Tanja Schulz-Gasch, Pharmaforscherin: «Ich simuliere Moleküle»

Computer-Simulationen übernehmen in der Pharmaforschung eine zentrale Rolle. Das computergestützte Wirkstoff-Design visualisiert komplexe chemische Verbindungen in 3D und ersetzt Teile der Arbeit im Labor.

Tanja Schulz-Gasch entwickelt bei Hoffmann-La Roche in Basel neue Wirkstoffe. Damit diese als Medikamente optimal wirken, müssen ihre Moleküle eine ganz bestimmte Form haben. Mit Hilfe von 3D-Simulationen ist es heute möglich, solche neuen Wirkstoffe am Bildschirm zu entwickeln, bevor sie dann im Labor tatsächlich synthetisiert werden («molecular modelling»).

« Die Art und Weise, wie wir arbeiten, hat sich in den letzten 20 Jahren dramatisch verändert. »

Die Leistung heutiger Computer hat Grossrechner für solche Simulationen überflüssig gemacht. Die nötige Software kann auch auf einen normalen Laptop geladen werden. Die komplexe Forschungs-Arbeit findet damit ausserhalb des Labors und neu auch des Büros statt. 

Portraitfoto der Pharmaforscherin Tanja Schulz-Gasch, die eine grosse Brille trägt.

Bildlegende: Tanja Schulz-Gasch Der Aufbau eines Moleküls kann heute am dreidimensionalen Modell studiert werden. Lucius Müller/SRF

Zusammen mit theoretischen Chemikern und Laborchemikern stitzt Tanja Schulz-Gasch im Sitzungsraum und schaut sich die dreidimensionalen Strukturen auf einem Projektor an. Ein Fehler im Bau des Moleküls kann so schneller gefunden und korrigiert werden. Mit einer Methode, die zumindest visuell an ein hochkomplexes chemisches Tetris erinnert.