«Artpop» von Lady Gaga: Das lauteste Popalbum der Gegenwart

Lady Gaga's «Artpop» ist laut. Sehr laut. Vielleicht das lauteste Popalbum der Gegenwart. Gaga inszeniert sich wie immer selbst und präsentiert eine pumpende, lärmige und etwas gar plumpe Dance-Pop Platte, die nicht so recht weiss, was sie jetzt sein will.

«  I live for the applause, applause, live for the way that you cheer and scream for me »

Lady Gaga - Applause

Wer könnte es besser sagen als Gaga selbst? Applaus ist es, was die Sängerin von ihren Fans erwartet. Applaus ist, wofür sie lebt. Um das zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht - so zu hören auf ihrem dritten Album «Artpop».

Artpop zählt zu den am heissesten erwarteten Alben des Jahres. Nicht weniger als ein Hitalbum erhoffen sich Fans. Gaga hingegen will auf «Artpop» wahren Kunstpop zelebrieren. Irgendwie gelingt ihr beides. Und irgendwie auch nicht.

Das lauteste Popalbum der Gegenwart?

Artpop ist laut. Konstant pumpen die krachenden Discobeats mit verzerrtem Elektro-Bass vorwärts. So bombastisch und überfüllt die Produktion auch ist - es fällt oft schwer, die einzelnen Songs auseinander zu halten. Wären da nicht ab und an die Gaga-typischen, eingängigen Refrains, man wüsste nicht, in welchem Song man sich gerade befindet.

Artpop ist nämlich alles andere als eingängig, an gewissen Stellen ist die Platte sogar extrem sperrig, insbesondere in der ersten Hälfte. Damit wird es Gaga vielen ihrer Fans nicht einfach machen - sie selber aber will genau hier zeigen, was echter Kunstpop ist.

Alles was zählt, ist Gaga

Aber Gaga bleibt auch auf Artpop Gaga und liefert mit Gypsy, ManiCure und dem R. Kelly Duett Do What U Want Gaga-typische Hits, welche klar auf die Charts schielen und ihre gewohnt grossartigen Refrains zelebrieren. Den grössen Hit des Albums hat sie mit Applause zwar bereits im Vorfeld veröffentlicht, doch bleibt ihr noch eine Handvoll Hits, um auch aus Artpop eine weitere Gaga-Erfolgsgeschichte zu schneidern.

Und vielleicht ist es genau das, was Gaga am Ende will. Ein paar weitere Hits, mit welchen sie ein eh schon Hit-lastiges Live-Programm aufpeppen kann. Am Ende geht es neben all der Kunst, dem Lärm und der massiven Selbstinszenierung eben doch nur um eines: Gaga, Gaga, und immer wieder: Gaga.