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Album-Check Das neue Album «Drones» von Muse: Politrock 2.0

Nachdem Muse mit jedem Album experimenteller wurden und zuletzt Rockopern produzierten, ist Album Nummer 7 eine Rückkehr zu alten Stärken. Die Wucht und Eleganz des Rock-Trios ist zurück – natürlich mit den Muse-eigenen Standards.

Legende: Audio Dominic Dillier über «Drones» abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
01:41 min, aus Audio Aktuell SRF 3 vom 04.06.2015.

Auf «Drones» präsentieren sich Muse als grandiose Experimental Space-Rock-Band. Was auf den ersten Blick wie Science-Fiction-Hirngespinste von Muse-Mastermind Matthew Bellamy aussieht, ist bei genauer Betrachtung ein Konzeptalbum über die Gräueltaten moderner Kriegsführung.

Matthew Bellamy über das Konzept hinter «Drones»

«Wir sind mit Filmen wie 'Terminator' aufgewachsen und dachten stets, das sei dumme Science Fiction. Nun haben wir diese autonomen Tötungsmaschinen namens Drohnen, welche immer mehr selbst über Leben und Tod entscheiden. Es gibt Drohnen-Piloten in Las Vegas, welche tagsüber in einem Raum sitzen und in Afghanistan Menschen töten und abends im Casino Poker spielen. Wenn wir bereit sind, dies zu akzeptieren, ist dies das Ende menschlicher Empathie überhaupt.»

Beste Songs

  • Der irre Uptempo Gitarren-Exzess «Reapers» mit dem Van Halen Gitarren-Intro und dem Rage Against The Machine-Solo im Mittelteil.
  • Der stampfende Heavy Metal-Kracher «Defector».
  • Das aufmüpfige «Revolt» mit seinen Tempowechseln und eingestreuten Queen-Chörli.
  • Das epische «The Globalist», das sich vom Ennio Morricone Kitsch-Intro zum galoppierenden Judas Priest Gitarren-Wahnsinn entwickelt und im sakralen Choral endet.

«Drones» – das Musical

Mir wird schlecht, dachte ich, als ich von den Musical-Plänen hörte, welche Muse offenbar mit «Drones» haben. Nur: Wenn überhaupt ein Album sich als Musical eignet, ist es «Drones» – aber bitte mit Matthew Bellamy als Hauptdarsteller sowie Dominic Howard und Chris Wolstenhome in den Nebenrollen!

1 Kommentar

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  • Kommentar von Micha Unold, Zuchwil
    Die vier genannten Songs sind wirklich die Highlights des neuen Albums. Nun bin ich mit Drones trotzdem nicht so ganz warm. Wenn "back to the roots" dann vergleiche ich es mal mit dem Erstling Showbitz. Fazit: Für mich ist Drones ein Diamant, an dem so stark geschliffen wurde, dass er zwar den perfekten Glanz erhielt, jedoch massiv an Grösse eingebüsst hat. Ich wage den Verdacht, dass das Album ohne AC/DC Star Produzent lebendiger und authentischer (man höre Showbitz) rausgekommen wäre.
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