Wintercamping: erfrischend anders

Wintercamper sind flexibel, lieben die Natur und sind Schweizer. Kälte macht ihnen nichts aus, trotzdem schätzen sie den Komfort eines geheizten Wohnwagens. SRF 3 Input hat eine fünfköpfige Familie und zahlreiche Campingfans in ihrem Winterwohnwagen besucht.

Wintercamper lassen sich nicht generell charakterisieren oder typologisieren. Aber die SRF 3 Hintergrundsendung Input trägt trotzdem einige Fakten zusammen. Auf Schweizer Campingplätze kommen im Winter hauptsächlich Schweizer Gäste zur Erholung. Engelhard Gerber vom Campingplatz Pradafenz spricht von bis zu 50 Prozent Einheimischen: «Den Rest teilen sich die Deutschen und die Holländer auf.»

Generell sind Wintercamper flexible Leute, die sich auch auf unvorhergesehenes einstellen können. Immer wieder kann es nämlich sein, dass das Wetter oder der Wohnwagen Überraschungen bereithalten. Alle Interviewten sagten gegenüber SRF 3 Input, dass die Vorurteile eng, nass und kalt beim Wintercamping nicht zutreffen.

« Der Wagen lässt sich locker auf zwanzig bis fünfundzwanzig Grad heizen »

sagt Dani Kyburz, der mit seiner Frau und den drei Kindern etwa vier bis fünf Wochen pro Winter im Wohnwagen verbringt, einzelne Wochenenden eingerechnet. Allerdings ist der knapp bemessene Platz für alle Camper ein Thema, wenn man sich jedoch organisiert und darauf einstellt ist es kein Problem, so der Tenor unisono. Den Reiz des Wintercampings machen die Winterlandschaft, der Wintersport und das «doch nicht ganz alltägliche Abenteuer» aus. Wer Wintercamping macht, hat zu Hause was zu erzählen.

Ein Blick in die Statistik zeigt jedoch, Wintercamper sind eine seltene «Spezies». Während in den Sommermonaten Juni, Juli und August 2011 mehr als 2 Millionen Übernachtungen auf Schweizer Campingplätzen registriert wurden, waren es im selben Jahr in den fünf kalten Monaten November, Dezember, Januar, Februar und März zusammengezählt nur 110 000. Obwohl auch im Winter zahlreiche Schweizer Campingplätze in Wintersportgebieten wie auch im Flachland geöffnet haben, bleibt die Schweiz ein Sommercampingland.

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