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Musik Die Popmusik ist süchtig nach dem «Tsch!»

«Johnny B. Goode», «Oh, Jonny» oder «Hello Joe». Drei Hits mit einem gleichen Nenner: dem Buchstaben «J». Vornamen mit diesem Buchstaben liebt die Popmusik. Aber warum eigentlich?

Schrieb mit «Johnny B. Goode» eines der berühmtesten «Johnny-Lieder». Der Rock'n'Roll-Pionier verstarb vergangenen März im Alter von 90 Jahren.
Legende: Chuck Berry Schrieb mit «Johnny B. Goode» eines der berühmtesten «Johnny-Lieder». Der Rock'n'Roll-Pionier verstarb im März. Reuters

Weil wir Zahlen lieben, hier erst einmal einige Zahlen. Seit 1960 weisten die Billboard Hot 100, Link öffnet in einem neuen Fenster die offiziellen Single Charts aus. Das war aber nicht immer so. In den 40ern und 50ern existierten verschiedene Charts anhand diverser Kriterien (beispielsweise waren Verkäufe, Radioairplays und Jukebox-Einsätze in separaten Hitparaden vertreten). Daher beziehen wir uns hier auf sämtliche Zahlen ab 1960.

Seit der Einführung der Billboard Hot 100 haben es um die 19'000 Songs in die Charts geschafft, 700 davon hatten einen Vornamen im Titel. 46 davon alleine mit dem Namen John oder Johnny.

Fun Fact: Songtitel, welche «She», «Her» oder «Him» enthalten, gibt es doppelt so viele. Und davon werden die weiblichen Pronomen doppelt so oft verwendet, wie ihre männlichen Synonyme.

Reime und Gospel sind Gründe

Warum aber werden gerade bei Männern Vornamen mit «J» vergleichsweise oft verwendet? Laut dem US-Ethnomusikologen Timothy Taylor hat dies zwei signifikatne Gründe:

  • Im englischen Sprachgebrauch sind Namen mit «J» (wie John, Johnny oder James) sehr einfach zu reimen und vielfältig anwendbar. Zudem sei der Buchstabe «J» einer der schönsten, knackigsten und einfachsten zu singen.
  • Besonders biblische Namen wie John (oder Johnny) waren bei den afroamerikanischen Sklaven sehr beliebt, da diese oft in ihren Gospels vorkamen. Diesen religiösen Anstrich übernahmen später auch die Blues- und Rockmusiker.

Welche Namen sind die beliebtesten bei Schweizer Musikern?

Eine klare Statistik in der Schweiz gibt es nicht. Auffällig ist aber, dass Schweizer Musiker einen starken Fokus auf Frauennamen setzen. Besonders die männliche Musikerschaft singt ausserordentlich fleissig über konkrete Damen (Angelina, Charlotta, Ludmilla, Lotti...)

Welche Namen fallen Euch in Schweizer Songs auf? Und welche sollte man besser nicht mehr benutzen? Ab in die Kommentare damit!

Musikethnologie...bitte was?

Ethnomusikologie oder Musikethnologie untersucht weltweit die klanglichen, kulturellen und sozialen Aszekte von Tanz und Musik. Sie ist eine Mischung der historischen Musikwissenschaft und Ethnologie (Völkerkunde).

3 Kommentare

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