Star-Trek-Episoden und Umschlagstexten populärwissenschaftlicher Bücher kennt.

Die Einladung erst nach der Party

Danach erzählt der Artikel von den Versuchen, die Möglichkeit von Zeitreisen durch die Suche nach Zeitreisenden in unserer Gegenwart zu beweisen. Oder weniger kompliziert ausgedrückt: Falls Zeitreisen tatsächlich möglich sind, dann dürfte wohl irgendwann in der Zukunft jemand eine Zeitmaschine gebaut haben und damit in unsere Zeit gereist sein.

Deshalb hat der rennomierte Physiker Stephen Hawking vor zwei Jahren solche Zeitreisende anzulocken versucht. Er veranstaltete in einem Raum der Universität Cambridge eine Party, mit Champagner und Snacks und einem Banner mit der Aufschrift «Willkommen Zeitreisende!» Der Clou der Party: Hawking erzählte im Voraus niemandem davon, sondern machte den Anlass erst publik, nachdem er schon zu Ende war – so dass nur jemand aus der Zukunft überhaupt rechtzeitig hätte aufkreuzen können. Was aber niemand tat.

Keine Zeitreisenden im Internet

Einer der jüngsten und umfassendsten Suchen nach Zeitreisenden in der Gegenwart fand im Internet statt. Robert Nemiroff und Teresa Wilson von der Michigan Technological University durchforsteten Ende 2013 Facebook, Twitter, Google, Google+ und sogar Bing nach Spuren von Besuchern aus der Zunft. Und zwar in Einträgen, die zwischen Januar 2006 und September 2013 erfasst worden waren.

Dabei suchten sie gezielt nur nach Begriffen, die in dem Zeitraum noch gar niemand kennen konnte. Allerdings: Auch sie fanden keine Zeitreisenden. Zur endgültigen Beantwortung der Frage, ob Zeitreisen möglich sind, müssen wir also warten, bis Marty McFly am 21. Oktober 2015 um 16:29 Uhr in Hill Valley auftaucht. Oder eben auch nicht.

Dieser Text ist im Rahmen unserer Rubrik «Digital am Sonntag» schon einmal erschienen. Aus Anlass von Marty McFlys Ankunft im Jahr 2015 haben wir ihn in leicht abgeänderter Form erneut veröffentlicht.

Was wurde Wirklichkeit?

Was wurde Wirklichkeit?

Im Film «Back to the Future Part II» wird Marty McFly mit einer Zeitmaschine von 1985 ins Jahr 2015 katapultiert. Dort kommt er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie haben sich die Filmemacher Robert Zemeckis und Bob Gale die Zukunft vorgestellt? Welche Utopien sind eingetroffen? Wir machen den Test.