Hansrudolf Schär, Garagist: «Das ist nicht mehr so meine Welt»

Vom Automechaniker zum Mechatroniker: Dank digitaler Technologien und unter dem Diktat der Automobilindustrie hat sich das Berufsbild des Garagisten stärker gewandelt, als man das auf den ersten Blick vermuten würde.

Seit rund 35 Jahren steht Hansruedi Schär fast jeden Tag in seiner Garage und repariert Autos. Früher war das richtige Handarbeit - Schär fräste auch mal schnell ein Ersatzteil selber zurecht, damit es in einen Motor passte. Heute ist alles anders: Der Auto-Mech heisst Auto-Mechatroniker und dessen Hauptwerkzeug ist das Notebook, mit dem er die «Gesundheitswerte» eines Wagens über die Schnittstelle der «On-Board-Diagnose» ausliest.

« Ich habe es früher mehr geschätzt - als ich noch selber Hand anlegen konnte. Das ist heute nicht mehr so meine Welt. »

Die Abhängigkeit von den Autoherstellern habe durch diese Digitalisierung enorm zugenommen, findet Schär. Und auch die Kosten für seine Kunden: Heute kann der Garagist nicht mehr einzelne Ersatzteile bestellen, sondern immer nur ganze Komponenten. Das bedeutet zum Beispiel, dass er bei einem Wagen, bei dem die Scheibe des hinteren Lichts gebrochen ist, gleich die ganze hintere Abdeckung ersetzen muss.

Garagist Schär sitzt im Auto und tippt auf ein Tablet-Computer.

Bildlegende: Hansrudolf Schär diagnostiziert ein Auto. Lucius Müller/SRF

« Man muss heute mehr und teurere Ersatzteile verkaufen als früher. Eigentlich produziert man damit Müll. »