Wearable Devices: Die Renaissance von Uhr und Brille

Seit jeder von uns ein Handy bei sich trägt, sind Armbanduhren überflüssig – wenigstens, um die genaue Uhrzeit zu wissen. Nun erleben gerade wegen der Handys Armbanduhren eine Renaissance. Neu heissen sie Wearable Devices.

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Eindrücke von Wearable Devices an der Cebit (SRF Digital)

1:51 min, vom 8.3.2013

Armbanduhren feiern ein Comeback. Nicht als reine Zeitangeber allerdings, sondern als Erweiterung für unsere Smartphones – und Brillen werden plötzlich von Menschen getragen, die eigentlich gar keine Brille benötigten: Verrückte Welt? Nein: Smartphone-Welt!

Mitteilungs-Flut

Das Problem: Smartphones nötigen ihre Besitzer, alle paar Minuten ihr Gerät aus der Tasche zu ziehen, um zu überprüfen, ob nicht eine wichtige Meldung hereingekommen ist. Email, SMS, Whatsapp, Facebook, Twitter – das sind nur die fünf wichtigsten Meldungs-Lieferanten. Hinzu kommen noch klassische Telefonanrufe oder Alarm-Mitteilungen aus der Kalender-App.

Künftig können Smartphones in der Handtasche oder dem Hosensack bleiben und dennoch weiss der Benutzer sofort, wenn eine Mitteilung eingetroffen ist. Das Smartphone schickt sie ihm einfach auf eine Armbanduhr, die jede reinkommende Meldung mit einem Symbol signalisiert.

Cookoo ist eine solche Spezial-Uhr, eine der ersten ihrer Art, die bereits erhältlich ist. Andere sind noch im Prototyp-Stadium, wie WearIt. Diese Uhr soll sogar mehr sein als eine Smartphone-Anzeige-Erweiterung: Die Uhr ist selbst ein Handy – mit Android Betriebssystem.

Bebrillt informiert

Dasselbe Prinzip, nur direkt vor den Augen: Neuartige Brillen projizieren direkt ins Brillenglas hinein Informationen, die das über Bluetooth gekoppelte Smartphone liefert. Google hat noch für dieses Jahr «Glass» angekündigt; quasi ein Computer in Brillenform. Wer ebenfalls eine solche Brille auf dem Markt verbreiten will, muss sich nun also beeilen. Die italienische Firma Si14 versucht’s und zeigte an der Cebit Glass Up. Allerdings nur als Prototyp mit einem auf die Brillenscheibe projiziertem Standbild. Auf den Markt kommen soll das ziemlich urtümliche Brillengestellt im September. Ob das noch reicht, um Google zuvorzukommen?