«Wir sprechen unsere eigene Brizzi-Bräzzi-Sprache»

Wie tönt es, wenn Chris von Rohr an seinem Album feilt? Wir haben beim Schweizer Rock-Musiker und Musikproduzenten nachgefragt.

Macht Nik den Dög? Chris von Rohr und Nik Hartmann unterhalten sich - unter anderem über Fachsprachen.

Bildlegende: Macht Nik den Dög? Chris von Rohr (links) und Nik Hartmann im SRF 3 Studio. SRF 3

Er war als Produzent und Songwriter für die Schweizer Rockband Gotthard tätig, füllte mit Krokus in den 80er-Jahren das Zürcher Hallenstadion und sass 2003 im Jurorensessel der Sendung MusicStar.

Chris von Rohr hat eine lange und vielseitige Musikkarriere hinter sich – Grund genug, nach Fachwörtern zu fragen. 

Schwierig, dem Gespräch zu folgen

 «Wenn man als Aussenstehender in eine Musikproduktion kommt, kann es durchaus schwierig sein, dem Gespräch zu folgen», so Chris von Rohr. Even take digital reverse timber sei beispielsweise so ein Ausdruck. Kurz übersetzt ist das ein spezieller Hall-Effekt, den man auf eine Stimme legen kann.

In der Musikbranche fallen aber auch immer wieder Begriffe wie distortion (Verzerrung), late back (second beat), delay (Verzögerung) oder reverb (Hall).

«Sprechen Nasenbärensprache»

Eigentlich würde man meinen, dass Musiker untereinander die gleiche Sprache sprechen, doch das ist bei Krokus nicht der Fall: «Wir versuchen das Akademische zu vermeiden und sprechen eher von einem «Brizzi-bräzzi Sound». Wir sprechen in unserer eigenen Nasenbärensprache. Das Technische wird bei uns weggelassen».

Damit man die Jungs von Krokus versteht, muss man also wissen, wovon die Rede ist.

Chris von Rohr (links) und Marc Storace von Krokus auf dem Zebrastreifen vor dem legendären Beatles-Studio in London.

Bildlegende: Abbey Road Krokus-Musiker Chris von Rohr (links) und Marc Storace auf dem Zebrastreifen vor dem Beatles-Studio in London. PD

Neues Album mit Beatles-Klassiker

Die neue Krokus-Platte bietet typischen Hardrock aus den 80ern, der nicht ganz so frisch, dafür aber umso besser eingespielt wirkt. Das Album «Dirty Dynamite» wurde in den legendären Abbey Road Studios in London aufgenommen. Damit ging für von Rohr ein Lebenstraum in Erfüllung.

Und wenn man schon im Beatles-Studio ist, kann man auch gleich einen Beatles-Song covern. Die Coverversion von «Help» kommt in der Version von Tina Turner als langsame Halb-Ballade daher. Das Titelstück «Dirty Dynamite» klingt fast schon wie ein Plagiat zweier bekannter Songs: «I love you period» von Dan Baird und «Whatever you want» von Status Quo. 

Unterm Strich klingen Krokus teilweise wie ihre alten Vorbilder Status Quo. Der Sound ist knackig, analog, wie eine Reise zurück in der Zeit.

Krokus: Das Making of der neuen Platte «Dirty Dynamite»

Krokus: Musikvideo zum neuen Song «Dirty Dynamite»

Glossar Musikproduzent

Musikproduzent Glossar
AMP




Mit dem AMP (Gitarrenamp) sind
Gitarrenverstärker gemeint. Dabei unterscheidet man von Gitarrencombos
(Verstärker und Boxe in einem) oder Stack (der Verstärker und
die Lautsprecherboxe sind separat).




AUTO-TUNE




Ein Computerprogamm, mit welchem die
Tonhöhe eines Audiosignals nachträglich korrigiert werden kann. Dies wird vor
allem für Gesangspassagen verwendet, welche falsch intoniert wurden.




BACKING
TRACK





Eine im Voraus aufgenommene Spur, welche
dem Musiker oder Sänger helfen soll, seine Performance an die der anderen
anzupassen. Der Backing Track wird üblicherweise via das Playback abgespielt.




BASICS
/ BASIC TRACKS





Üblicherweise wird die Rhythmussektion
(Schlagzeug und Bass und je nach Produktion auch Rhythmusgitarren) als Basics
/ Basic Tracks bezeichnet. Sie bilden das Fundament eines Songs.




BRIDGE




Meist Teil eine Songs, bei welchem ein
Refraineingeleitet wird. Bridges können Steigerungen einleiten oder einfach
nur einem zu einseitigen Arrangement entgegenwirken.




DAW




Digital Audio Workstation. Der
gebräuchliche Begriff für Musikrecording-Software. Am weitesten verbreitet
sind die Programme Pro Tools, Logic Pro und Cubase.




EQUALIZER




Ist ein Hilfsmittel zur Tongestaltung.
Ein Equalizer setzt sich aus mehreren Filtern zusammen, die beliebig
angepasst werden können, um das Spektrum des Eingangssignals zu
bearbeiten. 




FLAT




«Bei dem Part warst du etwas flat».
Wenn ein Sänger die geplante Tonhöhe verfehlt (meist leicht drunter ist).,
dann singt er flat.




HOOKLINE




Eine Hookline ist eine für ein
Musikstück charakteristische eingängige Melodiephrase oder Textzeile. Sie
macht den Wiedererkennungswert eines Stücks aus – der Ohrwurmeffekt wird also
meist durch die Hookline bestimmt.




KLICK




Umgangssprachlich für das Klicken des
Metronoms, welches dem Musiker den Takt angibt. Musiker nehmen üblicherweise
mit einem Klick auf, um das Tempo zu halten. Die ist wichtig, wenn sogenannte
Overdubs gemacht werden müssen.




KOMPRESSOR




Ein Effektgerät, mit welchem der
Dynamikumfang eines Tonsignals geregelt wird (vor allem, um dieses zu
verstärken).




LATENZ




Die zeitliche Verzögerung zwischen dem
Entstehen eines Sounds und dem Erreichen unserer Ohren. Ist besonders dann
von Bedeutung, wenn der Musiker gleichzeitig Sender und Empfänger ist (wenn
er beispielsweise sein Instrument über ein Playback spielt und aufnimmt).
Latenzen können zu grossen Problemen in Feeling und genauer Interpretation
führen.




LICK
/ RIFF





Bezeichnet eine Gitarren-/Piano-
Akkordabfolge - oft auch Thema genannt.




MASTERING
/ AUDIO MASTERING





MIt Mastering ist die (zum Teil auch
künstlerische) Endbearbeitung der Tonaufnahmen gemeint. Es ist der letzte
Schritt einer Produktion. Beim Masteringprozess wird die Pressvorlage für das
Presswerk erstellt. Ziel des
Masterings ist es, das Tonmaterial möglichst wiedergabekompatibel zu machen,
denn eine professionelle Tonaufnahme soll auf jeder Anlage (ob klein oder
gross) möglichst gleich klingen.




OVERDUB




Von einem Overdub spricht man, wenn
ein Musiker seinen Part über bereits bestehende Instrumente aufnimmt, sei
dies zur Korrektur oder weil man diese Aufnahmemethode gewählt hat.




PLAYBACK




In der Musikproduktion: Bereits
aufgenommene Spuren werden abgespielt, um dem Musiker einen Leitfaden zu
geben, wo im Song er sich befindet. So kann er mit dem Feeling der anderen
Spuren sein Instrument einspielen.




TAKE




Unter einem Take versteht man einen
Aufnahmedurchgang eines ganzen Songs oder eines Teils davon. Meist werden von
Songs mehrere Takes gemacht und zusammengeschnitten.