Delilahs, dass es euch noch gibt!

So manch andere Band hätte bei kleineren Hürden längst aufgegeben. Die Delilahs aus Zug haben in acht Jahren fast schon sämtliche Hochs und Tiefs einer Rockkarriere durchlebt und überstanden. Zeit, dies zu würdigen.

«  Ich wünschte, wir hätten vor acht Jahren diese Platte in Petto gehabt! »

Muriel Rhyner

Es klingt schon etwas wehmütig, wenn Sängerin Muriel Rhyner solche Sätze sagt. Aber vielleicht wären die Delilahs nie da, wo sie heute sind, hätten sie die letzten acht Jahre nicht erlebt.

2006 war es, als das damals noch rein weibliche Trio eine der jüngsten Musiksensationen der Schweiz bildete. Ein ganzes Land feierte eine junge Band, welche nicht bereit war. Weder für den Rummel um sie, noch für die grossen Bühnen, welche sie plötzlich zu füllen hatte.

Mit Highspeed auf der Rock'n'Roll-Achterbahn

Die folgenden Jahre waren eine turbulente Achterbahnfahrt. Da waren Geschichten über das Zerwürfnis mit dem Management, jahrelange Rechtsstreitereien, ein ganzes Album das nie erschien, ein Ex-Manager welcher sich das Leben nahm - die Geschichten um die Delilahs füllen ein ganzes Rockstar-Leben.

Die meisten Bands hätten ab so kräftezehrenden Jahren das Handtuch bereits geworfen. Sind wir ehrlich: Viele Bands lösen sich wegen weitaus kleineren Lappalien auf.

Vom Frauen-Trio zur konventionellen Rockband

Seit 2009 sind sie mit Schlagzeuger Daniel Fischer und Gitarrist Philipp Rhyner unterwegs. Und in dieser Formation erscheint diesen Freitag das dritte Album «Past True Lust». Und trotz dem modernen, frischen und internationalen Sound schwingt ganz viel Geschichte in den Songs mit. Man merkt: diese Band hat was zu erzählen.

Vielleicht wäre es an der Zeit für den Karriereherbst. Immerhin fehlt mindestens noch eine «Best Of»-CD, ein grosser Welthit und ein Drogentod in der Delilah'schen Schnellzug-Rockstar-Karriere. Auf letzteres können wir aber gerne verzichten. Den ganzen Rest nehmen wir gern! Und auch wenn musikalisch nicht immer alles glänzt, sind die Delilahs trotzdem an einem Punkt, wo man den Hut ziehen und sagen darf: Schön, seid ihr noch da.