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Aktuell Best of 2012: Bücher, die uns gefesselt haben

SRF 3 Redaktorin Tanja Kummer hat sich ins Meer der Neuerscheinungen gestürzt. Diese Perlen hat sie für uns herausgefischt.

Die SRF 3 Buch-Kritikerin Tanja Kummer hat ihre Favoriten gekürt.
Legende: Tanja Kummer Die SRF 3 Buch-Kritikerin hat ihre Favoriten gekürt. Stefan Kubli

Ein saftiger Schinken

Der dickste und saftigste Leseschinken des Jahres ist die Rezeptsammlung «Tafelrunde», herausgegeben von Angelika Overath und Manfred Koch. 37 beliebte Autoren wie Franz Hohler oder Alain Claude Sulzer porträtieren ihr liebstes Gericht in puncto Zutaten, Zubereitung und der – wunderbar literarisch erzählten – Geschichte dahinter.

Sigmund Freud und die Liebe

Der Österreicher Robert Seethaler hat mit seinem tragischkomischen Roman «Der Trafikant» die überzeugendste Figurenzeichnung geschafft. Seinen 17jährigen, naiv-neugierigen Protagonisten Franz Huchel trägt man nach der Lektüre noch lange im Herzen. Franz befreundet sich in Wien kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges mit Sigmund Freud und die beiden finden sich in vielen Diskussionen über die Liebe wieder.

Bestes Schweizer Debüt

Jubelnd begrüssten Rezensenten im In- und Ausland die Geschichte «Land spielen» - ein Text mit Sogwirkung von Dani Mezger. In diesem besten Schweizer Debütroman 2021 werden die LeserInnen dank der einnehmenden «wir»-Perspektive in die Welt einer Städterfamilie gezogen, die ihren Traum wahr macht und aufs Land zieht und dort alles andere findet als Harmonie und Idylle.

Krimi-Highlight aus Zürich

Gute Unterhaltung gewünscht? Der Krimi «Uferwechsel» von Sunil Mann lässt diesbezüglich keine Wünsche übrig. Clever und smart formuliert der Autor, wie ein indischstämmiger Privatdetektiv im Zürcher Rotlichtmilieu ermittelt. Die Wendungen, die die Leser unverfroren aus dem Hinterhalt überfallen und die Bezüge zur zeitgenössichen Kultur machen diesen Text zum Krimihighlight des Jahres.

Berührend und kitschfrei

Die berührendste Geschichte – die immer absolut kitschfrei bleibt  – schenkt uns die Schweizer Autorin Ursula Fricker, die in der Nähe von Berlin lebt. Der Partner einer Architektin überlebt schwer behindert einen Schlaganfall. Mit befreiend klarer, fast nüchterner Sprache bringt uns die Autorin die wechselnden Zustände der Protagonistin nahe und es gelingt ihr meisterhaft, Gefühle – oft auch diffuse – in Worte zu fassen.