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Aktuell Best of 2012: Stil-Highlights

Jeroen van Rooijen ist unser Mann für Geschmack, Modetrends und stilvolles Leben. Dieses Jahr hatte er auf dem Radar: Designpäpste, Hipsterismus, die Invasion von farbigen Hosen und Fellstiefel wie Sauerteigbrote.

Die Mode-Highlights des Jahres 2012

Prägend war die Rückkehr von Jil Sander als Designchefin ihres eigenen Labels. Dafür musste der sehr talentierte Raf Simons im Frühling relativ abrupt seinen Sessel dort räumen. Dieser hat wenig später dann allerdings das ganz grosse Los gezogen: Raf Simons wurde zum Chefdesigner von Dior ernannt, was in der Mode etwa das ist, wie wenn das Konklave im Vatikan jemanden zum Papst wählt. Schliesslich war das Comeback des Ausnahmetalents Hedi Slimane ein grosses Thema, der nach sieben Jahren Auszeit als Fotograf den Chefposten bei Yves Saint Laurent bekam und dort eine sehr respektable erste Kollektion zeigte.

Das grosse stilistische Thema des alten Jahres

In der ersten Hälfte des Jahres haben wir auch in Europa eine grosse Begeisterung für den Retro- oder Neo-50‘s-Stil erlebt: Eine neue Generation interessierte sich für die Garderobe, in der unsere Grosseltern flirteten und entdeckte Weiblichkeit und Klassik wieder. Das andere grosse Thema ist die Weltherrschaft des Hipster-Stils: Inzwischen laufen nicht mehr nur ein paar trendige Youngster in Ostberlin oder Brooklyn in schmalen Hosen, eigenartigen Pullovern und Parkas und mit dicken Brillen auf der Nase herum, sondern auch junge Männer und Frauen in den Schweizer Vorstädten. Hipsterismus ist überall.

Der Trend-Overkill des Jahres:

Die farbigen Hosen waren omnipräsent, auch in den modisch wenig ambitionierten Geschäften. Man trug 2012 Jeans oder Chinos in allen möglichen Farben, oft in leuchtendem Rot, kräftigem Grün oder elektrischem Blau, aber auch in Gelb, Orange, Pink oder Violett. Diese bunten Hosen haben nun sicher den Zenit erreicht, 2013 dürfte es weniger grell werden.

Definitiv out of fashion

Sie sind eigentlich schon lange out, doch das scheint in der Schweiz noch nicht ganz verstanden worden zu sein: Die dicken Ugg-Boots, Fellstiefel mit der uncharmanten Form von aufgeweichten Sauerteigbroten, sind nun wirklich so etwas von out-of-fashion, dass sie nur noch von totalen Hinterwäldlerinnen oder Stil-Immunen getragen werden. Dasselbe muss von Shirts der Marke Abercrombie & Fitch gesagt werden, die noch nie originell, dafür immer viel zu teuer waren, und die inzwischen ein sicheres Zeichen dafür sind, dass jemand hinter dem Mond lebt.