Black Tiger: Pionier des Mundart-Raps

«Basel, de Räp isch für dii!» Die legendären Zeilen des Rappers Black Tiger läuteten 1992 eine neue Ära in der Schweizer Musik ein: den Mundart-Rap. 20 Jahre später startete er das Projekt «1 City 1 Song».

Rap, wo verschtohsch.

Bildlegende: Black Tiger Rap, wo verschtohsch. LIA WAGNER

147 Rapperinnen und Rapper im Alter zwischen 15 und 44 Jahren, 32 Beats, 11 Produzenten, 7 DJs, 8 Sprachen, 83 Minuten Länge: Was nach einem verlängerten Party-Wochenende tönt, sind die Eckdaten eines einzigen Songs.

Das Projekt «1 City 1 Song» stammt aus der Feder des Schweizer Pioniers in Sachen Mundart-Rap Black Tiger und feierte im Oktober 2012 Weltpremiere. Im Interview in der Sendung Black Music Special verrät der Schweizer Rap-Urvater, wie er es geschafft hat, über 100 Rapper in gerade einmal zwei Tagen ins Studio zu lotsen und mit ihnen den längsten Song der Schweizer Musikgeschichte aufzunehmen.

Bunter Haufen

Black Tiger erzählt von einem harten und steinigen Weg bis zum fertigen Song. Er erzählt, wie für seinen Song Menschen verschiedenster Nationalitäten, Religionen, Gesellschaftsschichten und Altersgruppen zusammen gearbeitet haben. Das verbindende Element des bunten Haufens: Alle leben in den Regionen Basel-Stadt und Basel-Land.

Anfang der 1990er Jahre war alles noch anders. In dieser Zeit wurde in der Schweiz ausschliesslich englisch gerappt. Rapper wie E.K.R. aus Zürich hatten zwar mit Mundart experimentiert, aber noch war kein entsprechender Song erschienen. Black Tiger sagte in einem Interview: «Ich war in Frankreich an einem Konzert. Die Künstler dort rappten alle auf Französisch. Ich sagte zu mir, wieso sollte das nicht auch in der Schweiz funktionieren?»

Grundstein für den Mundart-Rap

Gesagt getan. Mit der Sprayer-Hymne «Murder by Dialect» von Black Tiger und P27 entstand 1992 der erste Schweizer Mundart-Rapsong. Der Grundstein für Schweizer Rap, der auch verstanden wird, war gelegt.

Im Interview vom April 2012 äusserte sich Black Tiger alias Urs Baur zu 20 Jahre Mundartrap, zur Wertschätzung der eigenen Sprache und zu seinem sozialen Engagement. Und natürlich zum Klassiker «Murder by Dialect».