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Musik-Blog Alles Gute zum 25., liebe Lovebugs!

Wie alt ist man, wenn man 25 wird? Als Band ganz sicher älter als «bloss» als Mensch. Bei den Lovebugs habe ich trotzdem nicht das Gefühl, als würde ich alten Herren die Hand schütteln. Danke für 25 Jahre Musik und Leidenschaft.

Als wäre es gestern gewesen: Die Lovebugs 1993 und 2018.
Legende: Als wäre es gestern gewesen: Die Lovebugs 1993 und 2018. Lovebugs

Liebe Lovebugs.

Ihr seid genau gleich alt wie die Backstreet Boys. Ähnlich wie bei ihnen sieht man auch euch das Vierteljahrhundert zwischen Bandgründung und heute nicht gross an. Im Gegensatz zu den BSB wirkt ihr dabei aber nicht lächerlich. Woran das liegt, weiss ich nicht. Vielleicht seid ihr einfach ein Stück echter als die erfolgreichste Boygroup der Welt. Vielleicht ist es aber auch einfach gesünder, die erfolgreichste «Boygroup» Basels zu sein.

Musik vor Business

«Mit Arschlöchern können wir nicht zusammenarbeiten», sagte Lovebugs-Frontmann Adrian Sieber, als ich vor ein paar Jahren mit der Band über ihren Erfolg im Ausland sprach. Hinter diesem Satz steckt die Bereitschaft, dem Erfolg nicht alles unterzuordnen. Damals stiegen die Lovebugs aus einem Deutschland-Deal aus und riskierten damit sogar ihren Bandnamen. Was sie offensichtlich nie riskieren wollen: Die Freiheit zu haben, IHRE Musik zu machen.

Popappeal ohne Bubblegum

Seit 25 Jahren probieren die Lovebugs immer wieder aufs Neue, den perfekten Pop-Song zu schreiben. Ich behaupte, dass ihnen das auf ihrem Weg schon mehrfach geglückt ist. Wer so viel Liebe für Melodie und Harmonie hat, muss aufpassen, dass seine Songs nicht im Kaugummi-Automaten landen. Und die Basler Band hat aufgepasst. Es gibt keine Lovebugs-Songs, die man so kauen, aufblasen und platzen lassen kann, dass sie einem danach lästig im Gesicht kleben.

Sympathie trotz Symphonie

Ich habe einen engen Bezug zu klassischer Musik. Mein Herz aber gehört dem Pop. Für mich kann eine Pop-Band keinen schlimmeren Karrierepunkt erreichen, als jenen, an welchem sie auf die Idee kommt, mit einem Orchester zusammenzuarbeiten. 2011 war es auch bei den Lovebugs so weit. Ich wollte mir die Waldhorn- und Kesseltrommel-infizierte Popmusik der Basler erst gar nicht anhören. Getan habe ich es dann trotzdem. Jobverweigerung ist nicht so mein Ding. Was ich sah und hörte, überzeugte mich nicht. Aber ich spürte, was die Lovebugs mit diesem Projekt bei ihren Fans auslösten. Und so geht auch dieses Lovebugs-Kapitel irgendwie in Ordnung.

R.E.S.P.E.C.T.

Gross geschrieben wird bei den Lovebugs RESPEKT und FREUNDSCHAFT. Mit diesen zwei Worten kommt man eigentlich nicht sehr weit im Musikbusiness. Dafür, wie man trotz und auch durch solche Werte eine beachtliche musikalische Karriere stemmen kann, stehen die Lovebugs exemplarisch. Sie haben ihre Band nie zum blossen Produkt verkommen lassen. Ausserdem interessierten sie sich stets für andere, neue Bands und probierten nicht selten, solche auch zu fördern. Sie schränkten sich gegenseitig nie ein und liessen sich Zeit für individuelle und kollektive Prozesse.

Das Schönste an den Lovebugs ist aber: Sie lieben Musik. Ihre Musik. Und die Musik anderer. Und das ist nur möglich, weil sie in ihren musikalischen Herzen Buben geblieben sind.

Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

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