Frank Turner: Dein Kumpel, der Rockstar

Am Freitag, 7. August erscheint das sechste Studio-Album des Folk-Punk-Poeten Frank Turner. Darauf finden sich keine Überraschungen, es bewegt sich aber auf gewohnt hohem Spassniveau. Viel spannender ist sowieso der Mann dahinter. Ein Porträt des kumpelhaftesten Rockstars der Gegenwart.

«  I'm a little hungover, man. But hit it, we're getting there! »

Frank Turner

Es ist ein warmer Tag im Mai 2013, im Garten des Konzertlokals Schüür in Luzern, als ich mich zum vierten Mal mit Frank Turner zu einem Interview treffe. Der Musiker aus Winchester, England, ist noch etwas gezeichnet vom Vorabend. Man habe tolle Leute kennen gelernt und sich gegenseitig einige Schnäpse zu viel offeriert.

Alleine diese kurze Anekdote ist bezeichnend für den britischen Musiker, welcher sich selbst als Folk-Punk-Troubadour bezeichnet und zu den erfolgreichsten Musikern seines Genres gehört.

Den Rock'n'Roll nie verloren

Frank Turner startete seine Karriere 2001 als Sänger der Post-Hardcore-Band Million Dead. Trotz seiner Neuerfindung im Jahr 2007 als Folk-Punker und Geschichtenerzähler hat Turner den Hang zum Rock'n'Roll und Punk nie verloren. Seine Songs sind roh, seine Geschichten ehrlich und direkt. Sie sind so einfach, dass mittlerweile Millionen von Fans auf der ganzen Welt mitsingen.

Der 34-Jährige singt von Dingen die er kennt: Von kühlem Bier an lauen Sommerabenden, von Kneipenschlägereien, von verflossenen Liebschaften und davon, wie Rock'n'Roll die Welt rettet. Dies alles fasst er in simple Worte. Bei Konzerten singt jeder einzelne Fan mit - in Strophe, in Refrain und manchmal einfach so alleine. Ähnlich wie Bruce Springsteen verkörpert Frank Turner etwas Hemdsärmliges, das ihn unheimlich authentisch und kumpelhaft wirken lässt.

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Sein mittlerweile sechstes Solo-Album «Positive Songs For Negative People» bildet da keine Ausnahme. Auch hier steht Authentizität im Vordergrund. Die Überraschungen sind rar gesät. Frank Turner gibt seinen Fans was sie wollen - und das weiterhin auf sehr unterhaltsamen Niveau.

Das Interview im Mai 2013 dauert viel länger als geplant, aber Frank ist das egal. Er stellt gar Gegenfragen - und irgendwann geht es nicht mehr um ihn und seine Musik, sondern um das Leben selbst und seine guten Momente. Er ist so, wie er auf der Bühne ist. Er ist ein Rockstar. Aber in diesem Moment auch irgendwie dein Kumpel.