Wir basteln uns einen Drohnen-Ersatz mit Party-Ballonen

Drohnen für den Hausgebrauch kosten schnell über tausend Franken und sind nicht einfach zu steuern. Deshalb verwenden wir als Drohne Ballone, wie sie schon Kinder von Geburtstagspartys kennen. Damit kann jeder seine Heimat von oben anschauen.

Das Bild zeigt Digitalredaktor Peter Buchmann aus der Luft fotografiert von einer Ballon-Drohne.

Bildlegende: Völlig losgelöst: Die Drohne fotografiert ihren Pilot, der sie an zwei unsichtbaren Fäden führt – eine beinahe meditative Erfahrung. Drohne / SRF

Die Kamera

Wir verwenden eine «GoPro Hero 2», eine der weit verbreitesten «Action Cams» für den Einsatz in rauhen Bedingungen. Um sie unterhalb der Ballone zu befestigen, haben wir etwas Styropor aus einer alten Computer-Verpackung entwendet und daraus ein rechteckiges Brett mit einem Loch für die Kamera herausgeschnitten. Damit das Styropor nicht brechen kann, haben wir es mit starkem Klebeband umwickelt.

Die Halterung für die Kamera muss leicht sein - deshalb ist sie aus Styropor.

Bildlegende: Die Konstruktion Die Halterung für die Kamera muss leicht sein - deshalb ist sie aus Styropor. Reto Widmer / SRF

Der Flugkörper

Unsere Konstruktion wiegt rund 200 Gramm. Das ist das Gewicht, dass die Ballone in die Luft heben müssen. Unsere beiden Ballone mit 75 Zentimeter Durchmesser schaffen diese Leistung gerade so. Besser geht's mit drei Ballonen.

Damit die Ballone auch in die Lüfte steigen, füllen wir sie nicht mit Luft, sondern mit Helium. Dieses Gas ist relativ teuer und treibt die Kosten unserer Ballon-Drohne gegen 100 Franken. Anstelle der grossen Ballons kann man auch viele kleinere verwenden, die zusammen die gleiche Menge Helium aufnehmen.

Die beiden Ballons haben wir mit gewöhnlichen Schnüren an der Kamera-Halterung befestigt. Ebenfalls an der Halterung sind zwei 50 Meter lange transparente Silch-Leinen angebracht, die wir in einem Laden für Fischerei-Zubehör für rund 15 Franken gekauft haben. Der Silch kann einem Zug von 5,5 Kilogramm standhalten - bei weiten genug für unseren Zweck.

Der Flug

Bevor man sich in die Vorbereitungen stürzt, empfiehlt es sich, den Wetterbericht zu konsultieren. Ideal ist schönes Wetter ohne Wind, weil Wind macht nur Probleme. Am besten lässt man den Ballon auf einem freien Feld fliegen. Für die Ballone heikel sind Bäume; gefährlich sind Stromleitungen – auch für uns.

Das Bild zeigt Digitalredaktor Peter Buchmann, der mit zwei Schnüren zwei Luftballone steuert, unter denen eine Kamera befestigt ist.

Bildlegende: Meditativ Das Steuern unserer Ballon-Drohne ist nichts für kribbelige Personen. Reto Widmer / SRF

Die« GoPro» kann sowohl als Video-Kamera als auch als Foto-Kamera verwendet werden. In beiden Fällen sollte man darauf achten, dass die Ballon-Drohne nur langsame Bewegungen macht. Die Kamera sollte nicht gerade nach unten zeigen, sondern leicht schräg aufgehängt sein, damit auch der Horizont abgebildet wird.

Wird die «GoPro» als Foto-Apparat verwendet, kann man ein Intervall wählen, in dem die Kamera regelmässig fotografiert. Sinnvoll ist ein Intervall zwischen zwei und fünf Sekunden.

Unsere Kamera hat ein sehr starkes Weitwinkel-Objektiv. Das hat zur Folge, dass Fotos, die ein paar Meter über dem Boden gemacht wurden, den Eindruck erwecken, als seien der Ballon schon in grosse Höhe gestiegen. Unsere Drohne muss deshalb gar nicht weit aufsteigen, um schwindelerregende Aufnahmen zu machen: Bereits bei dreissig Metern entsteht ein Eindruck von «Fliegen».