Smart-TV: Einer für alles?

Fernsehen wird smart, so viel steht fest. Ob es das Fernsehgerät selber jemals wird, ist allerdings noch offen. Zwei unterschiedliche Konzepte prallen aufeinander. Mit einem Sieger nach Punkten.

Der vordere Teil einer TV-Fernbedienung

Bildlegende: Fernbedienung Eine für alles? Flickr/robbie kennedy

Smart-TV – klingt nach einer guten Idee, schliesslich steht ja auch das Wort «Smart» im Titel. Gemeint sind Fernseher, mit denen sich nicht nur das herkömmliche TV-Programm empfangen lässt, sondern auch Inhalte aus dem Internet. Weil Smart-TVs direkt ans Internet angeschlossen sind, nennt man sie auch «Connected TVs».

Von aussen unterscheiden sich diese gescheiten Flimmerkisten nicht von einem herkömmlichen Flachbild-TV. Entscheidend sind die «Innereien»: Statt dass nach dem Einschalten einfach das Fernsehprogramm startet, zeigt der Smart-TV einen Begrüssungsbildschirm mit verschiedenen Apps, wie man sie etwa vom Smartphone her kennt.

Statt nur zum Fernsehen taugt ein Smart-TV damit auch zum in Facebook blättern, YouTube-Clips schauen oder Nachrichten-Seiten lesen. Mehr Auswahl für die Fernsehzuschauer – neue Konkurrenz für die herkömmlichen Fernsehsender. Allerdings: Ob dazu der Fernseher selbst wirklich klug werden muss, oder ob es langt, wenn der Fernseher dumm bleibt und bloss die Geräte klug sind, die an ihm hängen, ist eine Frage, die nur der folgende Match zwischen den beiden Konzepten beantworten kann.

Wir mögen es aufgeräumt

Die neue Generation Fernseher bieten die einmalige Chance, mit dem Geräte-Salat aufzuräumen. Warum das Wohnzimmer mit einer Set-Top Box, einem separaten TV-Recorder und dazu noch einem Smart-TV-Teil von Google oder Apple verunstalten, wenn man das alles auch in einem einzigen Gerät haben könnte? Schliesslich haben wir dieses Mass an Integration auf Smartphones auch erreicht.  Und wir bräuchten nur noch EINE Fernbedienung!

1:0 für das All-in-One Gerät

Wir sind schon smart genug!

Wollen wir tatsächlich noch ein smartes Gerät mehr im Haushalt? Eines mehr, das man auf dem neusten Stand halten muss, und das im dümmsten Moment nach einem Software-Update fragt? Bei der Anzahl an smarten Geräten, die wir bereits im Haushalt haben, ist es egal, wenn der Fernseher dumm bleibt. Der soll bloss ein gutes Bild abgeben. Was er neben dem klassischen TV-Programm noch anzeigen soll, bestimmen die smarten Geräte, die wir schon besitzen. Zum Beispiel der Computer oder das Handy, das man mit ihm verbindet.

1:1 - Der dumme Fernseher gleicht aus

Unterschiedliche Technologie-Zyklen

Das wichtigste Argument gegen ein All-in-One Gerät, sind wohl die unterschiedlichen Lebens-Zyklen seiner einzelnen Bestandteile. Während der smarte Teil des Fernsehers in einem Jahr bereits überholt sein wird, sollte die eigentliche Bild-Anzeige ein Jahrzehnt lang halten. Entweder ist man also nach wenigen Jahren gezwungen, einen funktionierendes Gerät zu entsorgen, weil der PC darin veraltet ist, oder aber man schaut eine lange Zeit auf einem veralteten System fern. Die Lösung: Separate Geräte für die Anzeige (ein dummer Fernseher) und für den Inhalt (PC, Smartphone, Set-Top Box). Das macht uns auch unabhängiger von den Anbietern der Inhalte.

1:2 - Der All-in-One Fernseher geht als Verlierer vom Platz