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SRF 3 eingeliefert Eingeliefert: Eure Geschichten und Reaktionen

Unser Radioexperiment aus der psychiatrische Klinik in Chur bewegt euch. Eine Auswahl eurer Reaktionen.

Das Studio von SRF 3
Legende: Alle Kanäle offen im SRF 3 Studio. SRF 3

Drei Patienten machen Radio, das bewegt. Sie haben ihrer Sendung (täglich von 14.30-15 Uhr) den Namen Radio Narrenfreiheit gegeben. In dieser Zeit sprechen sie ohne Konzept, dafür erfrischend ehrlich über sich und ihr Behandlung in Chur. Als Dank erhalten sie zahlreiche positive Reaktionen von euch.

Tolle Männer, tolles Radio. Danke für die Offenheit und fürs Teilhaben lassen. Ich klebe nachmittags förmlich an den Lautsprechern. Klasse!
Autor: Stephanie EhmannFacebook
Gratulation zu dieser tollen Idee, 3 Menschen aus der psychiatrischen Klinik das Mic zu übergeben. Sensibilisiert die Menschen sicherlich, die Angst vor diesen Themen haben. Die Hemmschwelle wird gesenkt. Wirklich sehr spannend zum zuhören. Bin begeistert. Danke dafür! Weiter so mit innovativem Radio!
Autor: Bettina SiegwartFacebook

Natürlich ist es für viele Hörer ungewohnt, mitten am Nachmittag eine halbe Stunde Talk zu hören. Uns ist klar: Radio Narrenfreiheit ist ein Experiment.

SRF 3 geht für eine Woche in die Psychiatrie nach Chur. Diesen Umstand kann man so oder anders sehen.

SRF 3 flieht aus seinem Psychoalltag ins ganz normale Leben? Find ich cool, endlich mal normales Radio ^^
Autor: Beat HemmiFacebook
Super, endlich kommen mal die Normalos zur Wort!
Autor: Brigi WyssFacebook
Sind wir nicht alle ein bisschen...
Autor: UdoMail ins Studio

Für viele User und Hörer von SRF 3 ist es ganz allgemein höchste Zeit, über psychische Erkrankungen zu sprechen - und auch den Betroffenen selbst eine Stimme zu geben.

Sehr gut, dass sich einmal die Patienten selbst zu ihrer Situation äussern können! Es kann jedem passieren, dass er einmal einen Aufenthalt in einer psychatrischen Klinik braucht. Dieses Thema sollte von den vielen Tabus endlich befreit werden.
Autor: Regina KaserFacebook

Es melden sich auch Menschen, welche selbst schon Hilfe gebraucht haben. So schreibt Lesley Scheiwiller, sie habe da selbst durchmüssen.

De Alltag ISCH Wahnsinn. Wen wunderts, das chli sensibleri Seelene irgendwenn nüm klar chömmed mit dene ewige Erwartige. Das foht scho bi chline chind ah mit 'muesch am beste si, guet langet nid'
Autor: Lesley ScheiwillerFacebook
Ich war selber für 3 Monate freiwillig in der Psychiatrie und ich kann sagen, dass es für mich die schönste, wertvollste und härteste Zeit meines Lebens war. Therapie heisst Arbeit an sich selbst. An anderen zu arbeiten ist viel einfacher und schöner.
Autor: Therese UhlStudiomail
Eines der Fotowerke von SRF 3 Hörer Andrea
Legende: Foto Andrea Eines der Fotowerke von SRF 3 Hörer Andrea AGK , Link öffnet in einem neuen Fenster

Beeindruckend ist die Geschichte von Andrea Giovanni Käppeli, welche er auf Facebook/srf3 mit uns teilt.

2005 War ich wegen einer sehr schweren, «mehrfach überlagerten» Depression und einer posttraumatischen Belastungsstörung, für sechs Monate in der Psychiatrischen Klinik. Schon immer war ich kreativ, das bringen meine Berufe mit sich. Doch in der Klinik machte ich Bilder, nur mit einer Videokamera und einem Laptop, die die Psychiatrie-Fachleute für nicht möglich hielten.
Autor: Andrea Giovanni KäppeliFacebook

Seine Bilder, Link öffnet in einem neuen Fenster sind tatsächlich beeindruckend. Andrea wünscht sich, seine Werke irgendwann als Buch veröffentlichen zu können.

Beeindruckt hat uns auch die Geschichte von einem jungen Mann, der hier anonym bleiben möchte.

Ich selber war als ich 16 Jahre alt war (heute 18) in einer psychiatischen Klinik. Dabei lernte ich viele andere junge Menschen kennen, die auch selber eine Krise zu bewältigen hatten. Was mir dabei aufgefallen ist, ist das jeder ein heimliches Talent besitzt, sei es musikalisch, zeichnerisch. Heute gehe ich wieder normal zur Schule. Dabei hörte ich oft wie andere Mitschüler sagten - die in der Psychiatrie brauchen Zwangsjacken, Zwangsmedikationen und seien einfach geistig gestört. Diese Personen wissen und merken nichts davon, dass ich selber in einer solchen Klinik war!
Autor: AnonymMail ins Studio

Eine Hörerin kann ihrer Depression mittlerweile sogar positive Aspekte abgewinnen.

Ich leide seit über 15 Jahren an schweren Depressionen und Angst- und Panikattacken. Mit wenigen Ausfällen arbeite ich trotzdem zu 100 Prozent und fühle mich als normalen Menschen, der einfach an einer Krankheit leidet. Als ich mich wegen der Einnahme der Antidepressiva beim Arzt beklagte, meinte er, andere benötigen Insulin, ich eben einen Serotoninhemmer. Da fing ich an, die Depression als Krankheit und Teil von mir zu akzeptieren und war frei, mich endlich zu lieben, wie ich bin. Heute bin ich der Krankheit sogar dankbar, denn ich musste lernen, auf meinen Körper zu hören und feine Signale wahrzunehmen. Ich bin viel positiver eingestellt und viel zufriedener und geniesse die guten Tage richtig bewusst.
Autor: Daniela ArnoldMail ins Studio

Doch bei allen Erfolgen, die eine Therapie mit sich bringen kann: Eine psychische Erkrankung kann einen Menschen in ein tiefes Loch stürzen. Eine Hörerin, die anonym bleiben möchte, schildert uns, was das heisst. 

Sie können nicht die kleinste Entscheidung mehr treffen. Das fängt morgens bei der Kleiderwahl an. Ob beim Essen oder beim Einkaufen - wenn sie sich dazu überhaupt noch aufraffen können - jede noch so kleine Entscheidung kostet enorm Kraft. Bei schönem Wetter fühlen sie sich extrem furchtbar, denn dann müsste man ja raus, sich freuen, mit der Sonne um die Wette strahlen. Sie strahlen nur noch Müdigkeit und Lustlosigkeit aus und werden immer in sich gekehrter, da ihnen das Interesse an Gesprächen fehlt. Sie versinken immer tiefer in ein schwarzes Loch. Es gibt lichtere Momente und die muss man nutzen um sich in Behandlung zu begeben. Egal wo man ansetzt, Hauptsache, man teilt sich mit.
Autor: AnonymMail ins Studio

PS: Selbstverständlich haben auch kritische Stimmen ihren Platz.

Die Idee ist gut, das Thema interessant und auch die halbe Stunde Livestudio ist in Ordnung, aber ihr übertreibt es meiner Meinung nach masslos.
Autor: Marco IsenschmidMail ins Studio
Diese Sendung ist nun wirklich der grösste Schwachsinn, den ich in all den Jahren bei DRS 3/SRF 3 gehört habe!
Autor: Lukas BrawandMail ins Studio

18 Kommentare

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  • Kommentar von Elvis, Basel
    2/2 Wen eine depressive Frau sich nicht entscheiden kann, was sie morgens anziehen soll, hat sie eher ein Luxusproblem. Man kann doch wirklich nicht alles einer Depression zuschreiben und als Symptom deuten, das wäre dann eher Hypochondrie! Bei den Mail-Zitaten die vollen Namen zu veröffentlichen ist auch nicht nett von SF.
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  • Kommentar von Elvis, Basel
    1/2 Was mich an manchen Leuten mit Depression stört, ist deren "gschpürsch mi?"-Attitüde. Ich hatte in meiner Jugend auch eine äusserst depressive Phase und bin heute noch nicht glücklich mit meinem Leben, aber wer sein ganzes Leben nach dieser Krankheit ausrichtet, verliert sich in Gefühlsdusselei und ist nicht Bodenständig. Einige depressive Frauen nehmen jedes kleinste Detail als Vorwand für die Krankheit und verlangen danach, dass man ihren "Problemen" besonders viel Aufmerksamkeit widmet.
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  • Kommentar von Anonym, Thun
    Ich habe nur einen kleinen Teil der Sendungen mitbekommen. Ich finde es sehr gut, dass das Thema öffentlich behandelt wird. Leider sind psychische Erkrankungen immer noch sehr stigmatisiert. Da ich nicht alle Beiträge/Diskussionen mitbekommen habe, weiss ich jetzt nicht, ob auch das Thema "Depressionen und Alkohol" gestreift wurde. Als betroffene Angehörige eines mittlerweile leider verstorbenen Patienten kann ich nur sagen, dass diese Kombination für das nahe Umfeld sehr schwierig ist.
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