Anna Rossinelli klingt nach der weiten Welt

Sie sind zurück aus dem Land der unbeschränkten Möglichkeiten und randvoll mit Inspiration: Anna Rossinelli und ihre Bandkollegen veröffentlichen mit «Takes Two To Tango» Songs, die sich musikalisch gereifter und erwachsener anhören. Bei SRF 3 gab das Trio «Bang Bang Bang» zum Besten.

Im Frühling sammelte Anna Rossinelli via Crowdfunding 50'000 Franken, um in die USA reisen und dort am neuen Album arbeiten zu können. Das Resultat war einerseits ein Shitstorm, andererseits wurde der angestrebte Betrag nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen.

Das Geld der Fans ist im Album «Takes Two To Tango» gut angelegt: Die Reise durch die USA, die Inspiration durch Strassenmusik und die Zusammenarbeit mit einheimischen Musikern ist deutlich herauszuhören.

«  In den USA machten wir auch Strassenmusik, sind auch in unzähligen Wohnzimmern gelandet und haben aus all den Eindrücken ein Flickwerk gemacht. »

Anna Rossinelli

Ob der Steelgitarrist, den sie in einer Bar in Nashville aufgelesen hat, ein Gospelchor aus Dallas oder der Strassenmusiker mit seiner Blues-Harp, den sie in Los Angeles spontan angesprochen hat – sie alle verleihen dem Album den hörbaren USA-Schliff.

«Takes Two To Tango» ist der Nachfolger von Anna Rossinellis letztem Album «Marylou», das in den Schweizer Albumcharts Platz 1 erreichte. Die neuen Songs sind facettenreicher, ohne überproduziert zu sein, klingen internationaler, ohne die eigenen musikalischen Wurzeln zu verleugnen, und werden von Annas unverwechselbarer Stimme getragen, die uns vom ersten bis zum letzten Song anflirtet.

Album-Check: Anna Rossinelli «Takes Two To Tango»

Beste Songs auf dem Album?
«Bang Bang Bang», «Wasting Time», «Shelter»
Wie viel Tango ist drin?
Abgesehen vom Albumtitel und einer Zeile im Song «King Mustafa»: Null. Tango-Fans kaufen bessere andere Musik.
Warum heisst das Album dann «Takes Two To Tango»?
Der Albumtitel ist eine englische Redensart: Es braucht immer zwei. Für die Liebe. Für Sex.
Sex?
Eindeutig geht es schon in der Single «Bang Bang Bang» zu und her: «Both feel each other’s breath» (beide spüren den Atem des andern), «I want you and you want me» (ich will dich und du willst mich) bis zu «Let’s explode baby» (Lass uns explodieren Baby).
Was ist sonst noch so drin?
3 Monate USA, über 10‘000 zurückgelegte Kilometer, frische Ideen, ungewohnte Töne, musikalische Begegnungen, Abwechslung. Und Annas sexy Stimme, die uns immerzu anflirtet.
Was ist nicht drin?
Das brave Mädchen, das 2011 am Eurovision Song Contest «nanananananana» sang. Das ist definitiv Vergangenheit.