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Digital Was will Apple mit den Glamour-Kopfhörern?

Facebook kauft Oculus VR für über 2 Milliarden Dollar, Google zahlt mehr als 3 Milliarden für Nest Labs:; In der Hightech-Welt sind Milliardenübernahmen dieser Tage keine Seltenheit. Nun kommt ein weiterer Gigant dazu: Apple soll schon nächste Woche die Firma Beats kaufen, heisst es.

Dr. Dre steht links neben Lady Gaga, die eine überdimensionierte Sonnenbrille trägt.
Legende: Hip-Hop-Produzent Dr. Dre (hier mit Lady Gaga) ist einer der Mitbegründer von Beats Electronics. Reuters

Beats ist in erster Linie für seine Kopfhörer mit dem dicken roten «b» auf der Seite bekannt. Ein modisches Accessoire, das vor allem bei Jugendlichen beliebt ist. Die Financial Times berichtet nun darüber, dass Apple die Firma für 3,2 Milliarden Dollar übernehmen wolle. Die Gerüchte sind nicht neu: Schon vor über einem Jahr berichtete die Nachrichtenagentur Reuters über Verhandlungen , Link öffnet in einem neuen Fensterzwischen den beiden Firmen.

Eher Lifestyle denn Hightech

Apple kann sich eine solche Übernahme einfach leisten, die flüssigen Mittel der Amerikaner werden auf über 150 Milliarden Dollar geschätzt. Apple übernahm in den letzten Jahren denn auch immer wieder andere Unternehmen, Link öffnet in einem neuen Fenster, um an wertvolles Know-how oder technische Neuentwicklungen zu kommen, blieb bei den Ausgaben aber immer bescheiden.

Die grösste Übernahme war bisher die des Computerherstellers Next im Jahr 1997. Next war Apple damals den Preis von 400 Millionen Dollar wert – heute wären das ungefähr 600 Millionen.

Es erstaunt, Link öffnet in einem neuen Fenster also, dass Apple nun ausgerechnet für einen Kopfhörer-Hersteller so viel Geld auf den Tisch legt. Zwar wird der Jahresumsatz, den Beats mit dem Verkauf von Audioprodukten macht, auf eine Milliarde Dollar geschätzt. Trotzdem scheint der Kauf nicht zu Apple zu passen: Beats-Kopfhörer sind eher ein Lifestyle- als ein Technikprodukt, deren Klangqualität nicht eben für Lobeshymnen bei Experten sorgt.

Streaming statt Download

Von grösserem Interesse dürfte deshalb der Musikstreaming-Dienst Beats Music, Link öffnet in einem neuen Fenster sein, den Beats Anfang Jahr gestartet hat. Allerdings: Mit erst 200'000 Benutzern, von denen viele wohl nur wegen eines Marketing-Deals mit dem Mobilfunkanbieter AT&T mitmachen, spielt dieser Dienst nicht in der obersten Liga. Zum Vergleich: Musikstreaming-Marktführer Spotify soll schon über zehn Millionen zahlende Abonnenten haben.

Der Musikproduzent Jimmy Iovine.
Legende: Zweiter Gründervater ist Musikproduzent Jimmy Iovine, der heute als CEO von Beats 150 Mitarbeiter unter sich hat. Reuters

Für Apple ist es wichtig, im Streaming-Geschäft Fuss zu fassen. Mit iTunes hat die Firma zwar eine erfolgreiche Musikplattform, doch deren Stern scheint zu sinken: 2013 sollen die Umsätze aus dem Verkauf von digitaler Musik erstmals zurückgegangen, Link öffnet in einem neuen Fenster sein. Und Apples jüngste Versuche mit Musikstreaming und Cloud-Diensten (iTunes Match und iTunes Radio) stiessen beim Publikum bisher auf wenig Gegenliebe.

Apple oft Ziel von Spekulationen

Mehr als an technischem Know-how könnte Apple beim Kauf von Beats aber an den Lizenzen interessiert sein, die Beats für seinen Streaming-Service mit der Musikindustrie ausgehandelt hat. Allerdings ist nicht klar, Link öffnet in einem neuen Fenster, ob diese Lizenzen nach dem Kauf auch automatisch auf Apple übergehen würden.

So wie vieles bei diesem Deal noch unklar ist – unter anderem, ob aus der Übernahme wirklich etwas wird. Spekulationen darüber, dass Apple für viel Geld eine andere Firma übernehmen will, gab es in den letzten Jahren immer wieder, mit illustren Kandidaten wie Disney, Nintendo oder Twitter, Link öffnet in einem neuen Fenster. Alle diese Gerüchte hatten etwas gemeinsam: Sie blieben es.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    "...scheint der Kauf nicht zu Apple zu passen: ... sind eher ein Lifestyle- als ein Technikprodukt, ..." Von echten Technikprodukten hat sich Apple schon vor Jahren mehr oder weniger verabschiedet - gefühlte 90% der Appleproduktpalette besteht aus Life-style-Klimbim.
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    1. Antwort von Walter Schwarb, Ueken
      Höre ich hier Neid, oder was soll der Kommentar. Mit Apple Produkten hat man in jeder Sparte Qualitätsprodukte, die problemlos funktionieren und mit denen man arbeiten kann, ohne vorher oder während des Betriebes sich dauernd mit dem Gerät selber auseinander setzen zu müssen; und wenn sie dann noch ein schönes Design haben, um so besser, oder.
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