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Musik-Blog Danke Bono, du Arschgutzi!

U2 veröffentlichten ihre neue CD «Songs of Innocence» als Gratis-Album auf iTunes. Abgesehen von der Scheinheiligkeit dieser Aktion, entwertet die irische Rockband die Musik an und für sich und das Album-Format im Speziellen – sagt Musikredaktor Gregi Sigrist.

U2 verschenken ihr neues Album.
Legende: Alles gratis. Etabliert sich nach der Gratis-Zeitung das Gratis-Album? SRF 3/Stephan Lütolf

Die Diskussion, wieviel Profit U2 aus ihrem verschenkten Album ziehen, können wir uns schenken. Abgesehen vom eingesparten Werbebudget in astronomischer Höhe, erreicht U2 ein Publikum in einer noch nie dagewesenen Breite.

U2
Legende: Gibts jetzt umsonst: U2. PD

Beste Werbung ist diese Aktion natürlich auch für die kommende Tour im Jahr 2015, bei welcher sich die Ticketpreise wohl auf ein Neues im unanständigen Bereich bewegen werden.

Viel schlimmer als der bestens funktionierende Marketingplan ist jedoch, wie Bono & Co. die Musik an und für sich entwerten.

U2: Feindbild der Musikschaffenden

Seit die Tonträgerverkäufe von Jahr zu Jahr sinken, sind Musikerinnen und Musiker aller Herren Länder besonders gefordert. Das Letzte, was die Gemeinde der Musikschaffenden braucht ist, dass grosse Bands wie U2 ihre Musik gratis abgeben.

Bono Vox mag sich dessen kaum bewusst sein – doch das Statement, das er damit macht, ist glasklar: Musik ist ein Gratisgut und verdient keine Wertschätzung!

Eicher ist sprachlos

Stephan Eicher zum Beispiel reagierte auf Facebook mit folgendem Kommentar auf den U2-Coup: «I personally think it’s very dangerous and misleading what U2 and Apple just did, to give away music for free as a stunt and earning applause for it…this leaves us other musicians quiet alone and speechless…»

Geblendet und gehörlos

Eicher hat Recht. Geblendet vom Rampenlicht und gehörlos durch den tobenden Applaus, denkt Bono Vox nicht über den Rand der Dollarnote hinaus. Wenn ein Pop-Album nur noch als Köder dient, um weitaus grössere Fische, wie etwa eine ausverkaufte Welttournee, an Land zu ziehen, stirbt die Wertschätzung für die Musik an und für sich einen schnellen Tod.

Ausserdem entwerten die Iren auch gleich noch das sonst schon schwächelnde Album-Format und tragen massgeblich zum respektlosen Umgang mit Popmusik bei.

Danke Bono. Besten Dank. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen.

77 Kommentare

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  • Kommentar von Marco Eilert, Osnabrück, Deutschland
    Wer hier von "in den Rücken fallen der Musikmachenden" redet, durchschaut das System nicht und lebt immer noch im Gestern. Jeder neue Kunde, den Itunes durch diese Aktion bekommt, ist ein potentieller Kunde für die Musik, die bei Itunes kostenpflichtig angeboten wird. Somit werden die Musikmachenden eigentlich kostenfrei unterstützt, oder? Seien wir doch mal ehrlich, die CD ist tot, in 5-10 Jahren wird es nur noch den Download und das Vinyl geben, evtl. noch die Boxen als Special Edition.
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  • Kommentar von Michael Eugster, Uzwil
    Echt jetzt? Gerade uns Kreativschaffenden sollte klar sein, dass CD-Verkäufe längst nicht mehr das grosse Geld sind. Eine Gratis-CD für mehr Konzert-Ticketverkäufe? Genial.
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  • Kommentar von ÄNDY, https://play.spotify.com/album/6LPaZLDws5g7PbpLdLfbsu?play=true&utm_source=open.spotify.com&utm_medi
    Und wer regt sich darüber auf, dass Musik auf Spotify ebenfalls für lau feilgeboten wird. Nur dass der Webe Gag von Spotify ganz exklusiv vereinnahmt wird? Die Wertschätzung für die Musik ist ihren schnellen Tod schon lange vor Bono und Apple gestorben.
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