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Musik-Blog Das ist nicht okay, Prince

Prince Rogers Nelson. Von ihm hätte ich alles erwartet. Wirklich alles. Aber nicht, dass er sich eines Tages als Normalsterblicher entpuppt. Jetzt ist er tot. Das kriege ich nicht in meinen Kopf. Und: Das war so nicht abgemacht.

Prince Roger Nelson (1958 – 2016)
Legende: Prince Rogers Nelson (1958 – 2016) Fanart

Die Vergiftung

Ich war 13 Jahre alt. Mein Cousin und ich gründeten gerade unsere erste Band. Das war 1987. Mit «Sign O’ The Times» erschien ein Album mit der für mich damals wichtigsten Musik der Welt. Seit diesem Moment weiss ich, was ein Popstar ist. Aus Prince wurde ein König. Aus dem König ein Gott. Aus dem Gott eine Art Alien. Aus dem Alien der für mich aufregendste Popstar des Universums. Mit 13 Jahren hat man grosse Träume. Doch eines wusste ich bereits dann: Selbst wenn unsere damalige Band alles erreichen würde, was eine Band erreichen kann – so gut wie Prince würden wir nie werden. Dazu reichten nicht mal die kühnsten Träume von 13-Jährigen aus. Die soeben erlernten drei Gitarrenakkorde natürlich auch nicht.

Die Unsterblichkeit

Legende: Video Der Nachruf abspielen. Laufzeit 2:59 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.04.2016.

Es mag pubertär klingen, aber Prince strahlte für mich bis heute – oder bis gestern – eine wahrhaftige Unsterblichkeit aus. Zumindest war ich davon überzeugt, dass ich vor ihm gehen würde. So an die 130 Jahre hätte ich ihm zugetraut. Ernsthaft. Abgesehen von David Bowie, war Prince der einzige Popstar, bei dem ich nie ganz sicher war, ob er tatsächlich aus Fleisch und Blut ist. Nun lese ich Nachrufe über einen Musiker, bei welchem ich nie mit einem Ende gerechnet habe. Das ist surreal.

Tod und Auferstehung

So sehr ich Prince verehre und so unsterblich er für mich war, muss ich an dieser Stelle aber doch zugeben, dass er bereits vor rund 10 Jahren einen kleinen Tod starb. Nach «Musicology» (2004) interessierten mich seine Alben immer weniger. Während er als Live-Musiker kaum an Genialität einbüsste, erreichte er mich mit seinen Produktionen nicht mehr wirklich. Kein neues Album packte mich so, wie dies seine früheren Werke taten.

Dieses Desinteresse kommt einem unter Schock stehenden Fan nun zugute. Denn: Die letzte Schaffensphase von Prince, ist für mich weitgehend unentdeckt. Ich kann mir also Musik aus gut zehn Jahren Prince anhören, die ich nur flüchtig kenne.

Dies, so hoffe ich, hält mir Prince nicht nur künstlich sondern auch künstlerisch am Leben.

Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Juerg stucki, rotorua nz
    dass man solche droegeler so hoch aufs podest stellt braucht schon etwas! .
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    1. Antwort von Christine Sch., Reinach
      Er war kein Drögeler!
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  • Kommentar von Monique Wyler, Fehraltorf
    Der Tod von Prince ist wahrlich ein Schock. Als ich heute die Aussagen von Elias Fröhlich höre, dass er Drogen genommen haben soll, war ich erneut von Herr Fröhlich zutiefst enttäuscht und angewidert. Was erlaubt er sich Prince einen Tag nach seinem Tod derart zu beschmutzen und zu beleidigen. Ob er Drogen genommen hat oder nicht weiss man nicht, auch Herr Fröhlich nicht. Er soll sich in Grund und Boden schämen!!!
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  • Kommentar von Silvio Imper, 8866 Ziegelbrücke
    Ich verstehe Gregi vollkommen, aber eine Anmerkung zu den "moderneren Alben". Bitte hör dich nochmals 3121 an. Es ist das Beste von allen, aber verkannt, weil alle an die alten Songs gewohnt waren. Ernsthaft, zieh dir das ganze Album rein, es ist das Beste, für mich steht das ausser Frage, weiter entwickelt als die früheren, spezielle Sounds und Melodien from outer space... PS: Das ist mein erstes und wohl einziges Mal, dass ich einen Kommentar poste, just because of his greatest album... :).
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    1. Antwort von Gregi Sigrist
      Lieber Silvio. Danke für diesen Kommentar. Da bin ich weitgehend einig mit dir. 3121 war dann lustigerweise auch das Album der "neueren Zeit", das ich heute für mich angespielt habe. Daran hatte ich noch eine Erinnerung. Besonders mit "Fury" knüpft er da an ziemlich alte Zeiten an. Wenn es auch ein Anknüpfen bleibt und nicht einen Prince zeigt, den man noch nicht kennt. Ich hör mirs aber eh noch mit Zeit an - wie alle anderen auch... - Vielleicht starte ich aber doch erst mit meinen Lieblingsalben und verweile da noch ein bisschen... lg. Gregi
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