WhatsApp befreit sich vom Handy

Der beliebteste Instant-Messenger unserer Breitengrade kommt auf den PC. Ab sofort können WhatsApp-Nachrichten auch im Browser gesendet und empfangen werden – vorderhand allerdings nur von gut der Hälfte der Benutzer.

WhatsApp Nachtichten auf einem PC-Browser.

Bildlegende: WhatsApp Nachrichten auf dem PC: Die Bürolisten dürfte es freuen. SRF

Mit einem kurzen, unaufgeregten Blogpost gab WhatsApp heute bekannt, worüber schon seit einiger Zeit gemunkelt wurde: Ab sofort können WhatsApp-Nachrichten auch vom Computer aus empfangen und versendet werden.

Wir sind es uns von E-Mail oder Facebook her schon länger gewohnt: Informationen dann und dort abholen, wo es am bequemsten geht. Das Gerät, das wir dafür verwenden, spielt dabei kaum eine Rolle. So hat auch Apple den Schritt der Verschmelzung von iMessage-Nachrichten auf dem Smartphone und dem Computer bereits vollzogen.

Chrome ist Pflicht; nicht fürs iPhone

Wer WhatsApp-Nachrichten auf dem PC bearbeiten will, tut das im Internet-Browser. Dafür ist allerdings der Chrome-Browser von Google vorgeschrieben. Ausserdem muss das Smartphone, das mit dem WhatsApp-Konto verknüpft ist, immer eingeschaltet und mit dem Internet verbunden sein – der Browser spiegelt die Nachrichten auf dem Smartphone nur.

Die wichtigste Einschränkung betrifft aber alle iPhone-Benutzer: Ihnen bleibt die Verwendung von WhatsApp im Browser auf unbekannte Zeit vorenthalten. Bei WhatsApp gibt man «Plattform-bedingte Probleme» als Grund dafür an. Man plane aber an einer Lösung für iOS-Nutzer, so die vage Äusserung.

Technisch nicht trivial – ausser für Benutzer

Um eine WhatsApp-Session auf dem Browser zu starten, braucht man weder Benutzername noch ein Passwort. Es genügt, mit dem Handy den QR-Code zu scannen, den man auf web.whatsapp.com angezeigt bekommt. Ab dann hat man von dort aus Zugriff auf den gesamten Nachrichten-Verlauf, den man auch auf der Smartphone-App hat.

Erst im November hatte WhatsApp bekannt gegeben, die Nachrichten auf dem Dienst Ende-zu-Ende zu verschlüsseln. Das dürfte der Grund für die etwas ungewohnte Art und Weise sein, wie man sich bei WhatsApp im Browser anmelden muss. Die Nachrichten werden offenbar weiterhin auf die gleiche Art und Weise verschlüsselt. So kann der Browser nur anzeigen, was auch auf dem Smartphone passiert.